Filmplakat My Name is Bruce
2/10

„Wenn du das nächste Mal einen uralten Dämon freilässt, dann ruf' die Buffy-Schlampe.“ (My Name is Bruce, 2007)


My Name is Bruce

Besprechung

Im kleinen Hinterwäldler-Städtchen Gold Lick begeht der schüchterne Horrorfan Jeff (Taylor Sharpe) eine große Dummheit. Jeff entfernt unwissend das Siegel an einem eingestürzten Minenschacht. Damit lässt er den Dämon Guan-Di (James J. Peck) frei, der der Rächer der Toten ist. Vor vielen, vielen Jahren stürzte eine Mine ein und begrub mehrere hundert Chinesen. Guan-Di wacht über diese Toten und nun, da er frei ist, rächt er sich an allen Nachkommen derer, die für das Unglück damals verantwortlich waren. Das ist eigentlich jeder in Gold Lick.

Zum Glück weiß Jeff Rat: Er entführt den Schauspieler Bruce Campbell (Bruce Campbell), der in so vielen seiner Lieblingshorrorfilme mitgespielt hat. Campbell weiß doch, wie man mit Dämonen und dem Bösen umgeht. Bruce denkt, das Ganze ist eine nette Art seines Managers Mills Toddner (Ted Raimi) ihm zum Geburtstag zu gratulieren. Endlich mal eine gute Geschichte und damit ein guter Film. Bruce lässt sich darauf ein und spielt mit. Außerdem ist Jeffs Mutter Kelly (Grace Thorsen) auch nicht zu verachten …

Bruce spielt sich als großer Held auf, bis er begreift, dass es in Gold Lick wirklich einen blutrünstigen Dämon gibt, der Menschen enthauptet und aufspießt.

Meinung von

Bruce Campbell ist bekannt aus der Tanz der Teufel-Reihe (u.a. Armee der Finsternis), Bubba Ho-Tep oder seinen Gastauftritten in Spider-Man, Spider-Man 2 und Spider-Man 3. Der B-Movie-Darsteller weiß selber, dass er nicht in die A-Klasse aufsteigen wird, fühlt sich dort, wo er ist wohl. So scheint es. In My Name is Bruce hat er sich im Grunde auch damit abgefunden, ist aber von seinem Leben, seinen Fans und den schlechten Filmen extrem angepisst. Er trinkt viel, ist geschieden und hat auch keine Freunde.

Ist Bruce Campbell ein B-Movie-Darsteller, dann ist My Name is Bruce ein F-Movie. Mann, ist der Streifen übel. Es gibt die üblichen, billigen abgetrennten Köpfe oder Hände, ein wenig Blutfontäne, keine echten Witze, schlechte Dialoge, schlechte Schauspieler. Ich war mir nicht sicher, ob das wirklich alles so schlecht ist oder ob man sich bewusst auf dieses Niveau herabgelassen hat, um das B-Movie-Horror-Genre und Bruce Campbell auf die Schippe zu nehmen. Wenn Letzteres der Fall ist, dann hat Hauptdarsteller und Regisseur Bruce Campbell sehr viel Selbstvertrauen und einen sehr ausgefallenen Sinn für Humor. Wie gesagt: So richtig lustig oder spannend oder gruselig ist der Film nicht. Er ist nur mies. Man muss echt absolut eingefleischter Campbell-Fan sein, um den Film irgendwie gut zu finden. Oder man ist sturzbesoffen. Oder beides.

Einzige nette Szene, das ist Slapstick pur, ist, wenn Bruce realisiert, dass Guan-Di real ist, die Beine in die Hand nimmt und wegläuft. Eben war er noch ganz vorne an der Spitze des Mobs, nun läuft er weg und schießt wild um sich, wobei er Bewohner aus Gold Lick abknallt. Hier habe ich mich amüsiert – sonst nicht. Ich sah den Film und die DVD wurde aussortiert ...

Ted Raimi, Bruder von Regisseur Sam Raimi, der wiederum Bruce Campbell zu dem gemacht hat, was er heute ist, taucht in gleich drei Rollen auf. Gewöhnungsbedürftig – um es nett auszudrücken. Das unterstreicht den F-Movie-Charakter noch einmal.

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