Filmplakat Resident Evil: Extinction
7/10

„Es ist einfach sicherer, wenn ich nicht unter Menschen bin.“ (Resident Evil: Extinction, 2007)


Resident Evil: Extinction

Besprechung

Der T-Virus hat sich weltweit ausgebreitet und nicht nur menschliches Leben zerstört. Es gibt nur noch etwa 1 Milliarde Menschen, die Vegetation ist karg geworden, Wüsten haben sich ausgebreitet. Essen ist rar. Alice (Milla Jovovich) hat sich von ihren Freunden zurückgezogen, weil sie der Meinung ist, überall wo sie ist, da ist auch der Tod. So streift Alice alleine durch das verwüstete Amerika. Zuvor hat sie der Umbrella Corporation die Flugbahnen derer Satelliten gestohlen, so dass sie immer unter dem Radar der fiesen Firma bleiben kann. Bei ihren Streifzügen ignoriert sie auch die Hilferufe ihrer alten Freunde.

Carlos Olivera (Oded Fehr) und L.J. (Mike Epps) haben sich der Truppe von Claire Redfield (Ali Larter) angeschlossen, die eine Gruppe von etwa 40 Leuten um sich gescharrt hat und diese versucht durchzubringen. Der bunte Haufen hält sich von Großstädten fern, weil hier die Untoten in großer Zahl vorhanden sind.

Schließlich trifft Alice doch auf die Überlebenden und rettet sie mit einem gewaltigen Ausbruch ihrer telekinetischen Energie – was das Computerprogramm der wieder unter der Erde angesiedelten Umbrella Corporation, die White Queen (Madeleine Carroll), registriert. Die informiert auch prompt den sinistren Wissenschaftler Dr. Isaacs (Iain Glen), der tief unter der Erde mit den Zombies herumexperimentiert. Zum einen sucht er einen Impfstoff gegen die Seuche, doch ist das Versuchsfeld mit der Kontrolle über die Zombies auch äußerst interessant. Dr. Isaacs schafft es, die Untoten halbwegs zu kontrollieren, sie schneller und stärker zu machen. Das merken auch Alice und Konsorten, als sie ins von der Wüste zurück eroberte Las Vegas kommen, um hier Treibstoff zu ergattern. Alice hat die Info, dass es irgendwo in Alaska noch ein Fleckchen geben soll, das vom T-Virus verschont geblieben ist. Dort will die Gruppe hin.

Meinung von

Mal etwas anderes. Normalerweise lungert das Böse bekanntlich im Dunkeln. Dunkelheit, Dunkelheit, tiefe Schatten, unheilschwangere Musik – BÄMM, gibt es einen Schockmoment. Das ist ein altbewährtes Rezept für jeden Horror- und Gruselfilm. Autor Paul W.S. Anderson und Regisseur Russell Mulcahy sind in Resident Evil: Extinction einen anderen Weg gegangen. Der Film spielt hauptsächlich am Tag, in der Wüste, unter einer gleißenden Sonne. Das Filmstudio war skeptisch. Das konnte nichts werden. Man braucht Dunkelheit, um Schrecken zu verbreiten. – Sie sollten sich irren. Resident Evil: Extinction ist durchaus sehenswert.

Der Film bewegt sich zwischen dem bekannten Resident Evil-Horror und Mad Max 2. Tatsächlich wollte das Anderson auch genau so: einer neuen Generation von Kinogängern, die das Franchise vom Computerspiel her kennen, auch einmal Kino-Geschichte nahebringen. Die Kids, die ständig vorm Rechner hocken, kennen Mad Max nicht (okay, mit Mad Max: Fury Road sollte sich das auch wieder dramatisch ändern, aber der Film kam acht Jahre nach Resident Evil: Extinction heraus). Und noch ein Film spielte den Paten – zumindest für eine Szene in dem Film: Die Vögel. Es war ja nur eine Frage der Zeit, bis der Virus auch andere Wesen mutieren ließ. Mitten in der Wüste sind es Krähen, die sich von Untoten-Fleisch ernährt haben und nun … etwas anders drauf sind. Allerdings spielen im gesamten Film nur vier Krähen mit, der Rest ist CGI oder sind Puppen.

Was bietet uns Resident Evil: Extinction neben dem Schrecken am helllichten Tage? Also natürlich Zombies. Dann mittlerweile auch schnelle, starke und etwas schlauere Zombies. Unsere geliebten Zombie-Hunde sind wieder dabei, plus eben die erwähnten Zombie-Vögel. Die Umbrella Corporation ist immer noch scheiße und gemein, Dr. Isaacs ein duschgeknallter Wissenschaftler – der am Ende selber zur Laborratte wird. Wir bekommen eine Idee davon, wie die Corporation weltweit überlebt hat, würzen den Spaß mit ein wenig Hoffnung (Alaska) und erhöhen Alices Kräfte um ein paar Level. So nett die Unterhaltung dann auch ist, am Ende ist Resident Evil: Extinction "nur" ein weiteres Puzzleteil auf dem Weg zum in der Zukunft liegenden Finale. Der Film hat ein Cliffhanger-Ende, wir wissen also, dass es weitergehen wird. Das mag ich an sich nicht so sehr …

Ich mochte die Tatsache, dass der Film im Hellen spielt. Er wirkt dennoch. Das hat Highlander-Regisseur Mulcahy gut hinbekommen. Bis dahin der beste Teil in der Resident Evil-Reihe.

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