Filmplakat The Dark Knight
10/10

„Für die bist du nur ein Freak — wie ich.“ (The Dark Knight, 2008)


The Dark Knight

Besprechung

Batman (Christian Bale) macht weiterhin Jagd auf die Mafia in Gotham City. Die Gangster sind nicht so erfreut über den Mitternachtsdetektiv. Sie sind aber auch nicht happy über den Joker (Heath Ledger), einem Mann, der sich hinter Schminke versteckt und gerade eine Mafia-Bank ausgeraubt hat.

Der Joker ist gefährlich. Anders kann man es nicht nennen. Und verrückt. So stolziert er in eine Versammlung von Mafioso rein, nur um den Leuten ein Angebot zu machen: er will Batman töten. Gegen Geld natürlich.

Batman konzentriert sich zunächst auf die Mafia, nicht auf einen einzelnen Mann wie den Joker. Ein Fehler, wie sich später herausstellen wird.

Batman (und sein Alter Ego Bruce Wayne) lenkt seine Gedanken derweil auf Gothams neuen Staatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart). Kann dieser Mann, der nicht korrupt zu sein scheint, Gotham eher retten als der Vigilant? Hier bahnt sich für Batman und somit auch für Wayne eine Chance an. Wenn Dent Gotham säubert, kann Wayne vielleicht wieder mit Rachel (Maggie Gyllenhaal) zusammenkommen? Auch wenn sie derzeit mit Dent liiert ist.

Der Joker bleibt nicht untätig und stiftet Chaos. Etwas, das er gut kann. Er will die wahre Identität Batmas erfahren. Wenn der sich nicht zu erkennen gibt, tötet der Joker kontinuierlich Menschen. Überhaupt läuft der “Clownprinz des Verbrechens” durch Gotham und wird immer gefährlicher. Batman kommt kaum noch gegen den Wahnsinn an. Da macht der Mann mit dem ewigen Grinsen etwas, das Batmans und Dents Welt erschüttert …

Meinung von

Ich liebe diesen Film. Einer der besten Filme überhaupt! Er ist von der ersten bis zur letzten Minute spannend und zerrt an den Nerven. Ich habe mich dabei ertappt, dass ich irgendwann beim ersten Mal anschauen (im Cinemaxx mit Moviejunkie Thorsten) dachte, der Film sei aber lang. Ist er auch, aber nicht zu lang. Es kommt einem nur so vor, weil Regisseur Nolan die Zuschauer auf Hochtouren durch die Geschichte treibt. Längen sind keine vorhanden.

Ganz herausragend ist die schauspielerische Leistung von Heath Ledger in seiner letzten (großen) Rolle. Zu recht hat er für seine Darstellung posthum einen Oscar erhalten. Mann, der Typ ist brutal, gefährlich, verrückt, wahnsinnig, genial und unberechenbar. Ledger geht in der Rolle auf — und anscheinend ist er damit auch untergegangen. Leider. Er verkörpert einen Charakter, den man möglichst weit, weit von sich entfernt wissen möchte, so unheimlich ist er. Ich verneige mich vor der Darstellung.

Christian Bale, der im ersten Film - Batman Begins - mehr "Präsenz" hatte tritt in The Dark Knight ein wenig in den Schatten von Ledger. Er ist gut, gerade im Original sollte man ihn sich wegen seiner bedrohlichen Stimme geben, aber Ledger fesselt einen mehr.

Christopher Nolan zeigt uns eine extrem komplexe Geschichte mit drei Männern: Batman als dunklen Rächer, der nach einem Kodex handelt — aber außerhalb des Gesetzes. Auf der anderen Seite den Joker, der abgrundtief dunkel und verdorben ist, der ein Gehirn hat, das man nicht erfassen kann, so verrückt ist es. Und dazwischen Harvey Dent, der "Weiße Ritter", der Gotham mit allen Mitteln des Rechts säubern will und durch den Verlust eines geliebten Menschen in die Welt vom Joker rutscht. Doch Batman kann Dent nicht fallen lassen. Dent muss ein Symbol bleiben, und wenn Batman dafür auch selber ein riesiges Opfer aufbringen muss.

Eine der besten, dichtesten, spannendsten und zugleich liebevollsten Comic-Verfilmungen, die ich kenne. Ein Film, den ich mir schon unzählige Male angeschaut habe und dennoch jedes Mal eine Gänsehaut bekomme.

Einen großen Verdienst daran hat unter anderem die Musik von James Newton Howard und Hans Zimmer. Batmans Musik-Thema ist kraftvoll, vorantreibend. Während Jokers Thema wie eine gaaaanz langsame Wurzelextraktion ohne Betäubung sich von hinten ins Rückenmark bohrt, um von dort seinen Schauer zu verbreiten. Muss man gesehen haben, muss man gefühlt haben den Film!

Übrigens: Nolan hat eine weise Entscheidung getroffen, als er die Rolle der Rachel diesmal nicht mit der nervigen Katie Holmes besetzt hat, sondern dafür Maggie Gyllenhaal zum Einsatz gebracht hat. Sehr gut. Die Holmes war in Batman Begins ein Negativpunkt. Ist ihm wohl auch aufgefallen ...

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