Filmplakat Arac Attack
6/10

„Das ist der paranoide Albtraum, den ich aus dem Fernsehen habe …“ (Arac Attack, 2002)


Arac Attack

Besprechung

Das kleine Nest Prosperity, in Arizonas Wüste, wird eines Tages aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Ein verloren gegangenes Fass mit Giftmüll, das in einem Teich gelandet ist, hat die hiesige Heuschreckenpopulation verseucht. Der Inhaber der Farm für exotische Spinnen, Joshua Taft (Tom Noonan), füttert damit seine Spinnen, wodurch die größer werden als gewöhnlich. Als eine Spinne ausbricht, folgt das Grauen.

Chris McCormick (David Arquette) kommt genau richtig zum Schlachfest. Der Ingenieur will eigentlich die Mine seines verstorbenen Vaters wieder aufmachen, weil er dort Gold vermutet. Bürgermeister Wade (Leon Rippy) hat hingegen mit der Rückkehr von Chris nicht gerechnet. Er wollte alle Minen an eine Firma verkaufen, die dann dafür gesorgt hätte, dass alle Einwohner aus Prosperity umgesiedelt worden wären. Was niemand weiß: Wade hat bereits einen Deal mit der Firma, die schon fleißig Giftmüll in einem seiner stillgelegten Schächte vergraben hat.

Die Spinnen sind mittlerweile riesig und sie machen Jagd auf die Bewohner der Kleinstadt. Sheriff Samantha Parker (Kari Wuhrer) hat alle Hände voll zu tun. Sie muss sich nicht nur um die Bevölkerung kümmern, sondern auch um ihre Kinder Mike (Scott Terra), der ein kleiner Spinnenexperte ist, sondern auch um die rebellische Tochter Ashley (Scarlett Johansson). Naja und um Chris, der ihr andauernd sagen will, dass er Samantha eigentlich liebt. Aber dann kommen halt diese Riesenspinnen dazwischen. Eine wilde Flucht durch die hiesige Mall und schließlich durch die unterirdischen, spinnengefüllten Stollen beginnt.

Meinung von

Was für ein herrlicher Schwachsinn! Wenn man an mutierte Krabbler aus der Wüste denkt, muss ich zumindest an Formicula denken. Der Film läuft dann auch als Hommage (in etwas seltsamer Schnittfolge) im Hintergrund im Parkerschen Fernsehen. Während aber Formicula noch ein erstes Thema hatte (Angst vor Atomkraft), das mit dem Tierhorror transportiert wurde, will Arac Attack nur unterhalten.

Tiere werden durch Giftmüll zu riesenhaften Ausmaßen mutiert. Alte Idee. Und dann muss sich eine von der Außenwelt abgeschnittene Kleinstadt der Viecher erwehren – hatten wir auch schon in Im Land der Raketenwürmer. Alles also nicht neu. Vielleicht nur der Ansatz, dass man sich und den Film kein Stück ernst nimmt. Das fängt schon früh an, wenn die Spinnen in Tafts Farm leise Quiekgeräusche machen und es wird noch "schlimmer", wenn die Viecher riesig sind. Das ist ein Gefiepe und Gebrabbel von den Spinnentieren, wenn eine Spinne in dem Stollen von Ashleys Freund Bret (Matt Czuchry) Staub ins Gesicht gepustet bekommt, weil er mit seinem Motorrad vor ihr wegfährt, dann hustet die sogar. Was zum Teufel? Bei den Geräuschen der ausgewachsenen Spinnen musste ich oft an die Geräusche denken, die die Gremlins machen, wenn sie ihren Schabernack treiben.

Dass Arac Attack ein comichafter Schwachsinn ist, wird spätestens dann klar, wenn die erste, größere Spinne die Katze von Hilfssheriff Pete Willis (Rick Overton) angreift. Hinter einer Rigips-Wand findet ein wilder Kampf statt, von dem wir nur echt seltsame Geräusche mitbekommen und Abdrücke von der Katze im Rigips. Das hätte aus einem 50er-Jahre-Cartoon stammen können.

In Arac Attack wird auf nette Weise ein typisches Klischee angesprochen. Der junge Mike ist Experte für Spinnen, er hat ein riesiges Exemplar gesehen, aber als er auf Chris trifft und ihm davon erzählen will, wehrt der Junge selber mit den Worten Aber … sie glauben mir sowieso nicht. Denn ich bin ein Kind und Kindern glaubt man eben nicht. ab. So ist das doch immer in solchen Filmen. Also nehmen wir das gleich mal als gegeben an und bügeln jede weitere Diskussion in diese Richtung ab. Aber wenigstens hat Mike sein Wissen weitergegeben.

Arac Attack ist wahrlich kein cineastisches Meisterwerk. Das will der Film aber auch nicht sein. Mit Arac Attack haben wir knappe 100 Minuten Blödsinn vor uns, der so schräg und überzeichnet ist, dass man sich nur darüber amüsieren kann. Dabei scheinen sie sich tatsächlich Mühe gegeben zu haben bei der Umsetzung. Das ist kein Sharknado-Verschnitt. Dennoch: Immer schön im Hinterkopf behalten, dass Arac Attack echt mieses Kino ist – und dann lachen.

Die Effekte sind aus heutiger Sicht "nicht mehr so gut", im Entstehungsjahr waren die aber bestimmt ziemlich krass. Ich bin kein Spinnenexperte, aber als Mike den lateinischen Namen einer Spinne nannte, habe ich mal nachgeschaut, ob es das Viech wirklich gibt. Und siehe da – da hat sich jemand die Mühe gemacht und ein Buch über Spinnen angeschaut. Nur das mit dem Methan in der Miene … das haben sie wissenschaftlich nicht ganz getroffen. Natürliches Methan riecht nicht.

Eigentlich müsste man so einen Film abstrafen, aber da ich mich amüsiert habe, kommt der Streifen sogar noch über das Mittelmaß von fünf Moviejunkie-Punkten.

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