Filmplakat Pacific Rim
8,5/10

„Jeder kann fallen.“ (Pacific Rim, 2013)


Pacific Rim

Besprechung

Aus einem Riss tief unten auf dem Grund des Pazifiks kommen sie: riesige Monster aus einer anderen Dimension. Seit zwölf Jahren tobt der Krieg und es sieht nicht gut aus für die Menschheit. Das einst erfolgreiche Jaeger-Programm, ebenso große Roboter, geführt von je zwei mental verbundenen Menschen, soll eingestellt werden.

Der ehemalige Top-Jaeger-Pilot Raleigh Becket (Charlie Hunnam) wird von seinem einstigen Vorgesetzten Marshall Stacker Pentecost (Idris Elba) wieder ins Projekt geholt. Die Widerstandsgruppe, die Pentecost anführt, plant einen finalen Schlag gegen die so genannten Kaiju, die nicht nur immer größer werden, sondern auch in höherer Frequenz aus den Tiefen auftauchen. Das befestigte Hong Kong ist die Basis für die letzten verbliebenen Jaeger.

Raleigh braucht einen Co-Piloten. Er plädiert für die Planungsassistentin Mako Mori (Rinko Kikuchi), die in den Simulationen bestens abgeschnitten hat. Pentocost hat etwas dagegen. Die Zeit drängt jedoch.

Derweil planen die beiden Wissenschaftler Dr. Newton Geiszler (Charlie Day) und Hermann Gottlieb (Burn Gorman) mehr Informationen über die Kaiju in Erfahrung zu bringen – was nicht gerade ungefährlich ist.

Meinung von

Bin ich froh, dass ich den Film gesehen habe. Zuerst war Begeisterung da, dann dachte ich mir nach dem Anschauen des Trailers: Godzilla kämpft gegen die Transformers? — muss das sein? Doch zum Glück überwog das Interesse an einem Guillermo del Toro-Film. Der Mann hat schon mit diversen Filmen wie Hellboy oder Blade II bewiesen, dass er eine unglaubliche Fantasie hat.

Der Trailer gibt einen Einblick davon, was einem im Kinosaal erwartet. Aber auch nur einen kleinen Ansatz. Die Story dahinter wird erst auf der Silberwand voll entfaltet. Es sind nicht nur Monster, die "irgendwoher kommen", es steckt ein Plan hinter ganzen Sache. Die Figuren sind gut gezeichnet, jeder hat sein Packen zu schleppen. Lediglich die beiden Wissenschaftler waren mir zu "freaky" und zu sehr aufgedreht. Hier hätten Day und Gorman gerne etwas runterdrehen können.

Pacific Rim ist bestes — Wie heißt es so schön? — Popcorn-Kino. Man setzt sich rein und wird von der ersten Minute an unterhalten. Die "Entstehungsgeschichte" wird kurz gehalten und man kommt schnell zum letzten Gefecht der Menschheit. Und was für eine Schlacht das ist! Dabei ist es nicht wie in der ersten Transformers-Fortsetzung, wo der Action-Hebel ganz nach oben gerissen wurde und dann dort verharrte. In Pacific Rim gibt es immer wieder genügend kleine, erholsame Unterbrechungen, kleine Witze, die für del Toro typisch sind.

Schönstes Beispiel ist der Kampf zwischen Gipsy Danger und dem Kaiju Otachi in den Straßen Hong Kongs, wenn die Roboterhand nach einem Schlag in ein leerstehendes Bürogebäude rauscht, um vor einem Kugelstoßpendel stehen zu bleiben …

Großes Gejohle kam im Kino auf, als Ron Perlman seine kleine Nebenrolle antrat. Sein Charakter ist schräg, fies und passt wie die Faust aufs Auge für den ehemaligen Hellboy-Darsteller. Ebenfalls nicht schlecht ist Idris Elba. Wobei ich mal denke, dass seine Stimme und seine Ansprachen im Original besser sein dürften. Dennoch gefiel er als rauer, knallharter Millitär.

Del Tor inszeniert die Kämpfe zwischen den Robotern und den Kaijus so herrlich, dass ich bei drei oder vier Gelegenheiten am Ende eines Kampfes laut "YES!" rufen wollte. Also das ist schon alles recht mitreißend.

Man liest mehrfach, dass der Film "den zwölfjährigen Jungen" in dem einen oder anderen Zuschauer geweckt habe. Stimmt. Roboter und — im weitesten Sinne — Dinosaurier sind für kleine Jungs ganz groß. Also auch Jaeger und Kaijus. So fand auch ich mich an einigen Stellen einfach nur glücklich grinsend in meinem Sessel sitzend.

Was gefiel noch? Zum Beispiel, dass alles dreckig ist. Ein George Lucas hätte wieder alles vor dem Greenscreen machen lassen und die Roboter wären alle glänzend. Falsch. Diese Roboter sind seit Jahren im Einsatz, bekommen immer wieder eine verpasst von riesigen Monstern. Das muss alles mit Dellen übersät, der Lack an vielen Stellen abgeplatz sein. Und so ist es dann auch in Pacific Rim. Danke dafür!

Am Ende hat der Film einige logische Fehler — aber da ich mich zuvor so lange gut unterhalten habe, drücke ich da mal ein Auge zu. Kein Auge drücke ich bei der Tatsache zu, dass der Film wieder nur in 3D gezeigt wird. Punktabzug dafür! Ja, an einigen Stellen war es nett — und wirklich nicht mehr als "nett" — doch keines Falls notwendig oder gar großartig. Im Gegenteil: schnelle Bewegungen sind in 3D immer verschwommen. Die Kämpfe gehen jedoch nicht in Zeitlupe einher. Da geht es richtig schnell und hart zu.

Anschauen, wenn man auf Roboter, Monster, Kämpfe, Aliens, verückte Wissenschaftler und Ron Perlman steht.

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