Filmplakat John Dies at the End
8/10

„Du kriegst von mir die nächsten acht oder neun Jahre Anrufe - alle von heute Nacht.“ (John Dies at the End, 2012)


John Dies at the End

Besprechung

Dave Wong (Chase Williamson) erzählt dem Reporter Arnie (Paul Giamatti) seine Geschichte. Seine Geschichte ist eng verknüpft mit der Soße, einer schwarzen, lebenden Droge, die den Benutzer Dinge sehen und hören lässt, die noch nicht geschehen sind. Oh, und man kann in der Zeit reisen.

Dave hat durch Zufall die Droge ins Blut bekommen, als er seinem Kumpel John (Rob Mayes) hat helfen wollen. John hatte Dave angerufen, weil er seltsame Dinge sah. Außerdem sollte John Dave in den nächsten Tagen auch noch anrufen, obwohl er eigentlich tot ist. Alles dank der Soße.

Die Geschichte von Dave handelt auch von einem tragischen Fall, in dem ein Haufen Kids, mit denen Dave und John noch kurz vorher auf einer Party waren, angeblich wegen schlechter Drogen gestorben ist. Ein Detective (Glynn Turman) untersucht den Fall. Allerdings gestaltet der sich als so schräg und schwierig, dass der Detective nicht mehr weiter weiß. Kann der übersinnliche Dr. Marconi (Clancy Brown) helfen? Und was hat der magere Roger North (Doug Jones) mit der Space-Schnecke in Daves Wagen zu suchen? Wieso redet der vom Weltuntergang? Und kann man wirklich mit einem Hot Dog telefonieren?

Meinung von

Wow, was für eine kranke Scheiße! Die ersten zehn, fünfzehn Minuten sind erst einmal so verwirrend, dass man ausschalten möchte. Die Tricks sind billig gemacht, die Hauptdarsteller könnten noch ein wenig Schauspielunterricht gebrauchen. Aber nach einer Weile ist man gefangen von "der Soße". Die Geschichte springt hin und her, ist verwirrend und total abgefuckt. Irgendwann macht der Film dann nur noch Spaß. Man lässt sich auf diesen Tripp ein.

Auf einem Tripp muss wohl auch Regisseur und Autor Don Coscarelli gewesen sein, als er das Stück zu Papier gebracht hat. Aber vielleicht hat er das gar nicht, vielleicht hat er es einem Oktett von Fliegen diktiert, als er einen Kopfstand machte und diese haben es dann mit ihren kleinen Füßchen – tripple, tripple – auf einer Herdplatte verewigt? Wer kann das schon sagen? Coscarelli ist aber wohl bekannt für skurrile, nicht unbedingt den Mainstream bedienende Filme. Mit Bubba Ho-Tep hat er zehn Jahre zuvor auch schon seine Liebe zum billigen Schund bewiesen. Das muss eine schlimme Kindheit gewesen sein ...

Vielleicht gibt es da draußen auch noch jemanden, der in John Dies at the End irgendwas Spirituelles oder Übersinnliches sieht - immerhin geht es um Parallelwelten und solche lustigen Dinge. Ich denke aber, man muss den Film als das nehmen, was er ist: ein durchgeknallter Spaß, der nicht wirklich viel Sinn macht. Man muss "schrägen Müll" mögen, dann ist man mit John Dies at the End gut bedient. Oder man hat selber gerade Drogen intus – dann ist das wohl bestimmt die Offenbarung hoch zehn. Wer weiß?

Übrigens konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der namengebende John – also Rob Mayes – irgendwie wie eine junge Kopie von Val Kilmer in Was für ein Genie daherkommt. Die Art wirkt wie abgeschaut. Nicht die schlechteste Reverenz.

John Dies at the End bekommt auf alle Punkte für den Skurrilitätsfaktor. Keine Frage.

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