Filmplakat Office Uprising
6/10

„Don't hand out weaponized soft drinks to your colleagues.“ (Office Uprising, 2018)


Office Uprising

Besprechung

Ammotech ist eine Waffenschmiede in Texas. Die machen richtig wildes Zeug und somit auch richtig viel Geld. Eine der fleißigen Bienchen, die für Ammotech arbeiten, ist Desmond (Brenton Thwaites). Okay, das war gelogen. Desmond ist ein fauler Sack, der sich Regeln aufgestellt hat, wie man möglichst wenig arbeiten muss und möglichst wenig auffällt. Hin und wieder sitzt ihm sein Boss Adam Nusbaum (Zachary Levi) im Genick, aber auch den kann er handhaben.

Womit Desmond echt ein Problem hat, das ist Zeitmanagement. Es ist eben viel spannender sein eigenes, mieses Computerspiel zu schreiben oder sich mit Mitarbeitern Bongs in der Abstellkammer reinzuziehen. Doch den nächsten Report, den muss er abliefern, sonst ist er gefeuert. Um seine Ruhe zu haben, geht er nach Hause. So bekommt er nicht mehr das Motivationstraining mit.

Am nächsten Tag rauscht er unter Zeitdruck in die Firma, nur um festzustellen, dass seine Mitarbeiter alle extrem gewalttätig geworden sind. Wenn man genauer hinschaut, liegen da einige Leichen in den Ecken. Desmond muss erst einmal seine alte Freundin – und heimliche Flamme – Samantha (Jane Levy) in Sicherheit bringen. Blöd, dass die, wie alle gewalttätigen Kollegen, diesen ominösen Energydrink „Zolt“ getrunken hat. Desmond versucht mit einer an eine Sackkarre festgezurrten Samantha zu fliehen. Auf dem Weg raus aus dem Gebäude laufen sie noch Mourad (Karan Soni) über den Weg, der das Teufelszeug nicht getrunken hat.

Meinung von

Der Film wird als Zombie-Film gehandelt. Man muss das Genre nur weit genug ausdehnen, dann kommt das hin. Die "Zombie"-Kollegen sind keine stummen, dumpfen Monster, die langsam vor sich hinschwanken und Hirne lutschen wollen. Wer Zolt getrunken hat, kann noch relativ klar denken, Pläne und Allianzen schmieden. Wir lernen später, dass Zolt "für Soldaten gemacht" wurde, um sie zu "motivieren". Weil Waffenfabrik und so ...

Office Uprising ist eine Mischung aus Office Space (die schrecklichen Kollegen und die langweilig Arbeit), 28 Days Later... ("die Wut") und ein bisschen fühlte ich mich auch ans Belko Experiment erinnert (der abgeschottete Bürokomplex und die "Action" darin).

Der Film braucht ein wenig, bis er in die Puschen kommt. Regisseur Lin Oeding lässt sich Zeit, Desmond als Versager darzustellen. Leider kommt unser Bürojunge nicht in dieser Zeit als wirklich herzlich und sympathisch rüber. Erst im Laufe des Films sammelt er ein paar Charisma-Punkte. Die weibliche Hauptrolle, gespielt von Jane Levy, muss schon kämpfen, um ein Profil zu erhalten. Dafür macht sie aber einen ordentlichen Job, immerhin ist sie den Großteil des Films an die Sackkarre mit Duktape fixiert.

Klarer Sieger ist Deadpools Chauffeur Karan Soni. Zwar ist das alles arg stereotypisch, was er da spielt, aber immer noch liebenswert und nett anzuschauen.

Die Geschichte ist durchgeknallt, wild, völlig übertrieben, hat einige echt verrückte Kampfszenen, billige CGI-Effekte (das Budget lag bei 2,5 Mio Dollar) – und somit sehr viel, was einen vergnüglichen Kinoabend garantiert. Also wenn man auf so einen Scheiß steht. Ich habe mich amüsiert. Ich vermute, mit zwei oder mehr Bierchen intus und zwei oder drei Kumpels auf dem Sofa wird der Film richtig lustig.

Gefragt habe ich mich, wieso die Mitarbeiter von Ammotech mit Büroutensilien oder auch den bloßen Fäusten auf ihre Kollegen losgehen? Diese Waffenschmiede müsste doch tonnenweise ... ähh ... Waffen haben? — Die werden bis zum Schluss aufbewahrt.

Zachary Levi (Rapunzel, Thor: Tag der Entscheidung, Blood Fest), den wir demnächst in Shazam! sehen können, spielt einen sadistischen Boss. Im nicht zombiefizierten Zustand erinnert ein wenig an Bill Lumbergh aus Office Space, nur nicht so schleimig. Im Zombie-Modus liebt er seine angespitzten Bleistifte. Nett, aber nicht überragend. Da hilft auch nicht der Pseudo-Exoskelett-Laderoboter aus Aliens.

Office Uprising ist ein Blödelfilm, der mit einer Art von Zombies im Büro spielt. Nette Popcorn-Unterhaltung, aber bestimmt kein Kassenknüller.

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