Filmplakat Dead in a Week: Or Your Money Back
8/10

„Killing people gives me a reason to live.“ (Dead in a Week: Or Your Money Back, 2018)


Dead in a Week: Or Your Money Back

Besprechung

William (Aneurin Barnard) ist Rettungsschwimmer und Autor. Beides macht er mit sehr wenig Erfolg. Deshalb hat er sich auch schon siebenmal versucht umzubringen. Auch sein letzter Versuch (Sprung von Brücke) verlief voll daneben. Und dann war vor dem Sprung auch noch so ein nerviger Typ auf der Brücke. Der hat voll die Stimmung kaputt gemacht. Aber er hat William vorher noch seine Karte in die Hand gedrückt.

Das mit dem Schreiben will nicht hinhauen, das mit dem Selbstmord auch nicht. Da fällt William die Karte von Leslie O’Neil (Tom Wilkinson) ein. Der macht was? Auftragsmorde? Man trifft sich, wird sich einig, macht einen Vertrag. William ist dann in einer Woche tot. Wenn nicht, gibt es das Geld zurück.

William wartet auf seinen Tod. Da ruft Ellie (Freya Mavor) an. Ellie ist von einem Verlag. Sie wollen sein Buch verlegen. Uuhh, das passt jetzt aber gar nicht…

Meinung von

Die Briten – auch wenn sie saublöd sind und aus der EU austreten wollen – sie haben den besten Humor. Der Film kann nur von der Insel kommen. Schwarzer Humor vom Besten. Das Thema Selbstmord wird hier so herrlich ironisch behandelt. William ist von Anfang an sympathisch. Wieso will der sich das Leben nehmen? Wir lernen, dass er Autor ist und das nicht klappen will. Depression galore ist angesagt. Aber irgendwie haut das nie hin. Er gibt sich wirklich Mühe.

Leslie auf der anderen Seite ist ein absoluter Profi. Er macht das mit dem Leute umbringen schon seit vielen, vielen Jahren. Vielleicht macht er es schon zu lange. Er ist organisiert in einer Gilde und hier muss jeder sein Soll erfüllen. Leslie bekommt aber nicht mehr so viele Aufträge an Land, weshalb er sich nun schon auf Brücken herumtreibt um Selbstmörder anzusprechen. Erbärmlich. Aber Leslie kann und will nichts anderes machen. Seine Frau Penny (Marion Bailey) sagt zwar, Leslie müsste endlich in Rente gehen, aber was soll er dann machen? Sein Leben besteht doch nur aus dem Töten. Wir bekommen echtes Mitleid mit diesem Mann.

Tatsächlich ist das ein ernstes Thema – wie Selbstmord auch –, wenn Menschen nach jahrelanger Arbeit in Rente gehen sollen und nicht wissen, was dann aus ihnen wird. Arbeit ist für viele Menschen der einzige Lebensinhalt. Nimmt man ihnen den weg, fallen sie in ein tiefes Loch. Zwei schwierige Probleme werden mit einer absoluten Leichtigkeit behandelt. Das will gekonnt sein. Autor und Regisseur Tom Edmunds hat das wunderbar zusammengeschrieben und umgesetzt.

Ein wichtiger Faktor sind natürlich die Schauspieler. Tom Wilkinson ist ein alter Hase (z.B. Shakespeare in Love, Ernst sein ist alles, Batman Begins, Die Lincoln Verschwörung, Grand Budapest Hotel). Er verleiht dem gealterten Hitman viel Wärme. Er ist aber nicht alleine. Seine Frau unterstützt ihn, wo sie nur kann. So eine Frau braucht jeder Mann. Als sein Boss Harvey (Christopher Eccleston) auf ihn zukommt und ihm den Ruhestand nahelegt, bleibt Leslie stur. Er kann einfach nicht eingeben.

Aneurin Barnard ist noch recht frisch im Geschäft (Dunkirk), bzw. er ist mir bisher noch nie bewusst untergekommen. Sein William ist traurig. Man fühlt mit ihm mit. Als Ellie dann auftaucht, ist klar worauf es hinausläuft. Er ein Typ, sie ein Mädel – was soll dabei schon herauskommen? Man braucht einfach nur einen Grund zum Leben. Den hatte William bis dahin noch nicht.

Dead in a Week: Or Your Money Back ist eine schöne, schwarze Komödie. Ich habe mich sehr gut amüsiert und kann den Streifen nur empfehlen. Auch sehenswert ist das wohl kurioseste Mexican Standoff, das ich je gesehen habe. Leslie am einen Ende des Tisches, Harvey am anderen und beide bedrohen sich unterm Tisch. Köstlich.

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