Filmplakat Jack Reacher
7/10

„Wir mögen das, wenn Freunde der Angeklagten unsere Arbeit kontrollieren ...“ (Jack Reacher, 2012)


Jack Reacher

Besprechung

Ein Unbekannter (Jai Courtney) erschießt am helllichten Tage fünf Menschen. Scheinbar wahllos. Die Ermittlungen unter Detective Emerson (David Oyelowo) machen den ehemaligen Army-Scharfschützen Barr (Joseph Sikora) als den Täter aus. Bevor dieser ins Koma geprügelt wird, verlangt er Jack Reacher (Tom Cruise). Der herumstreuende Ex-Militärpolizist eilt herbei. Allerdings nicht, um Barr zu entlasten — Reacher hat mit dem Scharfschützen selber noch ein Hühnchen zu rupfen.

Die Rechtsanwältin Helen (Rosamund Pike) will Barr verteidigen, allerdings nicht, um seine Unschuld zu beweisen. Sie hat erkannt, dass in ihrem Bezirk viele Verdächtige ein Geständnis abgelegt haben, um der Todesstrafe zu entgehen — egal ob sie schuldig waren oder nicht. Das will sie bei Barr verhindern. Da Reacher schon mal da ist, heuert sie ihn als Ermittler an.

Reacher macht sich ans Werk und scheucht einige Leute auf, die daraufhin Jagd auf ihn machen.

Meinung von

Ich habe schon einige Jack Reacher-Romane von Lee Child gelesen. Der Film Jack Reacher basiert auf dem neunten Reacher-Buch namens Sniper. Wie in früheren Romanen von Child liegt auch hier wieder ein grundsolide Geschichte zugrunde. Man kommt zwar schnell dahinter, dass offensichtlich das wahllose Massaker gar nicht so wahllos war, doch wieso das so ist, wird erst später im Film aufgeklärt. Bis dahin ermittelt Reacher, prügelt sich und ist nett zu den Damen. So, wie man Reacher aus den Büchern kennt. Bis es zur Auflösung kommt, wird noch einmal schön in die Irre geführt, was die Hintermänner der Tat anbelangt, also alles gut.

Was allerdings verwirrt, ist Tom Cruise. Dem 1,70m-Mann fehlen locker 20 Zentimeter, um der Gestalt von Reacher aus den Romanen zu entsprechen. Das wirkt — kennt man die Vorlagen — doch schon etwas komisch. Ansonsten ist die Figur recht gut getroffen. Reacher ist ein grandioser Analyst und weiß sich auch ohne Waffe zu wehren. Dennoch ist die Figur im Buch "männlicher" als Cruise es darstellen kann.

Der Film ist routiniert und schnörkellos umgesetzt. Jai Courtney ist ein gut gespielter Psycho/Auftragskiller. Rosamund Pike ist eher Beiwerk. Ihre Rolle ist nicht so wichtig. Robert Duvall taucht spät im Film auf, um Reacher zu helfen. Hier kommen noch einmal die Militär-Freunde auf ihre Kosten, wenn ein alter Marine einem Army-Typen hilft. Ach, das Militär ist doch so schön ...

Für 130 Minuten abendliche Entspannung bei einer guten Krimi-Geschichte ist Jack Reacher gut. Popcorn-Kino eben, nicht mehr.

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