Filmplakat Game Night
7/10

„Mann, die Glastische verhalten sich heute Abend eigenartig.“ (Game Night, 2018)


Game Night

Besprechung

Max (Jason Bateman) und Annie (Rachel McAdams) sind ein Traumpaar. Sie sind beide große Freunde von Gesellschaftsspielen und nehmen diese sehr ernst. Gewinnen ist alles. Derzeit haben sie eine kleine Pechsträhne. Weil Max’ erfolgreicher Bruder Brooks (Kyle Chandler) zu Besuch kommt, steht Max unter Streß – was das geplante Zeugen eines kleinen Mitspielers schwer macht. Brooks versaut auch prompt den Spieleabend mit den Freunden Ryan (Billy Magnussen), Kevin (Lamorne Morris) und Michelle (Kylie Bunbury). Zum Ausgleich soll der nächste Spieleabend bei Brooks stattfinden. Und es soll ein Abend werden, den niemand vergisst, so Brooks.

Tatsächlich: Brooks kündigt eine gespielte Entführung an und die Anwesenden sollen das Rätsel knacken, sonst wird die entführte Person umgebracht. Alle sind ganz gespannt auf den Spaß, als zwei Typen reinkommen und Brooks brutal zusammenschlagen und entführen. Die anwesenden Partygäste sehen zu und denken sich, dass das ein tolles Schauspiel ist. Max und Annie stürzen sich auch gleich voll ins Eingemachte und verfolgen die Bösewichte – um festzustellen, dass das gar kein abgekartetes Spiel, sondern bitterer Erst ist.

Der Strahlemann Brooks entpuppt sich als jemand völlig anderes, weshalb nun auch fiese, gefährliche Gangster hinter ihm her sind. Und die Spieletruppe ist mittendrin.

Meinung von

Spieleabende sind so ein Ding. Habe ich ja früher auch oft gemacht. Max und Annie stehen voll drauf. Sie sind beide sehr ehrgeizig, wenn es ums Gewinnen geht. Brooks ist da für Max ganz deutlich ein Störfaktor. Der große Bruder hat immer das Glück auf seiner Seite, ist ein erfolgreicher Wall Street-Fuzzi. Um so schöner, als Brooks vermeintlich entführt wird. Max und Annie haben ein gutes Gefühl, das Rätsel schnell gelöst zu haben. Da wissen sie aber auch noch nicht die Wahrheit und um die Gefahr, in der sie sich befinden.

Der Trailer ist spritzig, schnell und lustig. Ganz kann Game Night nicht mithalten. Es ist eine solide Story mit der einen oder anderen Wendung. Dabei ist der typische Jason Bateman-Humor vorhanden. Man muss sich also auf Gags a la Kill the Boss oder – wenn auch nicht mit Bateman – Wir sind die Millers einstellen. Also seicht, albern, übertrieben und manchmal derbe. Wobei der letzte Part diesmal recht mager ausfällt. Dafür ist der übertriebene Part ordentlich. Ich schrieb zwar, der Trailer sei reißerisch – soll er ja auch –, der Film hat auch noch so einige echte Lacher parat. Lacher und Momente, wo man nicht hinschauen möchte, weil das, was da auf der Leinwand abgeht, bestimmt weh tun muss.

Game Night braucht etwas, um in die Puschen zu kommen, dann hat man aber einen amüsanten (Kino-)Abend vor sich. Bateman ist wieder so leicht verschroben (Ich will nicht sagen “trottelig", weil das ist er nicht.) und McAdams spielt auch lustig. Der Star ist aber Gary (Jesse Plemons), der Nachbar. Der war der nicht geliebte Ehemann der beliebten Nachbarin. Doch nach der Trennung ist er mit seinem West Highland Terrier im Nachbarhaus geblieben. Max und Annie wollen diesen seltsamen, unheimlichen, langweiligen Genossen nicht bei ihren Spieleabenden dabei haben. Aber wie sagt man das dem?

Als die Truppe realisiert hat, dass sie nicht mehr Teil eines Spiels sind und Brooks von einem mysteriösen Gangster namens Der Bulgare (Michael C. Hall) gekidnappt wurde, müssen sich alle doch bei Gary zum Spielen einladen. Max will an den Computer des Polizisten, um Infos zu einem anderen Schurken (Danny Huston) zu finden. Die Szene mit dem Hund und dem Blut ist groß. Ebenso die in der Gasse, in der Annie Max eine Kugel aus dem Arm operieren will. Das sind diese Schenkelklopfer, die man nach dem Trailer erwartet.

Neben den beiden Hauptdarstellern und Gary ist auch noch die Figur des Ryan amüsant. Der Strohmann muss sein Ego damit streicheln, dass er zu jedem Spieleabend mit einem neuen Instagram-"Sternchen" antanzt. Die kann man leicht ins Bett bekommen. Doch an dieser verhängnisvollen Veranstaltung taucht er mit seiner Kollegin Sarah (Sharon Horgan) auf, die soviel schlauer ist als dieser oberflächliche Typ. Seine Dummheit beschert uns auch den einen oder anderen Lacher.

Wenn der Büroalltag mal wieder an den Nerven gezerrt hat, ist Game Night die richtige Medizin, die man sich verschreiben sollte. Der Film ist leicht, lustig und man muss nicht viel nachdenken. Das ist Popcorn-Ware, keine Fortsetzung von Der Pate.

Annie und Max stehen übrigens nicht nur auf Gesellschaftsspiele, sondern auch auf Filme. Es werden Night of the living Dead, Jurassic Park, Fight Club und Taken 3 angesprochen.

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