Filmplakat Solomon Kane
6/10

„I am the only devil here!“ (Solomon Kane, 2009)


Solomon Kane

Besprechung

Anfang des 17. Jahrhunderts zieht Captain Solomon Kane (James Purefoy) mit seinen Mannen unter der englischen Flagge kreuz und quer über den Globus und mordet was das Zeug hält. In Nordafrika stößt der eiskalte Mörder auf des Teufels Eintreiber. Dieser will die Seele von Kane kassieren. Seine dunkle, verkommene Seele. — Doch Solomon Kane kann fliehen und lebt fortan gewaltfrei. Wenn er der Gewalt abschwört, so sein Gedanke, kann der Teufel ihn nicht finden.

Aus seinem Unterschlupf, einem Kloster in England, wird er rausgeworfen. Der Abt prophezeit, dass Kanes Schicksal ein anderes sei, als sich in einem Kloster zu verstecken.

Auf seiner ziellosen Reise trifft Kane auf eine Puritaner-Familie, die auf dem Weg nach Amerika ist. Als diese von einer Horde grausamer Gestalten unter der Leitung des Overlords angegriffen werden, muss Kane zur Waffe greifen. Der Overlord (Samuel Roukin) ist ein Mann, der sein Gesicht unter einer Maske aus fremder Haut verbirgt und magische Kräfte zu besitzen scheint. Im Endeffekt ist er aber auch nur ein Diener des Magiers Malachi (Jason Flemyng), der diese dunkle Truppe losgesandt hat, um Sklaven und Soldaten zu finden.

Der Puritaner-Vater (Pete Postlethwaite) ringt kurz vor seinem Tod Kane das Versprechen ab, seine Tochter Meredith (Rachel Hurd-Wood) aus den Klauen des Overlords zu befreien. So zieht Kane durchs Land, auf der Suche nach der jungen Frau, wobei er lauter dunkle, magische Gestalten trifft, bekämpft und tötet.

Meinung von

Mein vierter Film auf dem 24. Fantasy Filmfest. Solomon Kane basiert — wie so viele Filme in letzter Zeit — auf einem Comic. Zugegeben, ein ziemlich unbekannter Comic, der in den '70ern und '80ern bei Marvel erschien. Ursprünglich stammt Solomon Kane aus der Feder des Pulp Fiction-Autors Robert E. Howard, der auch Conan der Barbar schuf.

Ganz ehrlich? Ich hatte mir etwas düstereres gewünscht, mit noch mehr Hölle und entsprechenden Kreaturen. Der "Reaper" kommt einmal vor, dann ist er nur noch ein Schreckgespenst für Solomon Kane, dem es auszuweichen gilt.

Die Gestalten, die dem maskierten Overlord unterstehen, sind nicht wirklich gruselig. Sonst kommen noch eine Hexe, eine Horte von an Untoten erinnernden Gestalten, ein böser Magier und eine Gestalt aus der Hölle vor. Ich. Wollte. Mehr.

Was ich nicht erwartete — und somit etwas störte —, war die Tatsache, dass sich Regisseur und Autor Michael J. Bassett sehr viel Zeit nahm die Figur zu entwickeln. So ist die Zeitspanne bei der Puritaner-Familie doch etwas lang und -weilig. Als ich mich dann allerdings mit dem Gedanken etwas auseinander gesetzt hatte, war die Idee, eine Figur auch mal wieder zu entwickeln und nicht gleich von einer Schlacht in die nächste zu schmeißen, durchaus interessant. Gibt es heutzutage auch nicht mehr so oft.

Überhaupt hat Solomon Kane seine "netten" Seiten. Die Landschaften sind eisig, kühl und unwirtlich. Die Ausstattung des Films ist reichhaltig und fern von "billig". Wir sehen ordentliche Kampfszenen, magische und düstere Wesen. Der Grundgedanke der Geschichte ist ebenfalls nicht schlecht. Ein Mann, der skrupellos getötet hat, wird fromm, um seine Seele zu retten. Um Erlösung zu erlangen, muss er im Endeffekt doch wieder zu dem werden, was er zuvor abgelegt hat: eine Mordmaschine. Solomon Kane ist gläubig, hält sich an Versprechen, ist somit ehrhaft und auf seine Weise ein guter Mann.

Im Vorfeld las ich Vergleiche zu Herr der Ringe. Tatsächlich sind Parallelen zu erkennen, zum Beispiel bei der Höllengestalt am Ende. Das Feuerwesen erinnert doch ein wenig an den Balrog. Wobei der Balrog um Längen besser ist. :-) Der Streifen ist recht ordentlich ausgestattet. Allerdings hatte man auch das Gefühl, ein wenig Van Helsing vor sich zu haben. James Purefoy erinnert jedenfalls mit seinen langen Haaren, dem grimmigen Blick und dem langen Mantel ein wenig an Hugh Jackman. Und Van Helsing ist schlecht.

Einige Längen, sonst ganz ordentlich. Nicht billig, nette Kampfszenen, eine interessante Geschichte. Abzüge gibt es — da bin ich mir mit Moviejunkie Thorsten einig — für ein nicht so befriedigendes Ende und einige miese Schnitte. Ich dachte, wir wären auf dem Fantasy Filmfest und alles wäre ab 18? Was wir geboten bekamen, war klar eine ab 16 Fassung. Schade.

Kann man sich anschauen, wenn man Filme mit Mantel und Degen mag, die gepaart sind mit Fantasy.

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