Filmplakat Mission: Impossible – Rogue Nation
7,5/10

„Jetzt töte ich um Veränderung herbeizuführen.“ (Mission: Impossible – Rogue Nation, 2015)


Mission: Impossible – Rogue Nation

Besprechung

Der IMF hat ein Problem. Zu viele wilde Aktionen haben den CIA – unter der Leitung von Alan Hunley (Alec Baldwin) – auf die Vereinigung und besonders auf Ethan Hunt (Tom Cruise) aufmerksam gemacht. Die gesamte Abteilung wird aufgelöst, Hunt gesucht.

Der ist auf der Suche nach einer mysteriösen Vereinigung namens Syndikat. In London trifft er auf einen geheimnisvollen Mann, der sich später als Solomon Lane (Sean Harris), dem Leiter des Syndikats, herausstellen soll. Hunt wird von Lanes Männern festgenommen und soll verhört werden. Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) kommt ihm überraschend zur Hilfe, obwohl sie doch auch fürs Syndikat arbeitet – oder doch nicht?

Hunt lotst Benji Dunn (Simon Pegg) nach Wien, damit der ihm hilft, den seltsamen Mann dingfest zu machen. Der wird quasi zum weißen Wal für Hunt. Während Hunt also das Syndikat auffliegen lassen will, macht das CIA auf ihn Jagd, da er als vogelfreier Agent gilt. Der Top-IMF-Agent Hunt muss feststellen, dass Lane eine Art Anti-IMF gegründet hat; eine Vereinigung von Spitzenagenten aus allen Ländern, die angeblich tot sind. Das Syndikat – von dessen Existenz das CIA immer noch nicht überzeugt ist – plant die Welt ins Chaos zu stürzen.

Meinung von

Nach dem Erfolg von Mission: Impossible - Phantom Protokoll war es klar, dass man erneut einen Mission Impossible-Film drehen musste. Und ja, wir wissen alle, dass Tom Cruise seine Stunts selber macht. Blablabla.

Mission: Impossible - Rogue Nation ist anders als seine Vorgänger. Hunt hat nicht gleich von Anfang an ein Team und auch keine Aufgabe im eigentlichen Sinne. Er ist lange Zeit solo unterwegs. Erst kommt Benji dazu und viel später gesellen sich noch William Brandt (Jeremy Renner) sowie Hunts alter Kumpel Luther Stickell (Ving Rhames) dazu. Doch das soll einige Zeit dauern.

Auf die üblichen Masken wird weitestgehend verzichtet, wenn auch nicht ganz. Die Geschichte ist dicht und kompakt erzählt. Mission: Impossible - Rogue Nation ist ein schönes Verwirrspiel: Für wen arbeitet Ilsa denn nun? Ist sie im Dienst von Lane oder doch eine Doppelagentin des MI6? Ist sie auf Hunts Seite oder spielt sie ihn nur aus? Eine klassische Femme fatale, wenn man so sagen mag. Undurchsichtig, verführerisch und gefährlich.

Mit Sean Harris hat man wieder einmal einen herrlich fiesen Bösewicht. Er ist ruhig, aalglatt und verdammt gefährlich. Wir lernen, dass er ein abtrünniger MI6-Agent ist, doch erst später enthüllt sich die volle Tragweite seines Schaffens und seiner Herkunft. Er ist somit nicht nur ein einfacher Schurke, der von Geldgier oder anderen weltlichen Gelüsten getrieben wird. Er ist ein Werkzeug, das man zu einem speziellen Zweck geschärft hat und das nun wild geworden ist.

Die fünfte Inkarnation von Mission: Impossible – die erste ist fast zwanzig Jahre alt – ist nicht nur spannend und gut erzählt, sie ist dank Simon Pegg auch witzig. Wobei selbst Mr. Cruise nicht immer Mr. Cool ist, sondern nach einem kleinen Vorfall sehr verwirrt zu sein scheint, was recht lustig anzusehen ist.

Verfolgungsjagden gibt es einige zu sehen, sei es im Wagen, auf dem Motorrad oder zu Fuß. Auf die üblichen Gadgets wird weitgehend verzichtet, was den Streifen griffiger macht (ich will nicht "realistisch" sagen). Zwar hat Regisseur-Fastfrischling Christopher McQuarrie, der mit Cruise bereist bei Jack Reacher zusammen gearbeitet hat, keine Längen eingebaut, der Film wird nicht langweilig, dennoch hätten es ein paar Minuten weniger auch getan.

Wer gerne Action-Filme sehen mag mit Verfolgungsszenen und einer Handlung, die den einen oder anderen Twist inne hat, der ist mit Mission: Impossible - Rogue Nation gut bedient. Wie üblich für die Reihe sehen wir wieder viele Städte, rund um den Globus, was auch stets nett ist.

Was diesmal fehlt – man mag es kaum glauben – ist eine Szene, die an die großartige Abseilszene aus dem ersten Teil erinnert. Bisher war immer eine ähnliche Einstellung zu sehen. Auch hier unterscheidet sich also Mission: Impossible - Rogue Nation von seinen Vorgängern.

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