Besprechung
Chrys Willet (Dafne Keen) ist die Neue an der Pellington High. Nachdem ihr Vater gestorben ist, ist sie bei ihrem Cousin Rel (Sky Yang) eingezogen. Gleich am ersten Tag findet Chrys in ihrem Schulschrank eine mysteriöse, alte Pfeife. Ebenfalls am ersten Tag trifft sie die junge Mitschülerin Ellie Gains (Sophie Nélisse), die sie recht attraktiv findet. Außerdem ist da noch eine Clique von Jungs, die Gerüchte über Chrys gehört haben und sie damit aufziehen will. Chrys ist nicht auf den Kopf gefallen, lässt sich nicht einschüchtern und tritt dem Anführer Dean Jackson (Jhaleil Swaby) beherzt zwischen die Beine.
Das fängt gut an. Chrys, Rel, Ellie, Dean und dessen Freundin Grace Browning (Ali Skovbye) müssen nachsitzen. Aufsicht hat Mr. Craven (Nick Frost), der von Geschichte einiges versteht. Die seltsame Pfeife stammt wohl von den Mayas, vielleicht auch einem anderen zentralamerikanischen Stamm. Die Inschrift faselt etwas davon, dass man die Toten damit anrufen könne. Ja, ne … is‘ klar.
Mr. Craven gibt dem Quintett eine Hausaufgabe auf. Also treffen sich die fünf doch sehr unterschiedlichen Schüler bei Grace. Die macht das, was man, wäre man in einem Horrorfilm, niemals machen sollte: Sie pfeift auf der Pfeife herum. Später stellt sich heraus, die Pfeife ruft nicht die Toten herbei, sondern den eigenen Tod.
Meinung von Nils
Mein zweiter und letzter Film bei den Fantasy Filmfest Nights. Im Vorfeld gab es noch einen kleinen Videogruss von Regisseur Corin Hardy. Im Grunde stimmte er uns schon auf den Film dahingehend ein, dass wir nicht "die absolute Neuheit" erwarten dürften. Für ihn sind Filme dazu da, dem Alltag zu entfliehen. Angesichts all der Scheiße, die derzeit um uns herum passiert, brauchen wir Geschichten, in die wir eintauchen und die Realität vergessen können. Weise Worte.
Hardy meinte, er sei inspiriert gewesen von u.a. The Breakfast Club, A Nightmare on Elm Street, Final Destination und der Blob. Tatsächlich sehen wir viele der Vorlagenmotive in seinem Film wieder. Am ehesten natürlich noch Final Destination, wo es darum geht, dass man dem Tod nicht entkommen kann. Er wird einen holen kommen. In Whistle ist der Tod kein abstraktes Monster, sondern der eigene Freund Hein. Der Film geht davon aus, dass es einen kosmischen Leitfaden gibt. Steht dort, dass Deine Zeit mit 40 Jahren zu Ende ist, dann ist das so. Mit 90? Kann es auch geben. Die Pfeife, die wir in Whistle vor uns haben, ruft Dein Ich, das zum Todeszeitpunkt vorhanden wäre, in die Gegenwart.
Grace, die als erste dran glauben muss, wäre eine alte Frau geworden. Also wird sie von einer solchen (sich selbst) heimgesucht. Die folgenden zwei Tode sind sehr ordentlich gemacht, was die Tricktechnik anbelangt. Wer es ein wenig gore-ig mag, wird hier bedient.
Der Streifen ist wahrlich nichts Neues, aber doch nett umgesetzt. Am Ende fließt sogar noch ein wenig Flatliners mit rein.
Whistle ist ein "harmloser" Artefakt-Horrorstreifen, der gut umgesetzt ist. Horror-Fans werden auf ihre Kosten kommen, weil es so viele Anspielungen auf andere Filme gibt. Zwar nicht so viele wie in The Cabin in the Woods, aber doch schon einige.
Hat es der 100 Minuten lange Streifen geschafft und uns vom Alltag "da draußen" abgelenkt? Ja, das hat er. Danke dafür, Mr. Hardy.