Filmplakat Shazam!

7,5/10

"Wenn ein Superheld nicht seine Familie retten kann, taugt er nicht viel als Held." — Shazam!, 2019

Shazam!

Besprechung

Seit vielen Jahren ist Billy Batson (Asher Angel) auf der Suche nach seiner Mutter (Caroline Palmer). Die Behörden stecken ihn immer wieder in Pflegefamilien. Billy ist ge­wieft und bekommt auf diverse Art und Weise Informationen, die ihm den Weg zu seiner Mutter weisen sollen. Als er in Philadelphia ein Ding dreht, wird er wieder eingesackt und man steckt ihn zu Rosa (Marta Milans) und Victor Vasquez (Cooper Andrews). Die beiden sind früher selber oft ausgerissen und verstehen Billy. Der ist nicht der einzige Gast in dieser Familie. Da sind Freddy Freeman (Jack Dylan Gazer), Computer-Nerd Eugene Choi (Ian Chen), die anhängliche Darla Dudley (Faithe Herman), der schweigsame Pedro Peña (Jovan Armand) und Mary Blomfield (Grace Fulton), die wohl demnächst die Familie verlässt, um zu studieren.

Billy interessiert sich nicht für diese Leute. Allerdings verteidigt er schon mal Freddy gegen Raufbolde. Als er vor denen in die U-Bahn flieht, passiert etwas Unglaubliches. Billy steigt an einem sehr seltsamen Ort aus. Ein dunkler Saal mit sieben Steinthronen und einem alten, weißbärtigen Mann (Djimon Hounsou), der vorgibt der letzte große Zauberer zu sein. Dieser Typ zwingt Billy dazu, seine Kräfte aufzunehmen, bevor er zu Staub zerfällt. Billy hat nun – ohne es zu wissen – die Weisheit des Salomon, die Stärke des Herkules, die Ausdauer des Atlas, die Macht des Zeus, den Mut des Achilles sowie die Geschwindigkeit des Merkur erhalten. Wenn er SHAZAM! ruft, erhält er all diese göttlichen Kräfte um für das Gute zu kämpfen.

Der plötzlich gealterte Billy (Zachary Levi) weiß davon doch zunächst nichts. Er ist nur panisch und holt sich Hilfe bei Freddy, der alles über Superhelden zu wissen weiß. Es dauert einige Zeit, bis Billy hinter das Geheimnis seiner Kräfte kommt. Bis dahin benutzt er diese nur, um sich ein paar Mäuse zu verdienen. Von Superheldentum keine Rede. Dafür bedarf es erst eines Schurkens: Dr. Sivana (Mark Strong) ist seit seiner Kindheit von dem Wunsch besessen, wieder in die Halle mit dem Zauberer zu gelangen. Er wurde 1974 als Champion abgelehnt. Nun hat er einen Weg gefunden und die sieben Todsünden haben Besitz von ihm ergriffen.

Meinung von

Marvel hat bei den Superhelden-Filmen klar die Nase vorne. DC tut sich da irgendwie schwer. Man of Steel finde ich großartig, bei Justice League ist dann CGI hat das größte Monster, das alles kaputt macht. Wonder Woman war dann ein Erfolg und auch Aquaman lässt sich gut an. Mit dem Fischmann fing DC an, eine humoristische Richtung einzuschlagen. Das MCU ist zwar auch amüsant und lustig, nimmt sich jedoch selber sehr ernst. Wahrscheinlich ist das auch der Erfolgsfaktor.

Mit Shazam! steigt DC dann noch mehr auf die leichte, lustige Schiene auf. Wenn Billy die Kräfte erhält, haben wir zwar den Superhelden Captain Marvel vor uns, aber im Inneren ist der Mann ein Kind. Für ihn ist alles groß, neu und ein Spiel. Natürlich baut der Mist und benimmt sich albern. Das ist wie in der Tom Hanks-Komödie Big, wo der junge Protagonist auch plötzlich "erwachsen" ist und sich kindlich benimmt – weil er noch ein Kind ist.

Zachary Levi hat schon mit der TV-Serie Chuck bewiesen, dass er die komische Hauptfigur erfolgreich ausfüllen kann. Übrigens: Levi war ab Thor: The Dark Kingdom in der Rolle des Fandral zu sehen, hat somit auch MCU-Erfahrungspunkte sammeln können.

Man muss also mit dem Wissen in den Film gehen, dass einen ein nicht so ernst zu nehmender Superhelden-Film erwartet. Zum Glück sind alle Kinder erträglich, keines macht den Film kaputt.

Man hat sich einige Freiheiten herausgenommen im Gegensatz zum Comic, greift aber auch viele Dinge auf, die dem "Öh, was gucke ich denn da?"-Zuschauer wohl nicht auffallen werden. Hier eine kleine Comicology: Shazam ist eigentlich der Name des Zauberers. Der ist alt und weiß. Shazam hockt auf dem Fels der Ewigkeit und beschützt diesen. Hierher kann Billy – oder Captain Marvel – jederzeit hin, um sich Rat bei dem alten Mann zu holen. Im Film ist der Magier namenlos, farbig und zerfällt zu Staub.

Dr. Sivana ist auch im Comic der Erzschurke. Allerdings ist der dort eher klein und der durchgeknallte Wissenschaftler. Im Film ist Mark Strong weit davon entfernt klein und wissenschaftlich zu sein. Dieser Dr. Sivana weiß davon, dass es Magie gibt. Er hat sie als Kind gekostet und will mehr davon. Okay, das "verrückt" gebe ich ihnen ...

Nebenfiguren wie der intelligente Weltraum-Wurm Mister Mind tauchen beiläufig auf, ebenso die Erwähnung von Black Adam. Der war im alten Ägypten der erste Champion der Zauberer, hat sich dann aber gegen diese gewendet. Black Adam ist ein potenzieller Gegner in einer potenziellen Fortsetzung. Mister Mind taucht in der Postcredit-Szene auf.

Captain Marvel ist der eigentliche Name dieser Comicfigur. In den 1940 vom Fawcett Comics-Verlag ersonnen, hatte dieser Superheld als Kontrapart zu DCs Superman ähnliche Kräfte. Er genoß auch hohes Ansehen. Später wurde es ruhig um Captain Marvel, bis DC die Rechte in den 1970ern aufkaufte. Nur wenige Jahre davor hatte aber Konkurrent Marvel die Figur Captain Marvel geschaffen und sich – schlauerweise – die Rechte am Namen gesichert. DC guckte blöd in die Röhre und musste sich etwas anderes einfallen lassen. Daher das Shazam!. Im Comic darf die Figur allerdings wohl noch Captain Marvel genannt werden, nur darf damit nicht geworben werden, z.B. auf einem Comic-Cover.

Captain Marvel soll die "Weisheit des Salomon" besitzen. Die ließ Shazam im Kino allerdings missen. Er hätte auf einige Dinge schneller kommen müssen, bin ich der Meinung.

Shazam! ist ein Versuch von DC besser Fuß zu fassen im Superhelden-Kino-Geschäft. Auch wenn der Film charmant und an einigen Stellen lustig ist, hat es DC irgendwie dennoch nicht geschafft, diesen Streifen einem breiten Publikum schmackhaft zu machen. Shazam! war recht schnell wieder aus den Kinos raus. So schlecht ist der gar nicht.