Filmplakat Suicide Squad
3/10

„Ich bin niemand, der geliebt wird.“ (Suicide Squad, 2016)


Suicide Squad

Besprechung

Superman ist tot. Wer rettet nun die Welt? Eine geheime Regierungseinrichtung unter der Leitung von Amanda Waller (Viola Davis) hat die Lösung. Waller rekrutiert die miesesten Metawesen, um sie in einer „Suicide Quad“, einer Selbstmord-Einheit zu formieren. Wenn da einer draufgeht, ist das auch nicht so schlimm.

Unter der Aufsicht von Rick Flag (Joel Kinnaman) kommen so lustige Gesellen wie der Meisterschütze Deadshot (Will Smith), der trinkende Captain Bommerang (Jai Courtney), der reptilienhafte Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje) oder der Flammen produzierende Diablo (Jay Hernandez) zusammen. Abgerundet wird das durch die völlig irre Harley Quinn (Margot Robbie), die verschmähte Freundin vom Joker (Jared Leto).

Jedes Mitglied dieser Einheit hat einen Minisprengsatz im Genick, falls einer mal Scheiße bauen sollte. Ihr erster Auftrag lautet – mehr oder weniger – die Apokalypse abzuwenden und ein wichtiges „Paket“ zu bergen. Die Apokalypse wird von der dunklen Hexe Enchantress (Cara Delevingne) heraufbeschworen.

Meinung von

Suicide Quad ist ein grandioses Beispiel dafür, wie man einen Monsterflop produzieren kann. DC-Comics hat sich bisher immer schwer getan, seine Filme sauber aufzuziehen. Bevor Marvel die Avengers losschickte, haben sie Solo-Filme wie Iron Man oder Thor gezeigt. Suicide Quad klatscht einen großen Haufen Figuren auf einmal auf die Leinwand. So kann man sich nicht wirklich auf eine Figur konzentrieren. Zu viele Eindrücke prasseln auf einmal auf den Zuschauer ein.

Aber davon abgesehen, hat Autor und Regisseur David Ayer auch zu viele Änderungen zum Comic vorgenommen. Dass ein Deadshot auf einmal ein Farbiger ist ... okay. Aber seine Harley Quinn ist einfach nur peinlich. Noch peinlicher sein schrecklicher Joker. Heath Ledger hat den Joker in The Dark Knight großartig gespielt. Er hat dafür posthum einen Oscar bekommen. Jared Letos Joker ist über und über mit Tattoos verunstaltet, hat einen "Grill" in der Fresse – also eine Metallspange und sieht einfach nur kacke aus. Mein Gott, der Joker ist der beste Bösewicht der Comicgeschichte und den verbocken sie so famos!? Was zum Teufel soll diese verschissene Tätowierung "Damaged" mitten auf der Stirn? Peinlich.

Ledger hat Batman die Show gestohlen und man wollte mehr von ihm sehen. Bei Letos Joker möchte ich nur schnell vorspulen und ihn schnellstens vergessen.

Wenn Ayer nicht gerade alles und jeden mit Tattoos verunstaltet, dann setzt er wie blöde auf CGI. Mal abgesehen davon, dass ich Cara Delevingne absolut schrecklich finde und sie die fiesesten Augen und Augenbrauen von Hollywood hat – ihre Entchantress ist ein einziges CGI-Monster. Wenn sie am Ende ihre Weltvernichtungsmaschine beschwört und da ... rumtanzt, dann ist das nur zum den Kopf schütteln.

Die einzigen Figuren, die halbwegs gut sind, sind die Nebenfiguren wie Diablo – den ich noch als beste Figur ansehe. Sein Charakter hat kurz und knackig eine gute Hintergrundgeschichte und wird von Hernandez gut gespielt. Er hat Tätowierungen, die sich verselbstständigen können – in Form von Flammen. Dabei will er diese Kraft gar nicht einsetzen, weil er damit Leuten schaden kann. Außerdem hat mir Katana (Karen Fukuhara) gefallen. Ihre Figur ist ebenfalls gesprochen. Ihr Mann wurde umgebracht und seine Seele lebt in ihrem Samurai-Schwert. Zudem ist ihr Kostüm nicht so blamabel wie die von ihren Kollegen.

Ich habe die Comics damals, als sie mit 52 einen Reboot hingelegt haben, echt gerne gelesen. Wir haben hier Antihelden erster Güte vor uns. Alle haben etwas auf dem Kerbholz, mal mehr, mal weniger. Aber als Teil der Suicide Quad werden sie alle verheizt. Jeder ist entbehrlich.

Davis Ayers gesamter Film ist entbehrlich und hätte so niemals umgesetzt werden dürfen. Der Film ist so mies – ich sah den im Heimkino und zwei Tage später wusste ich nur noch, dass ich eine Kritik schreiben musste, aber nicht für welchen Film. Ich hatte nach zwei Tagen den Streifen schon wieder aus meinem Kopf gelöscht. Das soll einiges heißen!

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