Filmplakat Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen
6/10

„Verstecken sie ihre Teelöffel.“ (Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen, 2018)


Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen

Besprechung

Der böse Zauberer Grindelwald (Johnny Depp) wird vom amerikanischen Zaubereiministerium nach England verschifft, damit er sich dort für seine Verbrechen verantworten muss. Grindelwald kann jedoch fliehen. Niemand weiß so recht, wo er sich aufhält. Der Autor magischer Bücher, Newt Scamander (Eddie Redmayne), will wieder reisen, hat aber nach seinem letzten Abenteur Reiseverbot vom britischen Zaubereiministerium erhalten.

Sein alter Lehrer und Freund Albus Dumbledore (Jude Law) hilft ihm etwas auf die Sprünge. Dumbledore will, dass Newt Grindelwald aufhält. Dazu muss er Credence Barebone (Ezra Miller) finden. Der befindet sich in Paris, wo er seine verloren gegangene Schwester finden will. Credence will immer noch wissen, wer er wirklich ist, woher er kommt. Paris als Reiseziel fällt dem Mann mit Reiseverbot leicht, weil er weiß, dass dort auch Tina Goldstein (Katherine Waterston) ist.

Grindelwald will in Paris – ja, auch er ist dort – die Reinblüter hinter sich versammeln, um die Muggel, also die Nicht-Magier, zu unterjochen. Er will eine Welt, in der die Magie sich frei entfalten kann. Dafür benötigt er auch Credence, denn nur der kann Dumbledore töten. Dumbledore steht Grindelwald im Wege.

Meinung von

Sieben Jahre sind vergangen, seit Newt Scamander in New York seine phantastischen Tierwesen einfangen musste und dabei die Millionenstadt schwer beschädigt hat. Mittlerweile darf er nicht mehr reisen. Sein Bruder, der Auror Theseus Scamander (Callum Turner), versucht ihm noch zu helfen, doch Newt hat seinen eigenen Kopf. Er will sich auf keine Seite schlagen, nur um wieder reisen zu können.

Wir bleiben also immer noch mit dem Geheimnis um Credence zurück und wie im ersten Teil angekündigt, wird Grindelwald der große Bösewicht. Ein bisschen wie Lord Voldemort – nur mit Nase.

Die Figuren aus dem ersten Teil sind alle wieder da. Hinzu kommen neben Dumbledore und Grindelwald noch Leta Lestrange (Zoë Kravitz), der besagte Theseus Scamander, Credences Freundin Nagini (Claudia Kim) sowie Yusuf Kama (William Nadylam). Das wird dann irgendwann zu viel. Da müssen einige Figuren auf der Strecke bleiben, wie z.B. der Nicht-Magier Jacob Kowalski (Dan Fogler), der nur eine kleine Rolle hat. Übrigens genau so wie Tina Goldstein. Da hat ihre Schwester Queenie (Alison Sudol) ja noch mehr Leinwandpräsenz.

Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen kann man nicht anders als "routiniert geschriebene Geschichte" beschreiben. Alles läuft wie in einem Uhrwerk ab. Keine großartigen Verwickelungen. Der "große Twist" mit der wahren Herkunft von Credence war jetzt auch nicht so twistig.

Sympathie für die Hauptfigur Newt wollte bei mir auch im zweiten Teil nicht aufkommen. Irgendwas hat diese Figur, dass man sich nicht mit ihr beschäftigen möchte. Immer noch eine schlechte Voraussetzung für die eigentliche Figur des Films.

Die Beziehung zwischen Newt und Tina ist völlig gestört und das aufgrund eines blöden Irrtums. Das aufzudecken dauert natürlich wieder lange. "Lange" ist ein gutes Stichwort. Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen ist wie sein Vorgänger zweieinviertel Stunden lang und damit zu lang! Die Geschichte hätte man locker auf vielleicht 100 Minuten kürzen können. Da hat sich Frau Rowling ihrem eigenen Schreiben hingegeben.

Fantastisch ist der Streifen, keine Frage. Das hat die Autorin drauf. Es ist aber eben alles zu routiniert und langatmig. Witze sind kaum welche da, ebenso vermisste ich die Spannung. Der Film läuft einfach so dahin und kann einen nicht wirklich packen. Wir waren im voll besetzen Cinemaxx (natürlich 2D-Vorstellung!) und sowohl meine Begleitung als auch ich waren gerade am Anfang kurz davor einzuschlafen. Das meine ich nicht im übertragenen, sondern im wörtlichen Sinne. Meine Augen gingen mehrfach zu und kurz vor dem Einnicken bin ich aufgeschreckt. – Die schlechte Luft im Saal hat da wohl auch seinen Teil dazu beigetragen.

Dabei ist der Streifen nicht schlecht gemacht. Regisseur David Yates ist auch schon seit Harry Potter und der Orden des Phönix an Bord des Zauber-Franchise. Der weiß, was er wie umzusetzen hat. Was uns wieder zum Thema "Routine" bringt ... Yates ist auch gelistet als Regisseur für die nächsten drei Phantastische Tierwesen-Filme. Alle zwei Jahre sollen bis 2024 Tierwesen-Filme erscheinen. Uff.

Harry Potter-Hardcore-Fans sind vermutlich voll an Bord, ich muss mal schauen, ob ich den dritten Teil wirklich im Kino sehen muss.

hoch