Filmplakat Smokin’ Aces
4/10

„Deo verursacht Alzheimer.“ (Smokin’ Aces, 2006)


Smokin’ Aces

Besprechung

Buddy Israel (Jeremy Piven), von Freund wie Feind gern Aces genannt, ist ein erfolgreicher Entertainer in Las Vegas. In der Welthauptstadt der Spieler ist es immer ein schmaler Grat zwischen Recht und Unrecht und so freundet sich Buddy schnell mit der örtlichen Mafia, in Person des Paten Primo Sparazza (Joseph Ruskin), an. Erst einmal auf den kriminellen Geschmack gekommen, versucht Buddy nun selbst das große Rad zu drehen und gibt diverse Überfälle und Morde in Auftrag. Als das FBI ihm auf die Schliche kommt, hat er nur noch eine Chance: Er muss als Kronzeuge gegen die Mafia herhalten, um seinen Kopf zu retten.

Nun startet ein Wettlauf um den Kopf, nein das Herz von Buddy Isreal. Denn der Pate möchte genau dies als Beweis des Todes. Und so versuchen u.a. die Killerschlampen (Davenia McFadden und Alicia Keys), die Nazi-Tremors (Chris Pine, Kevin Durand und Maury Sterling) und ein Trupp Kautionsjäger um Jack Dupree (Ben Affleck) den FBI-Agents Carruthers (Ray Liotta) und Richard Messner (Ryan Reynolds) zuvor zu kommen. Es wird blutig — auch als der stellvertretende FBI-Direktor (Andy Garcia) auf der Bildfläche erscheint.

Meinung von

Ich mag Quentin Tarantino. Ich mag Pulp Fiction, noch viel mehr mag ich aber From Dusk Till Dawn und Kill Bill (beide Teile). Warum ich das schreibe? Nun, Smokin' Aces versucht in dem selben Gewässer zu fischen — und kann es einfach nicht. Da wird zu Beginn erst mal eine halbe Stunde lang jeder Charakter vorgestellt, gelabert was das Zeug hält und der geneigte Zuschauer verfällt allmählich in einen Dämmerschlaf.

Mit allerlei Geräusch und Blut wird es dann gewalttätig und ernst und schnell wird die Lage unübersichtlich und auch spannend. Doch dann — was soll das? Da werden zum einen Charaktere, die zuvor langatmig aufgebaut werden, lieblos und fast gelangweilt entsorgt, zum anderen ist die "Auflösung" derartig absurd an den Haaren herbeigezogen, dass es mich wütend macht. Und so war auch mein erster Kommentar als die Lichter wieder angingen: So ein Mist!. Nils fand das Ende hingegen zumindest OK. Naja, aber da wären wir wieder bei Quentin Tarantino - den mag Nils nämlich nicht. Ich hätte mir schwarzen Humor a la Tarantino gewünscht, mit Augenzwinkern und Ironie - nicht so eine wilde, absolut humorfreie Ballerei.

Zum Schluss aber noch, was war gut? Auf Platz 1 die "Fernwaffe" der Killerschlampen, die unbedingt eine eigene Nennung im Titel verdient hätte, auf Platz 2 die Szene auf dem Parkplatz (gegen Ende des Films) und schließlich auf Platz 3 die Tremor-Brüder, die mich wirklich ... fasziniert haben. Für einen Kinobesuch reicht das aber nicht.

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