Besprechung
Auf dem Planeten Yautja Prime herrscht ein raues Klima. Die Bewohner sind die Yautja — von manchen im Universum auch als Predatoren bekannt. Dek (Dimitrius Schuster-Koloamatangi) ist für seine Rasse eine eher kleine Ausgabe. Sein Vater (Reuben de Jong) gibt Deks Bruder Kwei (Michael Homik) den Auftrag, seinen kleinen, unwürdigen Bruder umzubringen. Kwai weigert sich. Aber Schwäche zu zeigen ist bei den Yautja eine Schwäche. Und Schwäche muss ausgemerzt werden.
Drek reist zum Planeten Genna, wo er das riesige Monster Kalisk erlegen und damit seine Ehre erlangen will. Genna ist der gefährlichste Planet des bekannten Universums. Selbst Deks Vater meidet diesen Himmelskörper. Sich vor dem Planeten zu fürchten ist völlig berechtigt. Der Planet ist extrem gefährlich; Pflanzen und Tiere greifen ständig an. In einer sehr brisanten Situation wird Dek von Thia (Elle Fanning) angesprochen, einer Synthetischen der Weyland-Yutani Corporation. Thia ist recht plapperig. Sie und ihre „Schwester“ Tessa (Elle Fanning) wurden zusammen mit weiteren Synthetischen auf den Planeten geschickt. Dabei kam es zu einem Angriff durch den Kalisk, bei dem Thia ihre untere Körperhälfte verloren hat.
Thia und Tessa sind — im Gegensatz zu den anderen Synthetischen — mit Gefühlen ausgestattet. Das dient dem besseren Verständnis der Fauna. Es ist aber auch für den wortkargen Einzelgänger Dek ein Grund, die halbe Synthetische zurückzulassen. Erst als diese den Yautja davon überzeugt, dass sie doch nur ein „Werkzeug“ sei und dass sie wisse, wo sich der Kalisk befindet, nimmt Dek Thia mit. Gemeinsam geht es durch eine feindliche Wildnis, in der gefühlt hinter jedem Baum Gefahr droht.
Meinung von Nils
Uh, was Regisseur und Autor Dan Trachtenberg da fabriziert hat, ist schon eine gewagte Sache: Über 30 Jahre sind die Predatoren die Kontrahenten von Menschen in verschiedenen Epochen. Entweder das, oder sie treten gegen Aliens an. Die Rasse der Predatoren ist stets auf der Suche nach dem stärksten und gefährlichsten Gegner. In Predator: Badlands dreht Trachtenberg den Spieß um. Jetzt ist der Jäger der Gute, die Hauptfigur. Wobei ... so neu ist das gar nicht. Der Terminator wurde in T2 auch zum Beschützer, obwohl er zuvor noch der Bösewicht war.
Wenn der Predator der Gute ist, wer ist dann in Predator: Badlands der Bösewicht? Zum einen ist es der Planet Genna und seine Bewohner selber. Aber auch – wer hätte es gedacht – die Weyland-Yutani-Mitarbeiter. Die haben ihre eigene Agenda, die sie verfolgen. Normalerweise ist ein Predator ein wahnsinnig mächtiger und gefährlicher Gegner. Vor allem, wenn er mit seiner Tarnung angreift. Diese Bedrohlichkeit kann Tessa nicht erzeugen. Aber sie ist erkennbar böse. Unser Predator Drek hat übrigens noch keine Tarnausrüstung. Die muss man sich verdienen. Dabei wäre so eine Tarnausrüstung schon sehr praktisch auf Genna.
Obwohl ich Elle Fanning nicht wirklich mag – ich habe den Eindruck, die Dame lächelt nie –, muss ich sagen, dass sie ihre Rollen gut spielt. Thia ist lebhaft, neugierig, kommunikativ und zeigt ihre Emotionen. Wenn Drek sie nach ca. Zweidrittel des Films als "Werkzeug" bezeichnet, ist sie eingeschnappt und schmollt. Sie war der Meinung, die beiden hätten sowas wie eine Beziehung aufgebaut und dann so eine Aussage ... Später sieht man auch ein schönes Spiel mit den Gesichtsmuskeln. Sie zeigt Trauer und Besorgnis. Wohingegen sie als Tessa kalt, starr und mechanisch wirkt. Zwei völlig verschiedene Charaktere, gut dargestellt.
Predator: Badlands ist eine gute Ergänzung zum Franchise. Es ist nicht der "Den musst du uuuunbedingt sehen!"-Film, aber wer Predator mag, wird hier bedient. Das ist Popcorn-Kino. Übrigens nicht so blutrünstig, wie ich es mir gedacht — und sogar etwas erhofft — hatte.