Filmplakat Ant-Man and the Wasp
7,5/10

„It's not a truth serum ...!“ (Ant-Man and the Wasp, 2018)


Ant-Man and the Wasp

Besprechung

Nachdem sich Ant-Man (Paul Rudd) in Berlin dem Kampf der Avengers untereinander angeschlossen hatte, hat er prompt Hausarrest bekommen. Also so hochoffiziellen von der Regierung und so. Das ist schon mal mies – und extrem langweilig –, aber durch diese Aktion hat er es sich auch kräftig mit Dr. Hank Pym (Michael Douglas) und dessen Tochter Hope Van Dyne (Evangeline Lilly) verbockt. Die wollen nichts mehr mit Scott Lang zu tun haben. Stattdessen tüfteln sie an einem Tunnel ins Quanten-Universum, um Janet Van Dyne (Michelle Pfeiffer) zu retten, die vor vielen, vielen Jahren in diesem gefährlichen Universum verschwunden ist.

Als Vater und Tochter es für kurze Zeit schaffen ein Tor ins Universum zu öffnen, hat Scott einen Traum von Janet. Dr. Pym und Hope müssen wohl oder übel mit dem Querulant zusammen arbeiten, wenn sie an die Infos kommen wollen, wie sie zu Janet gelangen können. Außerdem benötigen sie ein letztes Stück Hardware von dem zwielichtigen Sonny Burch (Walton Goggins).

Als Hope die Hardware abholen will, fliegt nicht nur ihr Cover-Geschichte auf. Ein sonderbares Wesen, das durch Wände und Menschen hindurchgehen kann, taucht auf und will ebenfalls an die Hardware. Es entsteht ein Wettkampf zwischen Pym, Hope und Scott auf der einen Seite und dem “Ghost” (Hannah John-Kamen) auf der anderen. Ach so, und der Sonny, der will nun, da er weiß, wer Hope ist, auch ein Teil vom Kuchen.

Meinung von

Ant-Man habe ich nicht im Kino gesehen, weil der nur in effing 3D lief. Irgendwie ging der aber auch allgemein gefühlt unter. Während Iron Man und die Avengers voll abgingen, war dieser unbekannte und kleine (*höhö*) Held fröhlich unterm Radar von so vielen Leuten verschwunden. Erst als er in Civil War auftauchte und dort seinen großen Auftritt (Sorry, ich kann nicht anders …) hatte, dürfte er den Leuten aufgefallen sein.

Im ersten Teil wurde bereits die Grundlage für den zweiten gelegt. Es wären nicht die Marvel, wenn sie nicht im Voraus dächten. Die Suche nach Janet Van Dyne ist die Hauptstory in Ant-Man and the Wasp. Nebenschauplätze sind ein nerviger Krimineller, der an das klein geschrumpfte Labor von Dr. Pym heran will, Ghost und ganz nebenbei noch die Geschichte um Luis (Michael Peña), der mit seiner Gang ein Geschäft aufgemacht hat.

Was dem Film ein wenig fehlt, ist ein echter Bösewicht. In Ant-Man war es Yellowjacket, der Dr. Pyms Technik nachgebaut und den Bösen verkauft hat. Seine Technik war nicht so ausgereift wie die von Pym, deshalb hat sie Yellowjacket auch verrückt gemacht. Ava – oder oben genannte Ghost – lebt seit ihrer Kindheit in einem Zustand, in dem sie immer "aus der Phase" ist. Mit Hilfe eines Anzugs kann sie diese Phasenverschiebung kontrollieren, aber sie hat stets Schmerzen und im Grunde auch keinen echten menschlichen Kontakt. Diese Isolation müsste jeden Menschen in den Wahnsinn treiben, doch Ava ist nur "mäßig verrückt". Hier hätte man mehr machen müssen. — … dann hätte man sie aber nicht als "eigentlich Gute", bzw. Opfer darstellen können. Okay, verstanden. Unterm Strich bleibt dann aber, dass es in dem Streifen keinen echten Bösewicht gibt.

Ant-Man and the Wasp ist daher viel mehr eine Art ständiges Rennen. Pym und Co, wollen so schnell wie möglich Janet finden, Scott möchte eigentlich schon ganz gerne wieder mit Hope zusammen sein, Sonny ist hinter Technik und Geld her, Ghost hinter Technik und Heilung. Ihr Zustand verschlechtert sich so sehr, dass sie auch über Leichen gehen würde. Dann wäre sie auch eine echte Bösewichtin. (Bösewichtin? Nennt man das so?)

Von diesen Kleinigkeiten einmal abgesehen, ist Ant-Man and the Wasp aber vor allem gute Unterhaltung. Das Kino hat gelacht, gejuchzt, gejauchzt. Und ich war Teil dessen. Großer Publikumsliebling ist Scott Langs Tochter Cassie (Abby Ryder Forston), die ihren Vater über alles liebt, auch wenn er vor dem Gesetz ein Krimineller ist. Sie weiß, dass ihr Vater die Weltbeste Großmutter ist. Äh …, dass er ein guter Mensch ist, weil er Anderen hilft.

Ant-Man and the Wasp ist also vor allem echt gute Unterhaltung.

Die Menschen in Internet-Land haben sich gewundert, wo Ant-Man denn während Inifinity War war. Hier haben wir die Antwort: Hausarrest und heimliches Heldentum. Wer die Post-Credit-Szene abwartet (… und wer macht das nicht??), der wird große Augen machen, wird dort doch noch eine Verbindung zu Infinity War hergestellt. (An dieser Stelle ein Emoji mit weit aufgerissenen Augen …)

hoch