Filmplakat Die vier Söhne der Katie Elder
7/10

„Du hast sie nicht erklimmt, du hast sie erklommen!“ (Die vier Söhne der Katie Elder, 1965)


Die vier Söhne der Katie Elder

Besprechung

Katie Elder war in Clearwater eine angesehene Mitbürgerin. Jeder hat sie geliebt und sie hat ihre vier Söhne geliebt. Katie hat immer in den höchsten Tönen von John (John Wayne), Tom (Dean Martin), Matt (Earl Holloman) und ihrem jüngsten Sohn Bud (Michael Anderson Jr.) geredet. Und das, obwohl sich die vier Söhne schon lange nicht mehr bei ihrer Mutter haben blicken lassen. Nun ist sie gestorben und die vier Söhne finden sich ein zum Begräbnis.

Morgan Hastings (James Gregory) ist der hiesige Waffenhändler. Er ist irgendwann aus dem Nichts aufgetaucht und will die Stadt langsam übernehmen. Er hat auch die große Farm der Elders übernommen. Weil er Angst vor dem Revolverheld John Elder hat, hat Hastings den Söldner Curley (George Kennedy) angeheuert. Der soll ihm John vom Halse schaffen – falls es brenzlig wird.

John stellt fest, dass der Vater der vier Söhne nur sechs Monate vor ihrer Mutter gestorben ist: eine Kugel in den Rücken. John vermutet ein faules Spiel. Seine Untersuchungen werden jedoch vom jungen Hilfssheriff Ben Latta (Jeremy Slate) behindert, der übereifrig ist und die Elder-Brüder am liebsten alle gleich einsperren würde.

Meinung von

Ich bin ja dank meines Vaters mit John Wayne-Filmen groß geworden. Keine Ahnung wie oft ich Die vier Söhne der Katie Elder schon gesehen habe. Den müssen meine Eltern damals aus dem Fernsehen aufgenommen haben. Dann lief er immer mal wieder bei uns.

Die Geschichte ist gut. Vier Söhne haben ihr Elternhaus verlassen und ihre Eltern vergessen. Nun kommen diese ungleichen Typen zusammen. John ist ein berüchtigter Revolverheld, Tom ein Kartenspieler und Betrüger, Matt versucht sich als ehrbarer Geschäftsmann und Bud wurde durch eine List von Katie Elder auf die Schule geschickt. Aus einem der Jungs sollte ja mal etwas werden. Doch Bud will lieber so sein wie sein ältester Bruder, Schule findet er doof.

Wir wissen schnell, wer der Bösewicht ist. Nicht nur Curley, der aus der Bahn ansteigt, in der John sitzen sollte. Es ist vor allem sein Auftraggeber Hastings. Der hat sich doch die Farm der Elders unrechtmäßig angeeignet, oder? Das vermutet auch sein Sohn Dave (Dennis Hopper), doch der hält brav die Klappe.

Curley ist so ein Typ, der am liebsten immer gleich losballert. Lieber er, als jemand anderes. Falsches Spiel ist für ihn Mittel zum Zweck. Ein übler Bursche. George Kennedy spielt diese Rolle recht ansehnlich. Western-Veteran Wayne ist mit 58 Jahren steif wie eh und je. Er ist natürlich der Gute und hat seine Brüder im Griff. Durchgreifen bedeutet für John Elder auch mal zuzuschlagen.

Die Elder-Brüder haben von Anfang an schlechte Karten. John ist als schießwütiger Mann bekannt und Sheriff Billy Wilson (Paul Fix) möchte ihn so schnell wie möglich aus der Stadt raus haben. Als sich den vier Brüdern die Chance ergibt, einen Trek Pferde zu führen, werden sie von Hastings reingelegt. Billy stirbt, Ben ist mit dem Mob überfordert und tappt prompt in einen Hinterhalt.

Die Geschichte ist mit etwas über zwei Stunden für die Zeit ungewöhnlich lang. Man hätte wohl einige Passagen straffen können, Langeweile kommt aber nicht auf. Ein "guter, alter Western" mit einem schmissigen Soundtrack von Elmer Bernstein (Gesprengte Ketten, Der Gefangene von Alcatraz, Die glorreichen Sieben u.v.m.).

Bei der Besetzung hat man für die doch relativ kleine Rolle des Tom Elder Dean Martin geholt. Da dachte man sich wohl, was bei Rio Bravo gut ging, das Zusammenspiel zwischen Wayne und Martin, das kann man gerne wiederholen. Wie gesagt: Martin hat leider nur eine kleine Rolle. Den lustigen Part übernimmt der jüngste Bruder Bud. Er will nicht wieder zur Schule gehen, doch seine Brüder bestehen darauf. Das führt zu einigen komischen Momenten.

Ein echter Kerl, so hart er auch sein mag, braucht natürlich eine Frau. Hier kommt die Restaurantbesitzerin Mary Gordon (Martha Hyer) ins Spiel. Sie bietet den vier Männern Paroli und damit auch dem ältesten Sohn der Katie Elder. Der scheint auch ein gewisses Interesse zu haben, zu einer Romanze reicht es in Die vier Söhne der Katie Elder jedoch nicht. Sie bleibt eine Randfigur. Zu viel passiert rund um die Brüder.

Wer John Wayne mag, der wird den Streifen eh schon gesehen haben. Ich muss hier keine Empfehlung mehr aussprechen. :-)

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