Filmplakat Kill the Boss
7,5/10

„Das spricht nicht für mich, dass wir befreundet sind.“ (Kill the Boss, 2011)


Kill the Boss

Besprechung

Die drei Kumpels Nick (Jason Bateman), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis) haben alle komplett unterschiedliche Jobs. Nick ist ein Bürohengst, Dale Zahnarzthelfer und Kurt Buchhalter in einer kleinen Chemie-Firma. Dennoch haben sie alle etwas gemein: sie hassen ihre schrecklichen Chefs. Nicks Boss Dave Harken (Kevin Spacey) ist ein Ausbeuter und Arschloch wie er im Bilderbuch steht. Dales Chefin Dr. Julia Harris (Jennifer Aniston) ist ein sexgeile Schlampe, die den armen Dale sexuell bedrängt, das es schon nicht mehr schön ist. Und Kurt hatte bis vor kurzem noch einen supertollen Boss, aber nach dessen Tod hat sein Sohn Bobby (Colin Farrell) den Laden übernommen. Bobby will die Firma aber nur ausquetschen und das Geld für Koks und Nutten draufgehen lassen.

Aus einer Schnapsidee wird irgendwann Ernst. Die drei Männer beschließen, ihre Bosse umzubringen. Nur so werden sie ihren Frieden finden. Aber wie stellt man das an? Das Trio beschließt einen Auftragskiller anzuheuern – was aber auch nicht so leicht ist. Schließlich landen sie bei dem zwielichtigen Dean “Motherfucker” Jones (Jamie Foxx), der einen professionellen Eindruck hinterlässt. Allerdings kann er nicht gut verhandeln, doch das ist eine andere Geschichte. Motherfucker kann den drei Männern jedoch nur beratend zur Seite stehen. Sein Rat: Jeder bringt den Boss eines anderen um. So fällt nichts zurück auf den jeweiligen Untergebenen.

Der Plan ist geboren — und schon irgendwie zum Scheitern verurteilt.

Meinung von

Wir kenne das alle: Der Boss ist scheiße und er muss weg! Die drei Charaktere in Kill the Boss haben wirklich jeden Grund, diesen düsteren Gedanken in die Tat umzusetzen. Deren Chefs sind echt grausam. Kevin Spacey ist der größte Arsch. Er benutzt Nick, demütigt ihn, lügt ihn an, verbreitet Lügen über Nick und ist einfach nur eklig. Jeder im Kinosaal würde da gerne selber Hand anlegen.

Bobby, also die Figur von Farrell, ist eine asoziale Schmeißfliege. Er verlangt von Kurt, das Fett abzuschneiden, also alle übergewichtigen Mitarbeiter zu entlassen, weil diese immer so traurig aussehen und Bobby mit ihrem Anblick anekeln. Der Mann kennt keinen Anstand und hat obendrein einen extrem miesen Einrichtungsstil.

Bleibt Julia. Jennifer Aniston ist zwar extrem heiß und irgendwie spricht sie einen auch an, aber das, was sie da macht, ist so extrem und unangemessen, das geht echt nicht mehr. Sie kennt keine Hemmungen, keine Grenzen und ignoriert das Unwohlsein von Dale komplett. Alle drei Bosse sind glänzend besetzt und spielen ihre Rollen hervorragend. Ich denke einmal, solche Rollen sind immer die besten, wenn man so ein richtig mieses Stück Scheiße spielen darf und alles rauslassen kann. Spacey, Aniston und Farrell machen jedenfalls ihre Sache klasse.

Die Idee von Motherfucker, dass jeder den Chef eines anderen um die Ecke bringt, ist nicht neu. Tatsächlich sprechen sie das Original sogar in Kill the Boss an. Diese Idee stammt ursprünglich aus Hitchcocks grandiosem Werk Der Fremde im Zug (das alberne Remake mit Danny DeVito und Billy Crystal wird ebenfalls erwähnt).

Kill the Boss ist eine überdrehte, aber harmlose Komödie, die die Fantasie (fast) jedes Arbeitnehmers auslebt. Die Witze sind derbe und anzüglich — also genau richtig für Pubertierende (oder solche, die im Herzen immer noch ein kleiner Junge sind). Neben den drei wunderbaren Darstellungen der schrecklichen Bosse, haben wir noch die harmlosen, aber gut gezeichneten „Helden“. Nick ist ruhig und bedächtig, Dale ist der – eine typische Rolle für Charlie Day – quirlige Nervbüddel und Kurt ist ein fröhlicher Weiberheld. Die Charaktere sind sofort sympathisch und nett. Man ist klar auf ihrer Seite und würde auch das Rattengift geben wollen ...

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