Filmplakat Highlander – Es kann nur einen geben
8,5/10

„Niemand will gegen mich kämpfen …“ (Highlander – Es kann nur einen geben, 1986)


Highlander – Es kann nur einen geben

Besprechung

Connor MacLeod (Christopher Lambert) ist ein Unsterblicher aus Schottland stammend. Im Jahre 1536 wurde er in den Highlands bei einer Schlacht zwischen zwei Clans von einem schwarzen Ritter umgebracht. Doch schon am nächsten Tag war er wieder unter den Lebenden – und wurde vertrieben.

Im New York des Jahres 1985 kommt es schließlich zur sagenumwobenen letzten Zusammenkunft. Die Unsterblichen bekämpfen sich schon seit mehreren tausend Jahren. Der Sieger schlägt dem Verlierer den Kopf ab und erhält die Kraft des Gefallenen. Das sind alles Lehren, die MacLeod nur wenige Jahre nach seiner wundersamen Wiederauferstehung und Vertreibung von dem ägyptischen Adeligen Juan Sánchez Villa-Lobos Ramírez (Sean Connery) erfährt. Der Gesandte und Chef-Mineraloge des spanischen Königs erklärt dem Highlander auch, dass es niemals dazu kommen darf, dass der schwarze Ritter Kurgan (Clancy Brown) den Preis am Ende der Zusammenkunft erhalten dürfe. Würde er der Letzte sein, würde die Menschheit in ewige Dunkelheit fallen.

Als ob es nicht schon schwer genug wäre, sich auf die Zusammenkunft vorzubereiten, ist MacLeod die Forensikerin Brenda Wyatt (Roxanne Hart) auf den Fersen. Die hat beim letzten Kampfschauplatz MacLeods Metallsplitter eines Schwerts gefunden, das es eigentlich nicht geben dürfte. Dass die Polizei einen Mörder sucht, der Menschen in New York enthauptet, macht das Leben des Unsterblichen nicht gerade leichter.

Meinung von

Es gibt immer wieder Filme, die hinterlassen einen bleibenden Eindruck und überdauern durch ihre Art Generationen. Okay, keine Ahnung, ob sich die Kids von heute tatsächlich an Highlander erinnern, ob die den überhaupt jemals gesehen haben. Immerhin schauen die Kinder von heute ja keine "Filme von damals". Idioten die. Ihr habt ja keine Ahnung, was Euch alles entgeht!

Highlander ist nicht 100%-ig A-Klasse. Dafür sind die Dialoge oft zu hölzern und es gibt die eine oder andere Unlogik. Dennoch strahlt Highlander aus der Masse heraus. Einfach weil er zum Zeitpunkt seines Erscheinens großartig und einzigartig war. Regisseur Russell Mulcahy, der vor Highlander einen ganzen Haufen Musikvideos (u.a. für Spandau Ballett, Duran Duran oder auch Elton John) gedreht hat, legt in Highlander eine besondere Art der Visualisierung hin. Er benutzt wilde Kamerafahrten, sehr oft Schattenspiele oder Gegenlichtaufnahmen. Das ist eine ganz besondere optische Ästhetik, die dem Film zugrunde liegt. Alleine die erste Szene in Madison Square Garden ist schon atemberaubend. Russell setzte die wahnsinnig teure noch sehr junge Skycam ein, um wie mit einem Hubschrauber über die Wrestlingbühne und das Publikum zu fliegen. Das gab es damals noch nicht und es schaut auch heute noch klasse aus.

Highlander stammt aber auch aus einer Zeit, als man noch populäre Musik mit bekannten Künstlern machte. Die Musik war ein wichtiger Faktor, um einen Film bekannt zu machen. Lief die Musik ständig im Radio rauf und runter, war das ein gutes Zeichen für den Film. Bei Highlander haben sich Queen verewigt. Wie schon zuvor bei Flash Gordon hat die britische Band eine volle Scheibe mit großartigen Liedern abgeliefert, so dass es von mir einfach mal zwei Extra-Moviejunkies-Punkte gibt, so großartig ist der Soundtrack. Ich liebe A Kind of Magic von Queen. Tolle LP, auf der Freddie Mercury noch gesund ist und eine starke Stimme hat ...

Christopher Lambert, der Mann mit dem Silberblick, wirkt hölzern. Aber vielleicht soll das auch nur sein. Ein Thema in Highlander ist immerhin die Unsterblichkeit. Connor MacLeod lernt nach seiner Vertreibung die junge Heather (Beatie Edney) kennen und lieben. Doch Heather altert und stirbt. Lieben und seine Geliebte überleben ist scheiße. Hunderte Jahre mit der Erinnerung zu leben, legt noch einmal eine Schippe drauf. Dabei hatte ihn sein Freund Ramírez noch gewarnt gehabt. Da kann man schon mal innerlich versteinern, was dann eben hölzern wirkt.

Sean Connery hat eigentlich eine sehr kleine Rolle. Er ist über 2000 Jahre alt, stammt aus Ägypten und hat seinem Alter entsprechend ein reichhaltiges Wissen angehäuft. Der vom spanischen Hof Angereiste wirkt auf den schmutzigen Highlander wie ein Pfau. Dennoch entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden Männern – bis Kurgan Ramírez enthauptet. Clancy Brown ist ein herrlicher Bösewicht. Der 1,92-Meter-Mann ist so schön brutal, skrupellos und furchteinflößend. In seinen Augen funkelt der Wahnsinn. Mehr braucht man eigentlich nicht für einen gelungenen Bösewicht. Kurgan legt noch eine kesse Zunge (die Szene in der Kirche) und ein Wissen um die Musik von Neil Young hin. Kurgan zitiert aus Youngs Lied "Hey Hey, My My", wenn er den in der Kirche Anwesenden mit seiner "gewagten Frisur" die Textzeile It's better to burn out than to fade away zuruft. Großartig.

Abgesehen von seiner Hölzernheit hat sich Highlander einen Platz in der Reihe von Filmen gesichert, die man kennen sollte – und ein Platz in meinem Herzen hat er auch. Der Erfolg war so groß, dass eine TV-Serie und diverse Fortsetzungen folgten. Die Serie ging ja noch, aber Highlander ist eigentlich abgeschlossen. Connor MacLeod ist der letzte Unsterbliche, alle anderen sind tot, MacLeod hat den Preis gewonnen: Er kann altern und er kann die Menschen verstehen. Wie kann es da Fortsetzungen geben? Genau: Mit viel faulem Schmu und völlig besoffenen Geschichten. Also: Highlander anschauen! Die Fortsetzungen bitte nicht.

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