Filmplakat Aliens
7,5/10

„Ich will nicht schlafen. Ich habe Angst, dass ich träume.“ (Aliens, 1986)


Aliens

Besprechung

Nachdem Ellen Ripley (Sigourney Weaver) den Angriff des Alien als Einzige überlebt hat, kommt sie — im Tiefschlaf — nach 57 Jahren auf der Erde an. Ihre Tochter ist schon alt gestorben. Ripley plagen Albträume von Alien-Angriffen.

Die Weyland-Yutani Corporation ist noch mehr gewachsen, hat für den psychisch angeschlagenen Leutnant jedoch keine rechte Verwendung mehr. Immerhin hat Ripley ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht, das Alien nicht zur Erde gebracht und stattdessen die Nostromo in die Luft gesprengt. Ripley hat Weyland also massig Geld gekostet. So schuftet Ripley nun als eine Art Dock-Arbeiterin.

Doch eines Tages kommt Weyland auf Ripley doch wieder zu. Auf dem Planeten, auf dem einst Ripleys Crew das Alien fand, wurde eine Kolonie errichtet. Diese meldet sich nun nicht mehr. Ripley soll als Begleiterin einen Haufen schießwütiger Marines begleiten, um zu sehen, was dort draußen mit den Kolonisten passiert ist.

Meinung von

Nach dem großen Erfolg von Ridley Scotts erstem Alien-Film, versuchte sich James Cameron an dem Material. In der SciFi-Horror-Fortsetzung wird alles — wie so typisch für einen zweiten Teil — größer und mehr. Nicht ein Alien treibt sein Unwesen, sondern eine ganze Horde. Das Ganze findet nicht in der klaustrophobischen Umgebung eines Raumschiffs statt, dafür in einem großen, von der lebensfeindlichen Umwelt abgeschnittenen Komplex. Also mehr Gänge, mehr Ecken und mehr Verstecke. Im Gegensatz zum ersten Teil hat Aliens auch mehr Licht. Man sieht somit mehr von den Monstern.

Bei der Fortsetzung führte James Cameron Regie. Zwei Jahre zuvor hatte er mit Terminator seinen Durchbruch geschafft, nun durfte er sich an diesem Franchise versuchen. Cameron hat eine bestimmte Handschrift. So schaut der Raumgleiter, mit dem die Mariens und Ripley auf dem Planeten landen, sehr nach dem Terminator-Fluggerät aus. Auch hat Cameron ein Kind auf einem Dreirad in beiden Filmen verwendet. Das müssen Eindrücke gewesen sein, die ihn bewegt haben, weshalb sie wieder auftauchen. Ebenfalls aus dem Terminator-Film wieder verwendet: Michael Biehn als Cpl. Dwayne Hicks. In Aliens spielt er erneut einen Soldaten. Schon wieder ist er "die starke Schulter" für die weibliche Hauptperson.

Die Idee des "wilden Haufens" Marines sollte Cameron viele Jahre später bei seinem Pocahontas-Schlümpfe-Mashup Avatar erneut aus der Schublade kramen. Irgendwie ist Cameron doch ganz schön eingeschränkt, was seine Fantasy anbelangt ...

Dennoch hat der Regisseur auch einige wichtige Elemente zum Alien-Franchise hinzugefügt. Die mütterliche Seite Ripleys wird (vor allem in der erweiterten Fassung des Films) besonders betont. Ripley hatte eine Tochter, konnte sie aber dank ihres Jobs bei Weyland nicht aufwachsen sehen. Stattdessen findet sie in der verlassenen Siedler-Station die kleine Rebecca 'Newt' Jorden (Carrie Henn). Henn hatte übrigens nur diese eine Rolle in ihrer Karriere vor der Kamera. Das nur mal so am Rande.

In Aliens haben wir mehr von den fiesen Außerirdischen zu ertragen. Cameron multipliziert alles. So finden die Marines und Ripley eine Kammer, in der die Aliens alle Bewohner der Station zusammengepfercht haben, um in ihnen zu brüten. Der Film hat an vielen Stellen ein ganz schönes Tempo am Leibe. Wenn die Aliens angreifen und sich die Marines in der Kommando-Zentrale verschanzen, wird viel Adrenalin beim Zuschauer aufgebaut.

Cameron hat neben Biehn auch Lance Henriksen aus seinem Terminator mit rüber genommen. Henriksen spielt den Androiden Bishop. Durch ihre Erfahrungen mit dem Androiden Ash (Ian Holm) aus dem ersten Teil, steht sie Bishop verständlicherweise sehr feindselig gegenüber. Die Figur des Bishop sollte aber in späteren Adaptionen eine weitere Rolle spielen. Man sieht also Hendriksen immer wieder.

Bill Paxton als Private Hudson nervt ungemein. Musste mal gesagt werden. Tierisch nervig! Eine Figur, die man sich gerne hätte sparen können.

Aliens ist eine gute, unterhaltsame Fortsetzung. Düster, aber auch an vielen Stellen stereotyp — so wie Cameron eben ist. Gesehen haben sollte man den Streifen aber auf alle Fälle. Er ist sehr stimmungsvoll. Und wir sehen zum ersten Mal eine Alien-Königin. Mieses Teil ...

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