Filmplakat Im Land der Raketen-Würmer
7/10

„Bei der Unterhose meiner Tante - es ist tot.“ (Im Land der Raketen-Würmer, 1990)


Im Land der Raketen-Würmer

Besprechung

Irgendwo in Nevada, dort wo es viel Staub und Einöde gibt, dort liegt das kleine Dörfchen Perfection, das gerade mal 14 Einwohner zählt. Valentine (Kevin Bacon) und Earl (Fred Ward) verdienen sich mit allerlei Jobs ihren Unterhalt. Die beiden Männer lieben ihre Freiheit, auch wenn die Jobs manchmal stinken. Eines Tages stolpern sie über die Studentin Rhonda LeBeck (Finn Carter), die dieses Semester die Seismographen für die Uni beobachtet. Und tatsächlich hat sie ungewöhnliche Aktivitäten entdeckt, so ungewöhnlich, dass sie Val und Earl fragt, ob irgendwer in der Gegend Sprengungen vornimmt.

Wie sich herausstellen soll, sprengt dort niemand. Riesige Würmer, die sich unter der Erde rasend schnell fortbewegen können, eklig lange, mit Mäulern bewerte “Zungen” haben, sind für die seismischen Störungen zuständig. Zuerst weiß jedoch noch niemand aus dem Dorf etwas von den Viechern. Val und Earl finden einen alten Mann auf einem Strommasten — verdurstet. Später noch einen Schafhirten und Reste seiner Herde. Allmählich kommen die Bewohner dahinter, welcher Schrecken dort unter der Erde haust und Jagd auf die Menschen macht.

Val und Earl wollen Hilfe holen, doch das Dorf ist von der Außenwelt abgeschnitten. Zuerst retten sie Rhonda, dann versuchen sie den Rest des Dorfes am Leben zu halten und vor den Würmern zu fliehen. Eine Hilfe sind der Waffennarr Burt Gummer (Michael Gross) und seine Frau Heather (Reba McEntire). Dennoch wird Perfection um einige Bewohner dezimiert.

Meinung von

Im Land der Raketenwürmer ist mal wieder ein saublöder deutscher Titel. Aber so sind sie, die deutschen Filmverleiher. Der Streifen ist ganz klar B-Movie-Material, dabei hat er aber eine so absurde Idee, dass sie viel Spaß macht. Wirf noch einen berühmten Schauspieler wie Kevin Bacon (sechs Jahre zuvor schaffte er mit Footloose den Durchbruch, seitdem hatte er nicht viel Beachtenswertes geschaffen) und das Teil geht ab. Naja, nicht wirklich. 11 Millionen Dollar hat der Spaß gekostet und in den US-Kinos gerade einmal 17 Mio eingespielt. Aber der Streifen hat sich in unsere Herzen gestohlen und nimmt einen besonderen Platz ein.

Wie gesagt, die Idee ist Schwachsinn, aber wenigstens sind die Dialoge nicht voll für’n Arsch und die Schauspieler machen auch alle ihren Job ordentlich. Die "Raketenwürmer", oder wie sie im Original heißen: die Graboiden, sind eklige Viecher, die unter der Erde wohnen und sich hier rasend schnell fortbewegen können. Da Perfection am Arsch der Welt ist, kann man nicht mal eben Hilfe holen. Die Bewohner des Mini-Städtchens sind auf sich selbst gestellt und haben dabei nicht viel Rückzugsmöglichkeiten. Die Häuser in Perfection sind alles andere als perfekt. Wie gut, dass Burt so ein wahnsinniger Waffennarr ist. Wenigstens Bummbumm haben sie, um sich gegen die Riesenwürmer zu wehren. Was folgt sind Explosionen, Kugelhagel und splitternde Graboide.

Der Film hat trotz seines bescheidenen Erfolgs sage und schreibe vier Folgefilme – die von Mal zu Mal schlechter wurden. Wirklich – was da gemacht wurde, in einem Film laufen die Viecher auf Beinen herum – geht gar nicht. Ein wunderbares Beispiel dafür, dass man eine Geschichte ruhen lassen soll, wenn sie fertig erzählt ist. Der Reiz von allen Filmen, also auch von Im Land der Raketenwürmer, ist, dass sich niemand ernst nimmt. Alles ist übertrieben. Ich sage nur UZI 4U als Nummernschild eines Waffenfanatikers ...

In einer kleinen Nebenrolle sieht man übrigens die junge Ariana Richards, die wir drei Jahre später als toughe "Hackerin" in Jurassic Park sehen.

Steve Wilson und Brent Maddock hatten die Idee zu dem Film. Wobei Wilson erzählt, dass die erste Idee tatsächlich "Land-Sharks" vorsah. Man entfernte sich dann davon und ersetzte bekannterweise die Haie durch Würmer. Viiieeel besser. ;-)

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