Filmplakat Bad Boys – Harte Jung

5,5/10

"Nicht nervös werden, wir sind Neger." — Bad Boys – Harte Jung, 1995

Bad Boys – Harte Jung

Besprechung

Die beiden Cops aus dem Miami-Drogenderzernat, Ehemann Marcus Burnett (Martin Lawrence) und Frauenheld Mike Lowrey (Will Smith), stehen vor einer großen Aufgabe. In der vorigen Nacht ist irgendjemand in das Polizeipräsidium eingebrochen und hat Heroin im Wert von 10 Million Dollar gestohlen. Schnell wird klar, dass das ein Insider-Job gewesen sein muss. Niemand hätte sonst gewusst, wie man an den Stoff herankommen kann.

Die Gang von Fouchet (Tchéky Karyo) steckt dahinter. Bei dem Raub hat sich der kleine Gauner Eddie Dominguez (Emmanuel Xuereb) ein bisschen von den Drogen abgezweigt. Damit will der Ex-Cop zusammen mit einem Callgirl eine Party feiern. Max (Karen Alexander) hat keinen richtigen Bock auf den Job und nimmt ihre Zimmergenossin Julie Mott (Téa Leoni) mit. Fouchet taucht auf und bringt Eddie sowie Max um. Julie wird Zeuge der Tat, kann aber fliehen.

Sie wendet sich an Mike, weil Max gesagt hat, er sei der einzige Cop, dem man vertrauen könne. Da man die Zeugin sicher in Gewahrsam bringen will, Mike aber gerade nicht im Büro ist, muss Marcus am Telefon und auch später den Mike spielen. Das ungleiche Polizistenpaar muss nun vertauschte Rollen spielen, den Babysitter für Julie geben und dabei Jagd auf die bösen Buben machen.

Meinung von

Mit den auslaufenden 80ern war das Genre des Buddy-Cop-Movies voll angesagt. Prominentester Vertreter ist hier wohl Lethal Weapon. Das Franchise ging bis 1998 und endete mit dem vierten Teil. Bad Boys fällt also genau in diese Hochzeit des Genres. Regisseur Michael Bay, der bis dahin nur Videos gedreht hatte, bekam erstmals die Chance in der großen Liga mitzuspielen.

Bad Boys ist ein Paradebeispiel für völlig aufgedrehtes Popcorn-Kino. Oh, und der Grundstein für Michael Bay-Filme. Viel haben sich die Streifen danach nicht verändert. Es geht immer darum, die Hauptfigur möglich cool aussehen zu lassen. Dann wird noch wildes Geballere und Tonnen an Explosionen reingemischt – fertig ist der Bay-Film. Tataaa.

Zugegeben, damals war ich gerade Anfang 20 – also noch voll in der Pubertät ;-) – und fand den Streifen wirklich cool. Schnelle Sprüche, Aufnahmen von schräg unten, coole Musik, heiße Frau: schon war das Kleine-Jungen-Herz glücklich. Damit ist Bad Boys ein Film "seiner Zeit" und hat diese nicht wirklich gut überstanden. Doof, dass Michael Bay seine Filme immer noch nach diesem Rezept dreht.

Der Film lebt von seinem Image, nicht von schauspielerischen Leistungen. Der Geschichte ist so lala. Der Bösewicht kaum anwesend. Den aalglatten und nicht ganz zu durchschauenden Typen Fouchet, bzw. den Schauspieler dahinter, konnten wir vorher schon in Nikita sehen. Seit dem tauchte Karyo immer mal wieder in amerikanischen Produktionen auf.

Der Fresh Prince aus "DJ Jazzy Jeff & the Fresh Prince" (oder auch: Will Smith) hatte zwar schon ein oder zwei Auftritte außerhalb des ... öh ... DJ-Geschäfts, aber Bad Boys sollte ihn vom TV (Der Prinz von Bel-Air) auf die große Leinwand bringen. Dort sollte Smith dann auch bleiben. Co-Star Martin Lawrence war vorher schon mit House Party "berühmt" geworden. Er ist der komische Part, Smith der coole in dem Duo. Ich sagte ja: Best-Buddy-Movies waren in.

Also wenn man sein Hirn abschalten und in "der guten, alten Zeit" schwelgen möchte, ist Bad Boys ein guter Film. Aber auch nur dann. Unglaublich, dass 16 Jahre nach dem zweiten Teil (2003) noch Teil drei und vier folgen sollen ... Das zeigt nur einmal mehr, wie einfallslos die Filmstudios sind.