Filmplakat Das Pendel des Todes
7/10

„Ich habe sein Blut in meinen Adern. Sein verdorbenes Blut.“ (Das Pendel des Todes, 1961)


Das Pendel des Todes

Besprechung

Im Spanien des 16. Jahrhundert besucht Francis Barnard (John Kerr) seinen Schwager Nicholas Medina (Vincent Price), da seine Schwester Elizabeth (Barbara Steele) viel zu jung gestorben ist. Im Schloss der Medinas trifft Francis auf die Schwester Catherine Medina (Luana Anders), die zunächst versucht ein Treffen mit Francis zu verhindern. Beim ersten Treffen verhält sich Nicholas verdächtig und bleibt bei Fragen über die Todesursache ausweichend. Erst als der Hausarzt Dr. Leon (Antony Carbone) das Feld betritt, kommt etwas Klarheit in den Fall. Demnach war Elizabeth von der Atmosphäre des Hauses und der dort vorhandenen Folterkammer negativ beeinflusst und entwickelte eine Depression. Diese fand ihren Höhepunkt als sie sich selbst in die Eiserne Jungfrau sperrt und mit dem Namen “Sebastian” auf den Lippen stirbt.

Francis glaubt diese Geschichte nicht und erfährt nun von Catherine etwas über die grausame Kindheit Nicholas’, der seinen Vater Sebastian Medina dabei beobachtete, wie er den Liebhaber seiner Frau in der Folterkammer ermordete und die Untreue danach zu Tode folterte. Dr. Leon weiß noch ein grausames Detail: Die Mutter wurde nicht bis zum Tode gefoltert, sondern noch lebendig eingemauert. Dieses grausame Schicksal verfolgt Nicholas, der Angst hat, dass auch seine eigene Frau lebendig begraben wurde. Ein Öffnung der Gruft soll nun die Antwort auf alle Fragen bringen.

Meinung von

Nein, Pendel des Todes ist heute nicht mehr gruselig, aber durchaus noch spannend, denn die Handlung kennt allerlei Wendungen und Überraschungen. Was ebenfalls auffällt, ist die liebevolle Ausstattung des Films: Da stehen die obligatorischen Rüstungen und auch eine (Anstands-)Ratte läuft über Kellerböden und durch geheime Gänge. Natürlich quietschen auch die Türen und Vincent Price verheddert sich geradezu in einem Wust von Spinnweben. Die Schauspieler geben ihr Bestes, was aber nicht immer Oscar-würdig ist. So übertreibt Price gern die Darstellung, so dass es manchmal fast wie eine Karikatur wirkt.

Die Handlung hat im Übrigen auch nichts mit der Geschichte von Poe zu tun, außer, dass am Ende ein Pendel auftaucht. Das Drehbuch stammt von Richard Matheson, der uns auch zeitlose Klassiker wie I am Legend (jetzt schon dreimal verfilmt, die erste Verfilmung mit Vincent Price), Die unglaubliche Geschichte des Mr. C oder Tanz der Totenköpfe (im Original: Hell house) schenkte. Die Regie führte eine ähnliche Legende: Roger Corman, bekannt für Filme wie Der Rabe oder Kleiner Laden voller Schrecken, der Vorbild für das Musical Little shop of Horrors wurde. In mehreren Filmen arbeitete Corman mit Jack Nicholson zusammen und verfilmte sogar einmal ein Buch von Nicholson (The Trip).

Ich liebe solche Filme wie Pendel des Todes, denn sie sind Erinnerungen an meine Kindheit, in der ich "Mumien, Monstren, Mutationen" auf N3 geliebt habe — dort lernte ich die ganzen unglaublichen Horrorgestalten kennen und lieben. Leider ist es heute manchmal schwer, sie im TV zu sehen, auf DVD kostet der Spaß dagegen teilweise immer noch einen Haufen Geld. Daher umso schöner, wenn man so was noch einmal im großen Kino sehen darf. Für das Erlebnis und die Kindheitserinnerungen gibt es natürlich unendlich viele Punkte, für den Film so vielleicht 7.

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