Filmplakat Resident Evil: The Final Chapter
6,5/10

„Mein Vorschlag lautet, dass wir die Welt untergehen lassen. Nach unseren Spielregeln. Eine gut orchestrierte Apokalypse.“ (Resident Evil: The Final Chapter, 2016)


Resident Evil: The Final Chapter

Besprechung

Alice (Milla Jovovich) ist die einzige Überlebende der großen Schlacht um Washington. Nachdem sie sich gegen ein riesiges Flugmonster hat erwehren können, bekommt sie eine Nachricht von der Red Queen (Ever Anderson). Das Computerprogramm bittet Alice um Hilfe. Sie stellt Ihr Rache und eine große Enthüllung in Aussicht. Allerdings hat Alice nur noch 48 Stunden Zeit, dann fallen auch die letzten menschlichen Siedlungen. Die Red Queen schickt Alice dorthin zurück, wo alles begann: nach Racoon City, in den Hive der Umbrella Corporation. Tief unter der Erde soll es ein Heilmittel gegen den T-Virus geben.

Der Weg zum Ground Zero der Apokalypse ist schwer. Kurz vor Racoon City wird sie von Umbrella-Soldaten festgenommen. Zu Alice’ Entsetzen stehen die Soldaten unter der Führung von Dr. Isaacs (Iain Glen). Dachte Alice, sie hätte den sinistren Doktor getötet – erkennt sie schnell, dass sie nur einen Klon ausgeschaltet hat. Der Doktor zieht gen Racoon City, eine Armee von Untoten im Schlepptau.

Alice kann entkommen und trifft in Racoon City auf Doc (Eoin Macken), der eine kleine Gruppe Überlebender anführt. An seiner Seite steht Alice’ alte Freundin Claire Redfield (Ali Larter). Die Zeit wird knapp. Dr. Isaacs kommt mit seiner Untoten-Armee immer näher. Im Inneren des Hives wartet der alte Widersacher Wesker (Shawn Roberts) auf Alice und ihre Freunde.

Meinung von

Okay, das war's dann. Regisseur, Autor und Mastermind hinter dem Franchise, Paul W. S. Anderson, ließ uns in Resident Evil: Retribution mit einem Monster-Cliffhanger zurück. Alice und Co. waren von Wesker nach Washington gelotst worden, weil die Red Queen völlig durchdrehte und die Menschheit komplett ausrotten wollte. Man traf sich in Washington, das Weiße Haus umgeben von Armeen und Fluten von Zombies sowie anderem Monster-Getier. Das würde was geben! – Und dann fängt Resident Evil: The Final Chapter an: Alice wühlt sich aus dem Schutt des Weißen Hauses heraus. Der Kampf ist vorbei, alle sind tot, nur sie nicht. Wo ist die große Schlacht? Verräter …

Auch wenn Resident Evil: The Final Chapter einige Fehler aufweist, ist der Streifen doch besser als der Vorgänger und auch ein guter Abschluss eines 15 Jahre währenden Franchises. 15 Jahre lang stand Alice im Kampf gegen die Umbrella Corporation, Zombies und Monster. Das Muster ist stets einfach gewesen. Im letzten Kapitel der Saga kommt Anderson dann doch noch mit der einen oder anderen frischen Idee daher. Dr. Isaacs wieder am Leben? Ach, ein Klon. Okay, der war noch nicht so gut. Aber dass Isaacs nun ein religiöser Fanatiker ist – das hat was. Isaacs trägt Kreuz und sieht den T-Virus als das Mittel der Reinigung an. Lege Dich niemals mit einem religiösen Spinner an!

Die Red Queen macht eine 180-Grad-Wendung. Das ist zwar nett, aber auch eine dieser holperigen Entscheidungen. Im ersten Teil von Resident Evil war das Programm im Verteidigungsmodus. Der Virus wurde freigesetzt und sie hat den Hive abgeriegelt, um eine Ausbreitung des T-Virus zu verhindern. Im dritten Teil, Resident Evil: Extinction, war sie dann devote Ausführbiene von Dr. Isaacs. Im Vorgänger von Resident Evil: The Final Chapter war sie dann extrem aggressiv und wollte die Menschheit ausrotten. Wieso sollte Wesker sich sonst mit Alice verbünden wollen? Doch im letzten Teil ist sie dann wieder die hilfsbereite Red Queen, die allerdings ein Doppelspiel spielt – um die Menschen zu retten. Äh … Entscheidet Euch mal, was das Programm machen soll.

Eine weitere Ungereimtheit ist eine Aussage von Dr. Isaacs. Der echte Dr. Isaacs wurde eingefroren und von Wesker aufgetaut. Dieser Isaacs und Alice haben sich vorher also noch nicht getroffen. Dennoch behauptet der durchgeknallte Wissenschaftler Wir beide haben ein langes Spiel hinter uns. – was so nicht ganz stimmt.

Warum stehen die Toten im Panzer von Dr. Isaacs nicht von den Toten auf und greifen ihn an? Wie kann Isaacs behaupten, Alice sei erst in der Villa zum Leben erweckt worden, wenn wir in Resident Evil sehen, dass sie vor dem Ausbruch des Virus ein konspiratives Treffen hatte, um die Umbrella Corporation zu Fall zu bringen? Ja, inzwischen sind 15 Jahre ins Land gegangen, aber so ganz blöd ist der Zuschauer doch auch wieder nicht. Also ich zumindest nicht.

Innerhalb des Hive gibt es dann noch die eine oder andere Enthüllung, wobei die auch so überraschend nicht sind. Anderson hat zwar nette Ideen, deutet aber alles schon an, so dass der "Schockmoment" nicht so schockend ist. Der echte Dr. Isaacs wird in einer Rückblende gezeigt. Er will die Menschen ausrotten. Wir haben Klimawandel, unkontrollierten Populationszuwachs, Umweltverschmutzung – das sind Fakten. Isaacs will auch solche schaffen und eine Art Arche soll das Heil der Menschheit sein. Nett.

Wir haben Monster, Verrat, Bösewichte – also alles, was man braucht. Die Geschichte von Resident Evil: The Final Chapter ist nicht die schlimmste (im Franchise) und der Film auch gut umgesetzt. "Hochkultur" ist der Streifen natürlich nicht, sondern nette Unterhaltung. Man kann sich auf den Teil freuen, wenn man ihn sich anschaut und weiß, dass ein Ende fürs Franchise gefunden wurde. Der Abschluss ist durchaus ansehnlich.

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