Filmplakat Bubba Ho-Tep
4,5/10

„So endet man also als Toilettenwasserdekoration ...“ (Bubba Ho-Tep, 2002)


Bubba Ho-Tep

Besprechung

Irgendwo im Osten Texas, das Kaff nennt sich Mud Creek, steht ein Altersheim. Wie es so ist mit Altersheimen, sterben hier auch regelmäßig Leute. Doch seit einiger Zeit häufen sich die Toten.

Elvis Presley (Bruce Campbell), ja, der King höchstpersönlich, lebt in diesem Loch. Vor vielen Jahren hat er mit einem Elvis-Imitator die Rollen getauscht. Bei einem Auftritt hat er sich die Hüfte angeknackst und da der Imitator – wie das Original auch – ein Drogenproblem hatte und die Geschichte ein schlimmes Ende nahm, ist Elvis nun als Sebastian Haff in dem Heim eingecheckt.

Eines Abends kommt sein Kumpel Jack (Ossie Davis), der sich für den ermordeten J.F. Kennedy hält – auch wenn er selber ein Schwarzer ist -, zu Elvis und erzählt ihm, dass im Heim eine Mumie umgeht, die den Bewohnern die Seelen aussaugt. Nach einigem Hin und Her machen sich die beiden alten Männer – der eine im Rollstuhl, der andere mit einer Gehhilfe – auf, um den halbvermoderten Ägypter endgültig zur Ruhe zu betten.

Meinung von

Eine Sache darf man von Bubba Ho-Tep nicht erwarten: das ist Tempo. Wie soll das auch aufkommen, wenn die Hauptperson sich mit einer Gehhilfe durch den Film schleppt? Sofern er nicht im Bett liegt. Was er nämlich vor allem am Anfang des Films hauptsächlich macht. Viel Spannung kommt da nicht auf.

Im Endeffekt lebt der Film eh nur von der schrägen Idee und vom ehemals scheinenden Stern Bruce Campbell. Der macht seinen Job übrigens ziemlich gut. Man hat ihm ein paar Falten aufs Gesicht gemacht, so dass er wie ein alter Elvis aussieht (interessanterweise erinnert das ans Makeup von Boris Karloff Die Mumie) und von dort mimt er den ehemaligen Rock-Star durchaus überzeugend. All die Wehwehchen, die man im Alter bekommt, die Kurzatmigkeit und das volle Paket - Campbell spielt es gut.

Das Altern ist eh ein wichtiges Thema in Bubba Ho-Tep. Elvis liegt da in seinem Bett, der Ruhm ist fort, er bedauert, dass er seiner Tochter nicht gesagt hat, dass er sie liebt. Immer wieder gibt es Aussetzer. Das Leben im Bett rauscht in abgehakten Momentaufnahmen an ihm vorbei. Er hat seit Jahren kein Leben mir in seinem kleinen Elvis, dafür hat der seit einiger Zeit eine Geschwulst, die nicht weggehen will. Die Hüfte ist im Arsch und dass er der King of Rock’n’Roll ist, nimmt ihm eh keiner ab. Aus was besteht dann noch so ein Leben? Eigentlich nur aufs Warten auf die Mahlzeiten und der Frage, ob man auch noch Stuhl hat. Schön ist das mit dem Altern nicht … Das wird deutlich.

Davon abgesehen hat der Film nicht viel zu bieten. Wahrscheinlich wurden deshalb noch ein paar vulgäre Aussprüche alter Herren oben draufgelegt. Die Kurzgeschichte von Joe R. Lansdale gibt eben nicht so viel her, als dass man daraus einen 92-Minuten-Film hätte draus machen können, der „es bringt“. Campbell selber erklärt auch im Vorwort zum Film, dass man nur gerade mal zehn Kinos hat dazu überreden können, den Streifen vorzuführen. Magere Ausbeute.

Bleibt die Frage, warum die Mumie in Cowboystiefeln über die Linoleum-Fußböden des Altersheims schlurft?

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