Filmplakat Stretch
7/10

„Woher kommt denn die Diskokugel?“ (Stretch, 2014)


Stretch

Besprechung

So spielt das Leben: Die Traumfrau zerpflückt einem das Herz, dann Drogen, Spielschulden – das volle Paket. So ging es Stretch (Patrick Wilson), der eigentlich nach L.A. gekommen war um Schauspieler zu werden. Nun kutschiert er reiche Arschlöcher durch die Stadt. Das Leben ist Scheiße! Und dann steht auch noch die Mexiko-Mafia vor der Tür und fordert die letzten sechstausend Dollar Spielschulden ein. Bitte bis heute um Mitternacht, sonst böse …

Da fällt Stretch ein ganz besonderer Kunde buchstäblich in den Schoß. Der megareiche Roger Karos (Chris Pine) macht es sich gemütlich in der Limousine von Stretch. Einziger Wermutstropfen: der Typ ist völlig durchgeknallt und bis unter die Haarspitzen zugekokst – aber er verspricht Stretch ein Trinkgeld von sechstausend Dollar. Dafür muss er den extremen Exzentriker eine Nacht durch L.A. kutschieren. Deal.

Karos verlangt noch eine Sache von Stretch: 99 Minuten hat der Fahrer Zeit zu einem Club zu fahren und einen Koffer von einem zwielichtigen Franzosen namens Laurent (James Badge Dale) abzuholen. Das klappt. Irgendwie. Was Stretch nicht weiß: Laurent hat eigentlich einen ganz anderen Beruf und so wird die Nacht für Stretch noch wilder.

Meinung von

Ich mag solche Filme ja, die in einer Nacht spielen, völlig verrückte Dinge passieren, der Held gerät von einer absurden Situation in die nächste und bekommt nicht mit, was noch alles um ihn herum geschieht. Zuletzt war John Dies at the End ein Kandidat aus dieser Filmkategorie. Stretch kommt zwar nicht an die groteske Geschichte von John Dies at the End heran, aber ich fühlte mich warmen Herzens an den Streifen erinnert.

Stretch glaubt nicht an Schicksal. Sein Motto lautet, dass das Leben eine Frage des Timings ist. Schicksal ist Müll. Er will sein Leben selber im Griff haben – zugegeben, bisher hat er damit keinen guten Job gemacht.

Patrick Wilson macht seinen Part ganz ordentlich. Nicht überwältigend, aber gut. Der nicht im Abspann genannte Chris Pine hingegen ist grandios. Das mag auch am Imagewechsel liegen. Ist der blauäugige Pine doch eher auf den Schönling gebucht, ist er in Stretch versifft, versoffen, verschlagen. Karos ist nicht (nur) exzentrisch, er ist vor allem polizeilich gesucht, da er krumme Geldwäschegeschäfte getätigt hat. Das erfährt Stretch von der Dame in der Limousinen-Zentrale, Charlie (Jessica Alba).

Stretch kam meines Wissens nach noch nicht einmal in die deutschen Kinos, sondern wurde direkt auf DVD veröffentlicht. Schade. Ich hätte ihn mir auch im Kino angeschaut. Da sind immerhin auch ein paar bekannte Namen mit dabei. Wilson kennen wir aus Watchmen. Ray Lotta, Norman Reedus und David Hasseloff haben Cameo-Auftritte. Ed Helms (Hangover) spielt einen verstorbenen Chauffeur, der Stretch immer wieder in Stresssituationen erscheint.

Man sollte sich Stretch nicht anschauen, wenn man Gefluche nicht verträgt. Scheiße wird da oft verfickte Kacke gesagt. Und ähnliche farbenfrohe Dinge ...

Stretch ist schräg, skurril und hat ein gutes Tempo. Das kommt vielleicht daher, weil Regisseur Joe Carnahan gerne solche Filme macht. Sein Smoking’ Aces war auch schräg (wenn auch nicht sonderlich gut). Pine ist wunderbar anzusehen. Für einen entspannten Abend ist der Film gut.

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