Filmplakat Free Fire
4/10

„Ich bin nicht tot. Ich sammle mich nur.“ (Free Fire, 2016)


Free Fire

Besprechung

Bosten, Ende der 1970er. Vor einer alten Fabrik, in einem schmuddeligen Viertel, treffen sich zwei Gruppen um einen Waffenhandel über die Bühne gehen zu lassen. Käufer ist der Ire Chris (Cillian Murphy), der mit seinem Vertrauten Frank (Michael Smiley) über den Teich gekommen ist, um M-16-Gewehre zu kaufen. Als Handlanger sind Stevo (Sam Riley) und Bernie (Enzo Cilenti) dabei. Den Kontakt hat Justine (Brie Larson) hergestellt.

Auf der anderen Seite haben wir den aus Südafrika stammenden Vernon (Sharlto Copley), der einst als Wunderkind bezeichnet wurde, unterm Strich aber einfach nur ein übergroßes Ego hat. Vernon hat ebenfalls eine Hand voll Mitarbeiter dabei; darunter auch den Fahrer Harry (Jack Reynor). Auf Vernons Seite hat den Deal Ord (Armie Hammer) eingefädelt.

Der Deal läuft sehr holperig an. Die beiden Parteien sind sich nicht unbedingt freundlich gesonnen. Dann werden auch noch die falschen Waffen geliefert. Als schließlich Harry Stevo erblickt, geht die Sauerei richtig los. Stevo hatte am Vorabend in einer Kneipe eine hässliche Auseinandersetzung mit Harry gehabt. Der erste Schuss fällt – ab da schießt jeder auf jeden. Außerdem sind da noch plötzlich Schützen, die irgendwie zu keiner Partei dazugehören scheinen. Chaos pur.

Meinung von

Der Trailer verhieß Gutes. Tatsächlich fängt Free Fire auch gut an. Flotte Sprüche, skurrile Situationen und Typen. Genau mein Geschmack. Allerdings spielen etwa 80 bis noch mehr Prozent im Dreck einer stillgelegten Fabrik. Die Protagonisten schießen alle wild aufeinander. Jeder kauert hinter irgendeiner kaputten Säule oder sonst etwas, was Schutz bietet.

Schnell fängt sich gefühlt jeder eine Kugel ins Bein ein. An Laufen ist nicht mehr zu denken. So kriecht jeder von Schutzzone zu Schutzzone, ballert wild um sich und flucht dabei wild. Treffen tut übrigens kaum einer. Dafür, dass wir hier Waffendealer und Waffenkäufer haben, können die alle echt schlecht zielen.

Was eigentlich hätte lustig sein können, ist schnell fade und langweilig. Ein Film benötigt schon noch Dialoge. Die fehlen jedoch auf weiten Strecken. Oft wird ein Schuss abgegeben, es folgt ein Schnitt, jemand anderes schießt, Schnitt und so weiter. Man weiß manchmal gar nicht wer da gerade auf wen schießt. Da helfen auch keine flotten Sprüche mehr, um den Film zu retten.

Hat man etwas Blut im Alkohol (kein Vertipper), so wie die beiden Typen neben uns anscheinend, dann kann man sich wohl herzlich über jeden gefallenen Schuss amüsieren. Nüchtern betrachtet ist Free Fire schnell ermüdend und man stellt sich zwischendurch schon mal die Einkaufsliste für den nächsten Tag im Kopf zusammen. Was schade ist. Immerhin sind gute Leute an Bord. Komik-Hauptpunkt ist Sam Riley als vollblöder, ständig unter Drogen stehender Stevo. Aber auch Armie Hammer ist in seiner Rolle als cooler Vermittler und Berater von Vernon mit einer dankbaren Rolle besetzt. Bei Sharlto Copley musste ich ständig überlegen, woher ich den bloß kenne. Mr. Copley stammt tatsächlich aus Südafrika, wie seine Figur auch. Kennen kann man ihn aus Chappie, Europa Report oder District 9.

Ich weiß noch nicht einmal, ob ich mir den auf DVD antun würde, den Film … MJ Thorsten meinte beim Rausgehen, der Film habe ihn an Smokin' Aces erinnert. Mit etwas Abstand betrachtet – stimme ich zu. Den fand ich auch schwach.

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