Filmplakat The Fantastic Four: First Steps

7,5/10

"Er ist nicht wie wir. Er ist mehr." — The Fantastic Four: First Steps, 2025

The Fantastic Four: First Steps

Besprechung

Auf Erde 282 ist alles etwas anders. Diese Erde scheint zum einen Teil in den 1960ern festzustecken, auf der anderen Seite ist sie sehr fortschrittlich. Den Fortschritt hat die Welt unter anderem Reed Richards (Pedro Pascal) zu verdanken. Der ehemalige Astronaut ist zusammen mit seiner Frau Sue Storm (Vanessa Kirby), seinem Schwager Johnny Storm (Joseph Quinn) und seinem besten Kumpel Ben Grimm (Ebon Moss-Bachrach) vor einigen Jahren ins Weltall geflogen. Dabei ist das Quartett in einen kosmischen Sturm geraten, der ihre DNA verändert hat. Seitdem sind die Astronauten die Fantastic Four, die New York nicht nur einmal mit ihren verschiedenen Superkräften gerettet haben.

Reed war schon vor dem Unfall ein Genie. Nun kann er sich sehr stark dehnen. Sue kann sich unsichtbar machen und Kraftfelder erzeugen. Ihr Bruder Jonny ist „die menschliche Fackel“. Ben ist „das Ding“, ein Wesen, das wie aus Stein gemeißelt ausschaut und super stark ist. Im Hause Reed gibt es etwas zu feiern: Sue ist schwanger. Reed ist sofort besorgt: Was, wenn sein Kind ebenfalls veränderte DNA hat? Doch alles scheint in Ordnung zu sein.

Bis eine silberne Frau auf einem silbernen Surfbrett aus dem All angerauscht kommt. Die Silver Surferin (Julia Garner) verkündet, dass die Erde dem Untergang geweiht ist, da Galactus (Ralph Ineson), der Weltenverschlinger kommt. Die Vier machen sich auf den Weg, um dieses mächtige Wesen zu beschwichtigen. Doch Galactus hat einen unstillbaren, riesigen Hunger. Er muss essen. Dann entdeckt er, dass Sue schwanger ist. Im Tausch gegen den Sohn würde er die Erde verschonen. Das ungeborene Kind, so Galactus, wird mächtiger sein als er und könne seinen Hunger besiegen. Reed muss einen anderen Weg finden …

Meinung von

Wartet mal ... das hatten wir doch schon einmal? Lasst uns einmal zurückspulen. Dies ist die dritte Inkarnation der beliebten Marvel-Familie. Der erste Streifen mit Jessica Alba war okay. Der zweite, der im Grunde die Geschichte von Fantastic Four: First Steps nacherzählt, war schlecht. Man hatte das Projekt "Fanta4" eingestellt. Dann kam 2015 ein Reboot. Diesmal mit ganz jungen Schauspielern, super düster und mies viel CGI. Der Streifen floppte so hart, den findet man nicht einmal bei den Moviejunkies ...

Nun also der dritte Aufguss. Bereits im zweiten Teil der Alba-/Evans-Ära kam der Silver Surfer daher und hat Galactus' Ankunft verkündet. Damals war es jedoch – großer Fehler – eine Wolke. Fast wie bei Green Lantern. Regisseur Matt Shakman geht bei Fantastic Four: First Steps zum Glück einen praktischeren Weg. Ralph Ineson – unbedingt im Original anschauen! –, der eine unglaublich tiefe, raue Stimme hat, schlüpfte tatsächlich in das Galactus-Kostüm und er wurde gefilmt. Kein Mocap, sondern wirklich und in echt gefilmt. Praktische Tricks sind eben die besten!

Matt Shakman, der bisher hauptsächlich fürs Fernsehen gearbeitet hat, hatte mit einigen Folgen WandaVision seinen Kontakt zu Marvel hergestellt. Nun ließ Produzent und Marvel-Oberguru Kevin Feige Shakman also auf eine der beliebtesten Comicserien los. Shakman hat sich dafür aber nicht dem üblichen MCU-Kanon angeschlossen. Stattdessen lässt er die "alte Geschichte" in einer der Parallelwelten spielen. Wer bei Thunderbolts bis zum Ende im Kinosessel geblieben ist, wird das Raumschiff der Fab4 bereits in der "normalen" Marvel-Welt gesichtet haben.

Shakman hat sich also nicht auf die "übliche" Dimension eingelassen. Stattdessen ist seine Welt wie aus den Comics der 60er entnommen. Farbenfroh, typische Röhrenfernseher-Optik, heile Welt. Und doch gibt es Roboter und fliegende Autos. Im Grunde also die Zukunft, wie man sie sich in den 60ern gerne vorgestellt hat. Das Ganze mit einer Prise Utopie gewürzt — es gibt die FF, eine Vereinigung wie die UN, nur haben sich hier alle lieb und alles läuft rund. Ich sag's ja: Utopie.

In diese Welt leben wir uns als Zuschauer schnell ein. Der frische Start mit Erwachsenen anstatt mit Kinderdarstellern (Sorry für die Übertreibung) tat den Fantastischen Vier gut. Die Chemie zwischen den Protagonisten passt. Pedro Pascal spielt seinen Reed als intelligenten, aber ständig zweifelnden Mann. Bei Ben Grimm wird die Einsamkeit nach seiner Verwandlung deutlich. Johnny Storm war vermutlich schon früher ein Hitzkopf, also noch bevor er zur menschlichen Fackel wurde. Er neckt seinen Schwager immer wieder.

Der Film zieht einen in eine komplett andere MCU-Welt hinein. Eine bunte, retro-futuristische Welt mit sympathischen Figuren und ebensolchen Darstellern. Die Geschichte ist, wie bereits erwähnt, bekannt. Da man sich für einen echten Schauspieler und nicht für eine Wolke als Bösewicht entschieden hat, gewinnt der Streifen enorm. Hat Spaß gemacht.