Filmplakat Buddy

4,5/10

"Nobody wants to see your penis." — Buddy, 2026

Buddy

Besprechung

„It’s Buddy!“ ist eine Kindersendung mit einem orangenen Einhorn. Ruft man seinen Namen, wird aus dem Stofftier eine lebensgroße, sprechende Figur. In der Show lernen Kinder Dinge aus dem alltäglichen Leben, oft mit Gesang kombiniert. Eines Tages gibt es eine tolle Einladung zu einer Tanzparty. Wade (Caleb Williams) ist sofort dabei. Aber wie es scheint, hat Freddy (Delaney Quinn) ihre Bedenken. Ein Lied später, sind diese verflogen. Josh (Luke Speakman) hat keine Lust zu tanzen. Man sah Josh nie wieder … Am nächsten Tag ist Hannah (Madison Skyy Polan) mit von der Partie.

Freddy entdeckt Joshs Lieblingsbuch im Müll, völlig blutver­schmiert. Sie ahnt Böses. Freddy vertraut sich Wade an. Irgendwas stimmt nicht mit Buddy (Sergey Zhuravsky/ Keegan-Michael Key). Die Kinder bekommen Angst. Als die beiden dann auch noch mitansehen, wie Buddy die Krankenschwester (Phuong Kubacki) umbringt, ist klar: sie müssen fliehen.

In einem amerikanischen Vorort lebt Grace (Cristin Milioti) mit ihren zwei Kindern und Ehemann Ben (Topher Grace). Beim Abendessen schreit Grace auf. Irgendwas stimmt nicht. Wieso steht da ein leerer Stuhl am Esstisch? Als das Medium Dr. Burr (Brooke Bloom) in dem Haus herumschnüffelt, um Grace zu helfen, geht plötzlich der Fernseher an. Auf dem Bildschirm sieht Grace kurz „It’s Buddy!“. Was hat es mit dieser Sendung auf sich? Wieso gibt das Internet keinerlei Informationen zu dieser Sendung her? Ben zweifelt am Verstand seiner Frau.

Meinung von

Dritter Film für mich auf dem 40. Fantasy Filmfest im Savoy. Wie schon bei Never After Dark hatte ich zu diesem Film keine großartigen Vorstellungen, was mich erwarten würde. Im Vorfeld ein kurzer Gruß des Co-Autors und Regisseurs Casper Kelly, der, wenn ich ihn richtig verstanden habe, gerne nach Deutschland käme, wir müssten ihm nur die Reise finanzieren. Öh ... Kelly hat bisher viel fürs Fernsehen geschrieben und auch einige Male Regie geführt. Er war unter anderem mitverantwortlich für das Verbrechen namens Mandy. Den lade ich nicht ein. Sorry.

Buddy fängt quietsch-bunt an. Da die Sendung aus dem Jahr 1999 zu stammen scheint, ist sie im 3:4-Format gedreht. Also: dicke schwarze Balken auf der Leinwand links und rechts. Wir sehen schnell, wie Buddy gewalttätig wird. Das ist jedoch nicht der Schauspieler im Anzug. Wir sehen hier die Person gewordene Inkarnation des farbenprächtigen Einhorns. Es gibt keine Kameras, keine Crew. Wie es scheint, leben die Kinder, die vielen anthro­pomorphen Gegenstände und Buddy in ihrer eigenen Welt — in der am Ende ein fröhliches Lied gesungen wird und die Buch­staben auf dem Bildschirm erscheinen.

Wir sehen diese schrille, bunte Welt beinahe eine halbe Stunde lang, bevor es den harten Schnitt zum 16:9-Format und der amerikanischen Familie gibt. Das kommt so überraschend, dass man zunächst nicht weiß, was das soll. Ehrlich gesagt, zog sich die halbe Stunde schon etwas hin und fing an langweilig zu werden. Ja, Buddy hat den Briefkasten mundtot gemacht und bringt die Lokomotive Charlie (Devon Hawkes Ludlow) um, die noch mit ihren letzten Worten Öl ausspuckt ... Dennoch fing der Film an sich hier zu verlaufen. Aber deswegen diesen krassen Schnitt zu machen?

Es braucht etwas Zeit, bis der Zuschauer die Zusammenhänge zwischen der TV-Sendung in der Familie begreift.

Buddy hatte ich mir anders vorgestellt. Ein bisschen wie oben angedeutet: Vielleicht dreht der Schauspieler im Buddy-Kostüm langsam durch und schwingt irgendwann die Axt? Stattdessen bekommt man dieses Stück präsentiert. Was das ist ... ich weiß es nicht. Kelly mischt einige Dinge zusammen, bedient sich bei Filmen in Form von Zitaten, z.B. erinnert die Szene, in der Buddy die Kinder sucht und am Horizont quer über die Leinwand geht, stark an Die Nacht des Jägers. Zwar sagt er nicht Here's Buddy!, wenn er durch das Zaunloch starrt, das er eben gemacht hat, ich musste dennoch sofort an die Axt-Szene aus The Shining denken. Außerdem fühlte ich mich bei der Werkstatt, in die sich die Kinder fliehen können, plötzlich an Five Nights at Freddy's erinnert. Das reicht mir jedoch nicht, um den Film gut zu finden.

Er hat einige sehr lustige, wenn auch blutige Momente. Okay, genau deswegen sind die lustig. Oder wenn die Kinder plötzlich anfangen zu fluchen. Dennoch wirkt Buddy auf mich irgendwie "unrund". Von den 96 Minuten hätte man einiges streichen können. Dann wäre Kelly allerdings wieder bei seinen Kurzfilmen gelandet.

Ich hoffe jedenfalls, dass Kinder danach nie wieder so einen Schund wie die Teletubbies oder Barney schauen. Dann wäre der Film doch noch ein Gewinn.