Filmplakat Nightmare – Mörderische Träume
7/10

„Oh Gott, ich seh' heute wieder aus wie 20.“ (Nightmare – Mörderische Träume, 1984)


Nightmare – Mörderische Träume

Besprechung

Tina (Amanda Wyss) und Nancy (Heather Langenkamp) haben aus unerklärlichen Gründen den selben Albtraum. Tina hat solche Angst, dass sie Nancy und ihren Freund Glen (Johnny Depp) bittet bei ihr zu übernachten, als Tinas Mutter weg ist. Später am Abend gesellt sich noch Rod (Jsu Garcia) dazu, der später auch mit Tina ins Bett geht. Als Tina einschläft, träumt sie wieder. Sie wird verfolgt von einem schaurig entstellten Mann mit Messern als Klauen. Tina wird von diesem Mann im Traum brutal getötet. Rod muss hilflos und vor Angst gelähmt zuschauen.

Für Lt. Thompson (John Saxon), Nancys Vater, ist der Fall klar. Rod hat Tina umgebracht. Nancy glaubt an Rods Unschuld. In der Folgezeit wird auch Nancy von dem grausamen Mann im Traum verfolgt. Von da an will sie nicht mehr schlafen. Nancy stellt dann schmerzhaft fest, dass es eine Verbindung zwischen der Wach- und der Traumwelt gibt. In einer Schlafklinik schafft sie es sogar, dem Angreifer den Hut zu entreißen und in die Wachwelt zurückzubringen.

Nancys Mutter (Ronee Blakley), die sich immerzu in den Alkohol flüchtet, will es nicht glauben: der Hut stammt von einem Fred Krueger (Robert Englund), der ein Kindermörder war. Der ist aber tot – sie muss es wissen … Nancy schmiedet einen Plan dem Angreifer das Handwerk zu legen.

Meinung von

Wes Craven hatte vor diesem Werk einige Filme gedreht gehabt, die auch Beachtung gefunden haben. Aber mit Nightmare – Mörderische Träume hat er seine Karriere als Horrorfilm-Regisseur richtig angekurbelt. Die Idee hatte er, nachdem er Zeitungsartikel über Menschen las, die aufgrund ihrer traumatischen Erfahrungen im Schlaf vor Angst gestorben sein sollen. Er schrieb die Geschichte, doch niemand wollte den Stoff finanzieren. Die finale Finanzierung war mit vielen Hürden verbunden.

Craven beschäftigte sich für diesen Film intensiv mit Urängsten in verschiedenen Kulturen. Das Wissen mischte er mit in seine Geschichte. So ist der Messerhandschuh von Freddy Krueger daraus geboren, weil viele Menschen Angst vor Klauen haben – außerdem sah er seine Katze ihre Krallen präsentieren.

Von den Schauspielern war niemand bekannt, was ein Problem war. Zum Glück konnte Craven noch John Saxon einstellen, der einen gewissen Bekanntheitsgrad damals hatte. Und Johnny Depp? Der hatte vor Nightmare – Mörderische Träume noch nie vor einer Kamera gestanden. Craven hatte auch völlig andere Schauspieler im Auge, die aber teils nicht konnten, nicht wollten oder zu teuer waren. Depp wurde im Endeffekt auch nur eingestellt, weil Cravens Tochter meinte, der Typ so so süß.

Nightmare – Mörderische Träume ist tatsächlich ziemlich blutig. Wobei doch einige der gezeigten Dinge, so wirkt es, nur da sind, um zu schocken. Die bringen die Geschichte nicht voran und wirken wie platziert. Einfach nur damit Craven noch eine gruselige Idee präsentieren konnte. "Aufgesetzt" ist das richtige Wort.

Es fließt viel Blut, wer das nicht mag, sollte sich den Film nicht anschauen. Dabei ist die Haupthorrorfigur Freddy Krueger gar nicht so lange auf der Leinwand zu sehen. Das Blut fließt auch eher in der Wachwelt, Freddy mordet aber im Schlummerland. Das macht übrigens den Horror so gemein. Schlafen müssen wir alle. Es wird im Film auch dezent darauf hingewiesen, dass wer nicht schläft, verrückt wird. Ein Entkommen ist nicht möglich.

Für einen Teenie-Horrorstreifen aus den 1980ern hatte ich nicht so viel Gewalt erwartet. Nancy gibt ihrem Vater die Anweisung, ihr in zehn Minuten zur Hilfe zu kommen. Nancy schafft es sogar, Krueger in die Wachwelt zu holen, wo sie ihn ausschalten will. Großer Kampf, Terror und hast Du nicht gesehen im Haus der Thompsons, aber denk mal nicht, dass irgendwer – trotz Rufen – Nancy zur Hilfe kommt. Das ist schon ziemlich dämlich und billig umgesetzt. Der FIlm holpert an einigen Stellen etwas, was seinem Erfolg allerdings nicht geschadet hat.

Das Ende von Nightmare – Mörderische Träume sollte eigentlich ein Happy End werden. Aber Produzent, Geldgeber und Inhaber von New Line Cinema, Robert Shaye, wollte ein völlig anders Ende, in dem der Zuschauer im Unklaren gelassen wird, ob Nancy nach dem Erfolg über Krueger wirklich wach ist oder nicht. Ich sah den Schluss und fand ihn verwirrend sowie unbefriedigend. Shaye wollte sich aber damit die Hintertür offen halten für potenzielle Fortsetzungen. Die sollte es auch geben, massenhaft, aber ohne das Wissen ist das einfach nur ein blödes Ende. Naja. Vielleicht ergeht das auch nur mir so …

Der Film hat es auf alle Fälle geschafft zum einen die Karriere von Wes Craven in Schwung zu bringen und er schuf auch einige Ikonen: Freddy Krueger an sich mit Hut und grün-rotem Pulli, aber auch das Bild seiner Klaue, die in Nancys Badewanne zwischen ihren Beinen erscheint.

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