Filmplakat Brothers Bloom
7,5/10

„Hier, diese Wassermelone - das ist eine Lochkamera.“ (Brothers Bloom, 2008)


Brothers Bloom

Besprechung

Stephen (Mark Ruffalo) und sein jüngerer Bruder Bloom (Adrian Brody) sind zwei hervorragende Trickbetrüger. Seit ihrer Kindheit legen sie Leute aufs Kreuz. Stephen denkt sich die Geschichten aus, der schüchterne Bloom spielt meistens das Opfer, für das dann das eigentliche Opfer Sympathien entwickelt. Doch Bloom will nicht mehr dieses unechte Leben, das aus Geschichten besteht. Er will — erneut — aussteigen. Diesmal macht er Ernst und verschwindet.

Stephen kann ihn jedoch nach einiger Zeit wieder aufspüren und sogar dazu bewegen “einen letzten Coup” durchzuziehen. Opfer ist die stets gelangweilte und exzentrische Millionenerbin Penelope (Rachel Weisz).

Der letzte Raubzug führt die beiden Brüder, ihre langjährige Gehilfin Bumm Bumm (Rinko Kikuchi) und eben Penelope durch die halbe Welt. Da taucht ein alter Feind auf. Oder ist das auch nur Teil des Plans? Was Realität und was Geschichte ist, wird immer undeutlicher.

Meinung von

Ich mag diese schrägen, seltsamen, leicht-humorigen Filme. Rachel Weisz spielt einen entrückten, weltfremden Menschen. Geht der Lamborghini kaputt, kommt per Abo schon der nächste geliefert. Penelope ist nicht von dieser Welt. Ein ideales Opfer für die Brüder.

Bloom ist in der Bruder-Bruder-Beziehung der Schüchterne — eine Rolle die der dackelblickige Broody wunderbar ausfüllt. Er war stets der Köder in den Geschichten seines älteren Bruders und hat jetzt dieses fremde Leben satt. Er möchte aus dem Schatten der Fiktion treten und endlich selbstständig leben. Penelope passt als Gegenstück ideal zu ihm. Sie scheint auch ein Leben geführt zu haben, das nicht mit eigenem Inhalt gefüllt ist. Penelopes Hobby sind Hobbys von anderen Menschen. Brothers Bloom beinhaltet viel Melancholie und gleichzeitig ist der Film sehr lustig.

Eigentlich schade, dass Brothers Bloom kaum Beachtung gefunden hat. Ist ein schöner Film. Allerdings muss man schon sagen, dass er nach gut Dreiviertel der Laufzeit einknickt. Hin zum Ende kommt zwar noch wieder etwas Fahrt auf, aber das letzte Viertel kostet den Film Moviejunkies-Punkte. Ich mag ihn. Liegt vom Skurrilitätsfaktor auf einem Level wie Die Tiefseetaucher oder Der fantastische Mr. Fox. Also vielleicht nicht Jedermanns Ding ... ;-) Freunde dieses Humors sind mit Brothers Bloom bestens beraten.

Ein Film, der bei mir eine Saite berührt hat. Da hat Regisseur Rian Johnson (Brick) erneut etwas Feines gezaubert. Und wo findet man heutzutage noch einen Film, in dem Hüte ein so wichtiges Mode-Assesoir spielen?

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