Filmplakat Die Tribute von Panem – Mockingjay: Teil 1
6/10

„Es gibt Züge und es gibt Gegenzüge.“ (Die Tribute von Panem – Mockingjay: Teil 1, 2014)


Die Tribute von Panem – Mockingjay: Teil 1

Besprechung

Nach den letzten Hungerspiele ist Katniss (Jennifer Lawrence) in Distrikt 13 untergekommen. Der Distrikt wurde eigentlich, so heißt es, vom Kapitol ausgelöscht. Die Überlebenden leben in einer riesigen, unterirdischen Anlage.

Die einstige rechte Hand von Präsident Snow (Donald Sutherland), Plutarch Heavensbee (Philip Seymour Hoffman), will Katniss’ Popularität ausnutzen, um sie als den Spotttölpel über Propagandafilme in den verschiedenen Distrikten zu einer Galionsfigur des Widerstands gegen Snow und sein totalitäres System aufzubauen. Katniss weigert sich zunächst, steigt dann aber doch in den Ring und vor die Kamera.

An ihrer Seite hat sie auch ihren Jugendfreund Gale Hawthorne (Liam Hemsworth), der als einer von Wenigen, ein Massaker in Distrikt 12 überlebt hat. Von den Taten in Distrikt 12 weiß sonst niemand, weil Snow die Informationsflüsse klar steuert. Wer fehlt, ist Peeta Mellark (Josh Hutcherson). Der ist bei den Tumulten am Ende der letzten Hungerspiele verschollen gegangen, wofür sich Katniss ständig Vorwürfe macht – sich und Plutarch. Doch Peeta lebt noch. Er tritt regelmäßig im Fernsehen auf und bittet Katniss mit den Unruhen, die sie angezettelt hat, aufzuhören.

Meinung von

Die letzte Runde der Hungerspiele wurde eingeleitet. Gut, Spiele sehen wir im ersten Teil des dritten Teils nicht. Dafür geht die Reihe in ihrer letzten Installation zum einen in den Untergrund (im wahrsten Sinne des Wortes) und es wird auch mehr politisch in Panem.

Präsident Snow zeigt seine ganze Härte und ist ein wunderbarer, fieser Gegner. Ein Gegner, über den wir durch eine TV-Ausstrahlung der Rebellen sehr viele, unschöne Dinge lernen. Auf der anderen Seite haben wir die Widerständler unter der Führung von Präsidentin Alma Coin (Julianne Moore), die zwar gegen die Unterdrückung kämpft, dafür aber dennoch alle Register des politischen Theaters bedient. Sie benutzt Katniss, um ihre Ziele durchzusetzen. Zwischen den beiden Systemen ist Katniss, die ständig am zweifeln ist, ob sie das Richtige macht. Hinzu kommt, dass sie Peeta – auf irgendeine Weise – liebt und jedes Mal, wenn sie ihn im Fernsehen sieht, noch mehr an ihrer Aufgabe zweifelt. Das entspricht natürlich alles der Taktik von Snow.

Neben den politischen Machtspielen von Snow und Coin, bietet Mockingjay: Teil 1 etwas fürs Kleine-Mädchen-Herz, was sich seit dem ersten Teil schon so zieht. Apropos "ziehen" — Mockingjay: Teil 1 hat seine Längen. Vor allem am Anfang braucht der Film einige Zeit, um in Fahrt zu kommen und alle Fäden vom Vorgänger aufzunehmen. Wer den zweiten Teil der Trilogie nicht mehr ganz frisch in Erinnerung hat, wird sich zunächst etwas verloren fühlen. Und die Szene mit dem Gesang … hätten sie gerne durch einen aufwühlenden Monolog ersetzen können. Musste nicht sein, das Gesinge. Im Schnitt hätte man locker 15 bis 20 Minuten des Films einsparen können.

Von dem zähen Anfang abgesehen, ist Mockingjay: Teil 1 recht unterhaltsam. Die Befreiungsaktion der im Kapitol zurückgebliebenen, ehemaligen Tribute – darunter Peeta – ist durchaus spannend umgesetzt. Der Twist mit Katniss’ Freund dann auch überraschend. Da kann man sich auf den zweiten Teil des dritten Teils freuen, um zu erfahren, wie das aufgelöst wird. Obwohl durchaus das Dilemma von Hauptfigur Katniss bewusst wird, bleibt Jennifer Lawrence in ihrer Rolle dennoch etwas blass. Sie kann mehr, doch für den Zuschauer bleibt sie unnahbar und nicht sehr sympathisch.

Übrigens: Ich habe die Bücher nicht gelesen, stelle mir aber die Frage, wie lang der dritte Band bitte sein muss, dass man daraus schon wieder zwei Teile machen muss? Oder sollte das einfach nur etwas mit Einnahmen zu tun haben …?

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