Filmplakat Eat Local
5,5/10

„I'm not racist. I kill everyone.“ (Eat Local, 2017)


Eat Local

Besprechung

Alle 50 Jahre treffen sich die Oberhäupter der Vampire irgendwo auf dem Lande zum “socializen”, aber diesmal vor allem um die Territorien neu abzustecken. Im Grunde eine ruhige Veranstaltung. Diesmal kommt es jedoch zu einigen unvorgesehenen Ereignissen. Nicht nur, dass sich die Gruppe der acht Obervampire von einem aus ihrer Mitte “verabschieden” – weil er eine grundlegende Regel missachtet hat. Das “Ausscheiden” von Thomas (Jordan Long) führt dazu, dass eine Stelle vakant geworden ist. Es müssen immer acht Oberhäupter sein.

Wie gut, dass Vanessa (Eve Myles) den jungen Sebastian (Billy Cook) mitgebracht hat. Dem wurde eine aufregende Nacht versprochen. Klar, dass Sebastian etwas anderes im Sinne hatte. Als er dann die seltsame Truppe kennenlernt, denkt er erst an eine religiöse Spinnergruppe. Nein, man macht ihm das Angebot, Teil der Familie zu werden. Allerdings lehnt Mr. Boniface (Tony Curran) ab. Blöd für Sebastian: ein neues Mitglied wird nur einstimmig aufgenommen. Ganz dumme Situation für den jungen Mann aus Essex …

Die Vampire geraten allerdings in dieser Nacht ebenfalls in die Bredouille. Das Militär unter der Anleitung von Bingham (Robert Portal) und beauftragt von Larousse (Mackenzie Crook) steht im nahen Wald der Farm, auf dem das Treffen stattfindet. Die Truppe ist auf einen Kill aus. Wohlgemerkt – ein Kill. Dass da so viele Vampire anwesend sind, war nicht geplant.

Meinung von

Jason Flemyng kennen wir aus Filmen wie Layer Cake oder Der Sternwanderer. Mit Eat Local hat sich Flemyng erstmals hinter die Kamera gewagt. Genügend Filme hat er ja gemacht, als dass er hat aufnehmen können, wie man einen Film dreht. Was herausgekommen ist, ist eine ganz solide Arbeit. Die Geschichte aus der Feder von Danny King ist ganz charmant. Zwar wusste ich am Anfang kein Stück, was da gerade auf der Leinwand abging, aber langsam kommt man rein in das Geschehen.

Wir lernen, dass Vampire nicht rumlaufen und überall wild Leute aussaugen. Das wäre ja in unserer heutigen Zeit auch glatter Selbstmord. Vampire haben strikte Regeln: darunter fällt u.a., dass niemals Kinder auf dem Speiseteller landen. Stets eher alte Menschen. Da fällt das nicht so auf. Wilde Transformationen sieht man nicht, nur ein paar Mal Zahnreihen mit spitzen, schief stehenden Zähnen. Das Budget für den Film war mit 1,6 Mio Pfund auch nicht so wahnsinnig hoch. Die besten Effekte sind eigentlich die, wenn die Vampire in der Nacht unterwegs sind und Augen haben, wie die von Hunden, denen man im Dunkeln in die Augen leuchtet.

Neben den oben genannten Vampiren sind noch der besonnene Henry (Charlie Cox), Ex-Dr. Who-Begleitung Freema Agyeman als Angel, der Duke (Vincent Regan) und Alice (Annette Crosbie) anwesend. Zudem ist noch Chen (Lukaz Leong) dabei. Vor allem Alice ist lustig. Eine alte Dame, die strickt und ausschaut, als könne sie keiner Fliege etwas zuleide tun – tatsächlich aber ein Vampiroberhaupt ist, das Freude am Rumgeballert mit dem Maschinengewehr hat. Die Briten und ihr seltsamer Humor mit alten Damen. :-)

Eat Local ist nicht blutrünstig. Wer das erwartet, weil es ein Vampirfilm ist, wird enttäuscht. Dafür gibt es diverse kleine Witze, die mit einem Augenzwinkern präsentiert werden. Bei 30 Days of Night sind es die Menschen, die von Blutsaugern belagert werden. Bei Eat Local ist es umgekehrt. Wir sind klar auf der Seite der Spitzzähne. Gut, Boniface ist ein unangenehmer Geselle, aber auch er ist am Ende in Ordnung.

Auf Eat Local bin ich nur aufmerksam geworden, als ich auf einer Konferenz einen Vortrag von Mike Kus hörte, der das Plakat zu dem Film schuf. Das ist schon eine nette Geschichte gewesen. Er erwähnte auch, wovon der Streifen handelt. Allerdings, wie ich jetzt weiß, irgendwie vollkommen anders. Naja. Ich war ja schon am Haken. Und als ich sah, dass der Film im Savoy im Rahmen der Fantasy Filmfest Nights laufen sollte, war klar, dass ich eine Karte hole.

Da der Film im Original lief, hatte ich mal wieder meine Probleme dem Streifen zu 100% zu folgen. Das liegt einfach daran, weil ich die Briten nicht verstehe. Die nuscheln alle wie blöde und verschlucken ganz viele Wörter. Wo ist das gute, alte Queen’s English geblieben, das wir in der Schule gelernt haben?

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