Filmplakat Wonder Woman
7,5/10

„Ich bin sowohl erschrocken als auch erregt.“ (Wonder Woman, 2017)


Wonder Woman

Besprechung

Diane (Gal Gadot) wurde von ihrer Mutter Hippolyta (Connie Nielson) auf der Insel Themyscira aus Lehm geformt und Zeus hauchte ihr Leben ein. Obwohl Hippolyta nicht wollte, dass Diana zur Kriegerin erzogen wird, war der Wunsch in dem jungen Mädchen so groß, dass sie sich immer davonstahl und von Antiope (Robin Wright) zur Kriegerin ausgebildet wurde. Das ruhige Leben auf der Insel der Amazonen ändert sich schlagartig, als der Spion Steve Trevor (Chris Pine) auf der Insel notlandet. Themyscira ist seit vielen, vielen Jahren vor der Welt der Menschen verborgen gewesen. Nun bringt Trevor die gesamte Macht der grausamen Außenwelt auf die Insel.

Es herrscht der erste Weltkrieg. Die Mächte der Welt kämpfen seit vier Jahren gegeneinander, unzählige Opfer sind zu verzeichnen. Trevor hat entdeckt, dass die Deutschen nicht waffenlos sind. Die Türken unterstützen Ludendorff (Danny Huston) mit Waffen. Der deutsche General hat Dr. Maru (Elena Anaya) auf seiner Seite. Die als Dr. Poison bekannte Wissenschaftlerin entwickelt Senfgas, das sich durch Gasmasken durchfrisst.

Während man sich in London auf die Unterzeichnung des Waffenstillstands vorbereitet, sieht Ludendorff nicht ein, die Waffen niederzulegen. Er verfolgt seinen Plan den Krieg für sich zu entscheiden. Diana vermutet, dass Ludendorff in Wirklichkeit der Kriegsgott Ares ist und reist zusammen mit Trevor an die belgische Front, wo Ludendorff seinen Plan in die Wirklichkeit umsetzen will. Die Prinzessin der Amazonen will Ares beseitigen und damit den Krieg beenden.

Meinung von

Das filmische DC-Universum hatte im Gegensatz zum Marvel Universum einen schlechten Start. Ja, Christopher Nolans Batman war großartig, aber eher losgelöst von einem "Universum" a la Marvel, in dem alles miteinander verwoben ist. Erst Zack Snyders Man of Steel läutete das neue DC-Universum ein. Gefolgt von dem eher enttäuschenden Batman v Superman, in dem Wonder Woman ihren ersten Auftritt hatte. Wonder Woman selber, der Solo-Film, bringt nun Schwung ins DC-Universum und damit auch Hoffnung auf bessere, zusammenhängende Superhelden-Filme.

Dabei ist Wonder Woman allerdings vermutlich eine exotische Erscheinung. Selten wagen sich Frauen auf den Regiestuhl und dann auch noch bei einem so wichtigen, sprich finanziell kritischen Thema wie Superhelden-Filme. Patty Jenkins tat es und überraschte alle. Vermutlich wäre eine Umsetzung durch einen Mann anders ausgefallen. Jedenfalls wird Wonder Woman von allen Seiten mit Lob überschüttet. Das liegt daran, weil die Heldin stark und selbstbewusst ist. Sie ist kein Sex-Objekt, sie ist nicht im Haudrauf-Modus, sondern hat sich 6ndash; bedingt durch ihre Erziehung – einem anderen Ziel verschrieben: Frieden bringen. Das ist ihre treibende Kraft.

Diana, Amazonen-Prinzessin von Themyscira, ist auf eine gewisse Art und Weise naiv. Sie stammt aus einer rein von Frauen bevölkerten Welt. Ihre Mutter hatte einst ihr Volk aus der Sklavenschaft befreit und Zeus höchstpersönlich hat dafür gesorgt, dass die Insel Themyscira vor der Restwelt verborgen bleibt. So konnte eine kriegerische, weibliche Gesellschaft entstehen, in der es keine Geschlechterunterschiede gibt. Das ist es, was den Film auch ausmacht: es gibt keine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Diana kennt es gar nicht anders. Alle sind gleich, wieso sollten Frauen benachteiligt sein? Damit eckt sie in London, Anfang des 20. Jahrhunderts natürlich an. Doch sie bleibt sich und ihren Ansichten immer treu. Sie kämpft, wo sie kämpfen muss, für den Frieden und für das Leben. — Das haben wir so noch nicht auf der Leinwand gesehen, daher der Erfolg.

Wonder Woman hat ein oder zwei nette, harmlose Witze, die die Geschichte auflockern, dabei geht der Film nicht ins Lächerliche oder gar Platte. Die Action ist ausgewogen. Lediglich am Ende, wenn Diana meint, das, woran sie festhält sei die Liebe, da wurde es schwülstig und die Augenbrauen gingen hoch.

Der Film zeigt also eine starke, unabhängige Frau. Er zeigt aber zudem, wenn auch nicht in voller Ausprägung, die Grausamkeiten des Krieges.

Es gibt einen Moviejunkies-Punktabzug für 3D. Sorry, aber das brauchte man mal wieder kein Stück. Und ich konnte leider nicht zur Mittagsvorstellung, die in 2D läuft. Viel zu teuer (über 16€!!!) für verschwommene Bilder und gekünstelte Slow-Motion, weil man sonst die Bewegung nicht wahrnehmen kann. Es gibt viele "Ich springe und drehe mich horizontal in der Luft um meine eigene Achse"-Einstellungen, die dann extra langsam gezeigt werden. Das ist einfach nur noch peinlich, womit die ihre 3D-Preise rechtfertigen. Abzug!

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