Filmplakat Alien: Covenant
7/10

„Ich bin nicht hier um zu dienen.“ (Alien: Covenant, 2017)


Alien: Covenant

Besprechung

Zehn Jahre nach dem Verschwinden der Prometheus fliegt die Covenant durchs All. 15 Besatzungsmitglieder befinden sich im Hyperschlaf und transportieren 2000 Kolonisten sowie über 1000 Embryonen zu einem fernen Planeten. Lediglich der Androide Walter (Michael Fassbender) wacht. Eine Sternenexplosion sorgt für Schäden am Schiff. Die Crew muss geweckt werden.

Nachdem man eine seltsame Nachricht, ein Anzeichen von menschlichem Leben, empfangen hat, entscheidet Kapitän Oram (Billy Crudup) zu einem viel näher gelegenen Planeten zu reisen als der eigentliche Zielplanet. Von hier kommt das Signal, dem man nachgehen möchte.

Auf dem Planeten findet die Crew Weizen. Einige Mitglieder der Außenexpedition fangen sich schwarze Sporen ein – und sterben. Nicht ohne vorher seltsame kleine Alien-Organismen zu gebären. Aliens, die schnell wachsen und absolut tödlich sind. Zum Glück taucht da David (Fassbender) auf, der vor vielen Jahren mit der Wissenschaftsoffizierin der Prometheus, Elizabeth Shaw (Noomi Rapace), auf diesem Planeten gelandet ist.

Meinung von

Nachdem ich von Prometheus damals enttäuscht war und ich einer Fortsetzung keine Chance gab, der erste Trailer zu Covenant auch echt langweilig war, konnte der zweite Trailer doch wieder Interesse wecken. Also ab ins Cinemaxx. Altmeister Ridley Scott sitzt wieder im Regiestuhl. Aber – Hey! – das hat er auch bei Prometheus gemacht. Sein Name ist also nicht unbedingt ein Garant für eine gelungene Umsetzung.

Covenant fängt sehr ruhig an, droht sich dahinzuschleppen. Scott zeigt die Hauptfiguren, beleuchtet sie ein wenig, bringt sie dem Publikum näher. Da ist Daniels (Katherine Waterston), die bei dem Vorfall, der die Crew aus dem Hyperschlaf weckt, ihren Mann verloren hat. Oram wird nur wegen dieses Todesfalls Kapitän der Covenant. Er zweifelt an sich. Seiner Meinung nach wurde ihm das Kommando deswegen nicht gegeben, weil er ein religiöser Mensch ist und die Mission einen rational denkenden Kapitän benötigt. Folglich versucht er angestrengt, alles richtig zu machen. Neben den beiden haben wir noch den Piloten Tennessee (Danny McBride).

Und Walter. Walter ist ein guter Androide. Er setzt sich ein für seine Crew, besonders für Daniels. Er ist emotionslos. Ganz wie er geschaffen wurde. Die Verwunderung ist groß, als auf dem Planeten auf einem David vor Walter steht. David hat die Crew gerettet, aber aus einem bestimmten Grund.

Der Film fängt damit an, dass wir David sehen, wie er seinem Schöpfer Peter Weyland (Guy Pierce) begegnet. Wir lernen, was Weyland von David erwartet. Wir lernen aber auch später, dass David mit seiner Aufgabe nicht zufrieden war. Er will schöpferisch tätig sein, doch das wurde dem Androiden nicht programmiert. Wir sehen hier einen künstlichen Mechanismus, der über seine Programmierung hinaus wächst und dummerweise einen Gottkomplex entwickelt hat. Was das für die Crew der Covenant bedeutet, kann man sich nun fast ausdenken.

Obwohl der Streifen echt verdammt ruhig ist, hat er doch einige echte Aufreger-Szenen. Da ist zum einen die Szene zu nennen, in der zum ersten Mal ein Alien aus einem der Offiziere rausbricht. Autsch. Oder wenn ein weißes Alien Rosenthal (Tess Haubrich) umbringt. Da sind sie wieder: die falschen Aliens. Die kleinen Aliens, die wir sehen, kommen dem Ur-Alien schon nahe, sind es aber nicht. Vor allem die helle Farbe und der lange, spitze Hinterkopf stören. Das war bei Prometheus auch schon so. Fuck, wir wollen das Lien sehen!

Zum Glück haben wir David und seinen Gottkomplex … Endlich kommt ein Alien auf die Leinwand, das dem ersten Alien ähnlich sieht. Als das Viech Tennessee und Daniels in dem kleinen Raumgleiter angreift, der eigentlicher Rettung der Crew geschickt wurde – das war auch so ein Ding. Ich merkte irgendwann, dass ich recht angespannt im Sessel saß. Da hatte Scott dann doch alles richtig gemacht.

Blut, Splatter, ein fieses Alien, ein fieser Androide – was will man mehr? Naja, vielleicht eine echte Hauptfigur wie einst Sigourney Weaver. Leider geht Katherine Waterston völlig unter. Dass sie die Hauptfigur sein soll, bekommt man nicht so richtig mit. Erst wenn sie sich dem Alien auf dem kleinen Frachtgleiter stellt, da zeigt sie Biss und Initiative. Sonst ist sie jedoch blass.

Ich war am Ende versöhnt, wenn auch nicht voll auf dem Zug drauf. Im Foyer konnte ich dann noch einige Herren beobachten, die mit dem ersten Alien-Streifen groß geworden sind. Die ließen sich eher abwertend über Covenant aus. Also ich würde eher Covenant schauen als Prometheus. Schade, dass es am Ende einen solchen Cliffhanger gab.

Und: Ans Original kommt auch dieser Film nicht heran.

hoch