Filmplakat Thor: Tag der Entscheidung
8/10

„Wir werden nicht 'Holt Hilfe' spielen!“ (Thor: Tag der Entscheidung, 2017)


Thor: Tag der Entscheidung

Besprechung

Thor (Chris Hemsworth) kommt nach einer seiner “Ich rette das Universum”-Touren zurück nach Asgard, nur um festzustellen, dass sein Vater Odin (Anthony Hopkins) verschwunden ist. Anstatt seiner gibt sich Thors schlitzohriger Bruder Loki (Tom Hiddleston) als Allvater aus. Gemeinsam finden die Brüder Odin, der ihnen von ihrer Schwester Hela (Cate Blanchett), der Göttin des Todes, erzählt. Sie will Asgard zerstören und das gesamte Universum ihr Untertan machen.

Tatsächlich treffen Thor und Loki auf Hela. Durch einen dummen Zufall bringen sie die dunkle Göttin nach Asgard. Selber gehen Thor und Loki auf der Reise nach Asgard in der Lichtbrücke verloren.

Der Donnergott Thor findet sich auf dem Planeten Sakaar wieder, wo er von einer mächtig angetrunken jungen Frau (Tessa Thompson) gefangen genommen wird. Sie verkauft ihn an den Grandmaster (Jeff Goldblum), der ihn gegen seinen Champion in einer Gladiator-Arena antreten lässt. Gladiator spielen ist aber im Moment ganz blöd, weil Hela im Begriff ist, Thors Heimat Asgard zu zerstören. Er muss also schnellstens runter von Sakaar und seine Schwester besiegen. Die sitzt derweil in Asgard fest, weil jemand das Schwert gestohlen hat, mit dem man den Bifröst aktiviert, um in andere Bereiche des Universums zu gelangen.

Meinung von

Da ist er ja wieder. Thor war in Civil War abwesend. Den hätte jede Partei bestimmt gut gebrauchen können. Jetzt ist er aber ein noch mächtigerer Avenger. Dank dem Tag der Entscheidung hat er sein volles Potenzial als Donnergott entdeckt. Aber ich greife vor ...

Regisseur Taika Waititi hat bereits mit 5 Zimmer Küche Sarg bewiesen, dass er lustige Filme mit skurrilen Charakteren machen kann. Dann hat Marvel ihn auf Thor losgelassen. Mit Thor: Tag der Entscheidung haben wir ein knallbuntes Comic-Erlebnis vorliegen. Die Kulissen sind quietschbunt und so mancher Charakter ebenso. Da sind z.B. die Mit-Gladiatoren Korg (Taika Waititi) oder Miek – beides Figuren aus der Storyline Planet Hulk – wie übrigens auch der Planet Sakaar, auf dem Thor landet.

Thor ist schon immer ein geschwätziger Held gewesen, doch in Thor: Tag der Entscheidung dreht er richtig auf. Immer einen dummen Spruch auf den Lippen, verliert er jedoch nie das Ziel aus den Augen: die Rettung seiner Heimat vor Ragnarök, dem Weltuntergang. Den will Hela nämlich über Asgard bringen, bevor sie sich aufmacht, den Rest des Universums zu unterjochen. Die gute Dame hat nicht nur einen hässlichen Kopfschmuck, sondern auch verdammt viel Wut im Bauch auf ihren alten Herrn. Ehrlich, diese seltsame "Krone", die Hela immer dann aufsetzt, wenn es zum Kampf kommt, sieht schrecklich aus. Dabei ist Ms. Blanchett mit schwarzen Haaren und dunklem Make-up sehr apart anzuschauen. Doch diese Krone … Und der miese Charakter …

Es gibt viel zu lachen in diesen 130 Minuten Popcorn-Kino. Man darf den Film auf gar keinen Fall ernst nehmen. Er kommt im Stile von Guardian of the Galaxy daher – mächtig laut, bunt und locker vier super süße Softdrinks zu viel intus. Dachte man, Thor sei der Comic Relief, hat man die Rechnung ohne den Steinmann Korg gemacht. Der plaudert munter und unbekümmert vor sich hin, was so manche Situation sehr aufhellt. Manchmal ist es aber doch ein wenig zu viel.

Neben dem Zusammenspiel von Thor und Loki gibt es auch das Duo Thor und Bruce Banner (Mark Ruffalo). Während zwischen Thor und Banner ein freundschaftliches Verhältnis herrscht, ist es wie gewohnt eisig zwischen den beiden Brüdern. Kein Wunder, macht Loki doch das, was er am besten kann: betrügen.

Hela ist eine würdige, kalte Gegnerin für Thor. Ihr Gehilfe Skurge (Karl Urban) kommt etwas zu kurz. Im Comic ist er präsenter, im Film jedoch nur ein trauriger Mitläufer.

Ich habe mich unterm Strich gut amüsiert. Es gibt noch eine Anlehnung an Avengers, wenn der Hulk Thor auf den Boden prügelt, aber sonst gab es keine auffälligen Anspielungen an alte Filme. Bis auf die Verschwindeszene Banners, die die Brücke zu Avengers 2: Age of Ultron schlägt. Dann gab es noch eine kleine Reminiszenz an die Comics: auf Sakaar gibt es einen großen Turm, an dem riesige Gesichter montiert werden. Da wird gerade das Bildnis vom Hulk gebaut, doch etwas darunter sehen wir auf den Kopf von Beta Ray Bill. Ich fand’s nett.

Im Internet kursierte die Geschichte wonach der Film um eine Szene gekürzt wurde, die gezeigt hätte, dass die letzte Valkyrie (Thompson) bisexuel ist. Was zum Teufel hätte das im Film zu suchen? Das ist eine absolut überflüssige Information …

Übrigens hat Waititi eine Mitstreiterin aus Wo die wilden Menschen jagen mit an Bord geholt. Rachel House spielt die rechte Hand des Grandmasters. Das Geld bleibt also in Neuseeland … Nett.

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