Filmplakat Guardians of the Galaxy 2
8,5/10

„Ich bin Mary Poppins, Leute!“ (Guardians of the Galaxy 2, 2017)


Guardians of the Galaxy 2

Besprechung

Nachdem die Guardians rund um Peter Quill (Chris Pratt) einen Job für die Sovereign durchgeführt haben, verlassen sie deren Planet wieder. Dumm, dass Rocket (Bradley Cooper) etwas hat mitgehen lassen, was die steifen und auch hochnäsigen Sovereign nicht so toll finden. Deren Anführerin Ayesha (Elizabeth Debicki) eröffnet die Jagd auf das Quintett. Unter anderem setzt sie Yondu (Michael Rooker) und seine Ravager darauf an, die Guardians of the Galaxy dingfest zu machen.

Während der Flucht vor der Drohnenflotte der Sovereign wird die muntere Truppe von Peter von einem mysteriösen Mann gerettet. Es stellt sich heraus, dass es sich hierbei um Ego (Kurt Russell) handelt, dem lange verschollenen Vater von Peter.

Peter, Gamora (Zoe Saldana) und Drax (Dave Bautista) reisen mit Ego und seiner Bediensteten Mantis (Pom Klementieff) zu dessen Planeten. Derweil bleiben Rocket und Baby Groot (Vin Diesel) zusammen mit Gamoras Schwester, der durchgeknallten Nebula (Karen Gillan) auf einem anderen Planeten zurück, um das Raumschiff von Peter zu reparieren – bis die Ravager auftauchen. Derweil macht Peter eine unglaubliche Entdeckung über sein Erbe.

Meinung von

Ah, ich mag Guardians of the Galaxy gerne. Der Film ist frech, rotzig, nimmt sich selber nicht zu ernst, hat lustige Charaktere und eine gute Geschichte. Wie wird es im zweiten Teil weitergehen? Oft haben wir den Fall, dass der zweite Teil extrem schlecht ist (siehe Indiana Jones 2), ganz, ganz selten ist der zweite Teil sogar besser als der erste (siehe X-Men 2). Guardians of the Galaxy 2 ist anders. Der Film ist gut. Wirklich gut. Aber er leidet darunter, dass er der zweite Teil ist. Man kennt und liebt den ersten Teil, ist nun der zweite ebenbürtig, schmeckt er dennoch fade, einfach weil er nicht mehr auf die Schippe legt. Er wirkt alt und wie eine Wiederholung. Das ist ein trauriges Schicksal.

Noch einmal: Guardians of the Galaxy 2 ist echt gut. Er ist witzig, hat eine gut gesponnene Geschichte und einen mächtigen Bösewicht (immer wichtig). Im zweiten Teil wird die Figur des Drax mit mehr Leben ausgefüllt, Nebula wird ebenfalls interessanter. Im ersten Teil hatte sich der riesige, laufende Baum Groot für seine Freunde geopfert, nun ist er ein Baby Groot. Was für ein gelungener Schachzug. Baby Groot ist einfach putzig und niedlich. Im Kino schaffte es das laufende Baum-Baby, dem einen oder anderen Zuschauer einen lauten Seufzer oder ein Süüßßß zu entringen.

Überhaupt kann Guardians of the Galaxy 2 neben viel Witz auch Emotionen vermitteln. Hauptthema ist die Familie. Es gibt eine wunderbare Szene, in der Nebula meint, die Guardians seien keine Freunde, immerhin würden sie sich immerzu anschreien und gegenseitig ärgern. Daraufhin erklärt Drax, sie seien Familie. (Alles keine Spoiler, kann man alles im Trailer sehen! 😛). Was ist also Familie? Blutsbande oder ein Gefühl? Wird sich Peter von seinen Freunden lossagen, um bei seinem Vater zu sein? Wieso sind die Ravager gegen Yondu? Alles Fragen, die auf "Familie" einspielen und so dem Film neben all der Action noch einen humanen Touch geben.

In den Comics war Ego übrigens nicht der Vater von Peter Quill. Die Entstehungsgeschichte des lebenden Planeten ist hingegen gut erzählt. Ego benutzt eine Art Bilderbuch, um seine eigene Geschichte zu erzählen. Das erinnert ein wenig an die Geschichtsstunde, die das Hologramm von Jor El Superman in Man of Steel gibt.

Ich fand es schön anzusehen, dass Drax, der im ersten Teil eher stumpf und brutal ist, hier im zweiten Teil mehr Raum erhält. Mantis zeigt uns, dass Drax tatsächlich voller Humor ist, aber auch Trauer um den Verlust seiner Familie verspürt. Ebenfalls schön war die Auflösung, wieso Yondu Peter entführt und vor allem behalten hat. Wie gesagt: Es dreht sich alles um Familie.

Guardians of the Galaxy 2 ist gute, kurzweilige Unterhaltung mit einem schönen Retro-Soundtrack und der einen oder anderen Erinnerung an "damals" (Stichwort Zune …). Neben Sylvester Stallone hat auch David Hasselhoff eine Nebenrolle. Ich bin gespannt, wie diese ganze Hasselhoff-Geschichte im englischen Original erzählt wird.

Neben den beiden Promis sehen wir noch Howard the Duck, aber auch den Ravager mit dem dümmsten Namen sowie die Frau mit der dicksten Wumme in der Filmgeschichte.

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