Filmplakat Resident Evil: Afterlife
4,5/10

„Enttäuschung musst du einfach wegstecken.“ (Resident Evil: Afterlife, 2010)


Resident Evil: Afterlife

Besprechung

Nachdem Alice (Milla Jovovich) in einer unterirdischen Anlage der Umbrella Corporation eine Armee von Alice-Klonen gefunden hat, zieht diese nach Tokio. Hier greifen die Klone den Hauptsitz der üblen Firma an, die den T-Virus geschaffen und damit die Erde dem Untergang geweiht hat. Der Hauptsitz wird zerstört. Alice kann fliehen, ebenso der Vorsitzende der Corporation, Albert Wecker (Shawn Roberts).

Nach dem Vorfall macht sich Alice auf den Weg nach Alaska, wo es angeblich eine Rettung geben soll, eine Art virusfreie Zone, die Frieden versprechen soll. Claire Redfield (Ali Larter) und die restlichen Überlebenden ihrer Truppe sind bereits nach Alaska gereist. Doch dort angekommen, findet Alice nur einen Friedhof von Fluggeräten vor. Keine Menschenseele weit und breit. – Da entdeckt sie Claire, die Alice angreift. Claire scheint Alice nicht zu erkennen, agiert wie ein wildes Tier.

Alice kann Claire überwältigen und reist nun mit der verwerten Claire im Flugzeug zurück nach Los Angeles. Hier treffen die beiden Frauen auf einen kleinen Haufen Überlebender, die sich in einem Hochsicherheitsgefängnis verschanzt haben. Die hofften auf Rettung, doch es ist “nur” Alice. Alice findet neben Claires Bruder Chris (Wentworth Miller) auch die Antwort auf ihre Gebete: Arkadia ist kein Fleckchen in Alaska, sondern ein riesiges Schiff, das von Küste zu Küste zieht und Überlebende aufnimmt. Blöd, dass zwischen dem Gefängnis und dem Meer eine Unzahl Untoter steht. Die sind übrigens teilweise mutiert und nun stärker, deformierter und sie können sich durchs Erdreich wühlen.

Meinung von

Wie gut, dass ich Resident Evil: Afterlife nicht im Kino gesehen habe. Der vierte Film aus der Resident Evil-Reihe ist – Trommelwirbel – in effing 3D gedreht. Regisseur und Resident Evil-Veteran Paul W.S. Anderson musste sich also auch der Knute des Filmstudios ergeben und mit breitem Lächeln diese unsagbar schlechte Technologie preisen. 3D würde so wahnsinnig ungewöhnliche Dinge ermöglichen, sei aber auch schwer. Man musste extra neue Kamera-Halterungen für die Doppelkameras konstruieren und ein Schlag ins Gesicht kann nun nicht mehr zehn Zentimeter am Gesicht des Gegners vorbeigehen. Das würde 3D aufdecken, dass es sich hierbei um einen Fake handelt. Und natürlich – weil ohne geht es nicht – fällt auch Anderson darauf rein und produziert Aufnahmen, die nur für 3D sind. Ich erwähne hier die in die Kamera – upps, sorry – auf die Redfield-Geschwister geworfene Sonnenbrille. Das ist ein selten dämlicher und unnützer Move von Bösewicht Wesker – nur für den Effekt.

Was hat Resident Evil: Afterlife sonst zu bieten? Neben einem weiteren Cliffhanger sehen wir neue Zombies. Der gute, alte T-Virus lässt einige Untote mutieren und "Mandibel-Blumen" produzieren, die ein wenig an Guillermo del Toros Bösewicht aus Blade II erinnern. In Alaska wird die Grundlage für den nächsten Teil geschaffen, wenn wir Claire mit diesem roten Cyber-Käfer auf der Brust sehen, der ihre höheren Hirnfunktionen zu blockieren scheint. Das Teil sehen wir dann am Ende des Filmes auch noch einmal.

Irgendwie wird saut die Technik den Film. Viel Greenscreen, um den 3D-Quatsch in irgendeiner Weise zu unterstützen. Gewürzt mit dem hölzernen Schauspiel eines Wentworth Miller, der null charismatisch herüber kommt, plus dem echt miesen Schauspiel von Sons of Anarchy-Schurke Kim Coates. Alter, ist das ein schlechter Charakter.

Einziges Highlight ist der Axtmann. Wobei ich als Nicht-Spieler mal so keine Ahnung habe, was oder ob dieses Viech einen Hintergrund hat. Die Szene mit dem Hünen und der Kapuze, der eine riesige Axt schwingt ist schon schön anzusehen. Das ist optisch gut umgesetzt, wenn Ali Larter Figur in der Gefängnis-Dusche gegen das Monster kämpft. Wie gesagt: Wieso das Ding auf einmal da ist, wo es herkommt … keine Ahnung.

Ja, die Geschichte hat gen Ende einen netten Twist, aber er ist auch schnell durchschaut. Dass Wecker wieder da ist, ist eher so-la-la. Als Schoßhündchen hat er die guten, alten Zombie-Dobermänner, die aber mittlerweile auch teils durch CGI ersetzt wurden. Wenn die das Maul aufmachen und sich der Kopf in zwei Hälften splittet – ganz blöde Idee.

Wer auf Resident Evil steht, wird sich den Film anschauen. Verglichen mit seinem Vorgänger Resident Evil: Extinction ist dieser Teil schlecht. So einfach ist das. Ich gebe zu einem großen Teil dem 3D die Schuld, aber auch die teils üblen schauspielerischen Leistungen machen Resident Evil: Afterlife nicht zu meinem Favoriten.

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