Filmplakat Batman v Superman: Dawn of Justice
6/10

„... und schon hat sich Gott meinem Willen gebeugt.“ (Batman v Superman: Dawn of Justice, 2016)


Batman v Superman: Dawn of Justice

Besprechung

Beinahe zwei Jahre sind nach dem Angriff von General Zod (Michael Shannon) und seinen Leuten sowie der Beinahezerstörung Metropolis’ vergangen. Die Welt hat von Außerirdischen erfahren, allen voran Superman (Henry Cavill). Die Menschen sind sich nicht sicher, ob er ein Gott oder ein Monster ist. Ein so mächtiges Wesen solle nicht ohne Aufsicht umherlaufen dürfen, so behaupten manche. Millionär Bruce Wayne (Ben Affleck) wünscht sich das Alien fort. Er hat Albträume davon, dass dieses allmächtige Wesen die Welt übernehmen wird. Also setzt er alles daran, Superman auszuschalten.

Als sein Alter Ego Batman steigt er – nach zwanzig Jahren Kampf für Gerechtigkeit in Gotham – erneut in den Ring. Der dunkle Ritter hat Gerüchte von einer schmutzigen Bombe mitbekommen und will diese finden. Als sich herausstellt, dass es sich tatsächlich um einen Stein handelt, der kryptonische Zellen schädigen kann, will er seine Hände an das Mineral bekommen.

Doch er ist nicht alleine. Der Großindustrielle Lex Luther (Jesse Eisenberg) hat sich nicht nur das Gestein gesichert, sondern auch die Rechte in das Wrack von General Zods Raumschiff zu gelangen. Außerdem darf er den Leichnam Zods untersuchen.

Wie es scheint, haben zu viele Menschen – und zu viele mächtige Menschen – etwas gegen Superman, der doch eigentlich nur helfen will.

Meinung von

Ich mochte ja Man of Steel. Da wurde die Geschichte vom Farmersjungen aus Kansas, der Gutes tun will, sehr schön erzählt. Regisseur Zack Snyder ist dann auch bei Batman v Superman: Dawn of Justice wieder in den Regiestuhl gestiegen. Warum auch nicht? Bei Man of Steel hat er einen guten Job abgeliefert. Nun also die inoffizielle Fortsetzung von Superman, die eigentlich die Einführung von DCs Superhelden-Team Justice League ist. Es ist noch nicht so lange her, dass Warner das Batman-Franchise mit The Dark Knight Rises beendet hat, da schicken sie einen neuen Fledermausmann in die Straßen Gothams. Sorry, "neu" ist hier nicht richtig – Ben Afflecks Batman hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel.

Viele Leute haben sich aufgeregt, dass Affleck, der bekanntlich einen miserablen Daredevil abgegeben hat, als die Comic-Ikone überhaupt gecastet wurde. Viele haben ihm ein Scheitern prophezeit. Dabei macht er seinen Job ganz gut. Sein erster Auftritt im Krisengebiet Metropolis ist stark. Wir lernen seine Ängste kennen – wenn auch zu sehr. Hier hätte Snyder gerne mehr runterschrauben können. Und wieso hat Wayne in einem Traum eine Zukunftsvision, bzw. wieso findet in seinem Albtraum eine Zeitreise vom Flash statt? Das war unlogisch. Es gab unterm Strich eh zu viele Traumsequenzen. An einer Stelle war ich dann so argwöhnisch, dass ich bei einer normalen Handlung schon wieder einen Traum vermutete. Nicht gut.

Neben Batman haben wir natürlich Superman. Der wird gebeutelt ohne Ende. Wie es scheint, ist der Großteil der Menschheit gegen ihn. Obwohl er gute Taten vollbringt. Das Hauptthema von Batman v Superman: Dawn of Justice ist eben diese Zerrissenheit von Superman auf der einen Seite und einem Helden, der in Superman eine Bedrohung sieht. Batman rüstet zum Kampf gegen Sups. Im Grunde könnte der Film gut sein, aber irgendwie fehlt ihm die Seele. Er ist nicht rund. Es ist ein Zusammengewürfel von Kampfszenen auf der einen Seite und dem Versuch die Menschen und Emotionen hinter den Helden zu zeigen.

Jeremy Irons als Waynes Butler Alfred ist sehr befremdlich. Das ist nicht der englische Gentleman, der einst Theater gespielt hat, wie wir ihn aus den Comics kennen. Wir haben hier quasi einen Q vor uns, einen Waffenschmied, der sich Gimmicks für seinen Master ausdenkt und im Blaumann rumläuft. Die väterliche Fürsorge, das Band zwischen Bruce und Alfred, das sich über all die Jahre gebildet hat, fehlt hier. Die Beziehung ist steril.

Zwei Befürchtungen, die durch den Trailer geweckt wurden, sind dann leider auch bestätigt worden. Zum einen ein schlecht agierender Jesse Eisenberg. Hatte ich nach American Ultra noch gedacht, er könnte den bösen Industriellen wuppen, zeigt Eisenberg in Batman v Superman: Dawn of Justice eine nicht ausgereifte Version eines Psychopathen mit einem Tick. Luthor ist aber in Wirklichkeit ein knallharter, hoch intelligenter Mann und kein rumzappelnder, schnippische Sprüche produzierender Junge. In der Länge des Films ist mir übrigens entgangen, was diesen Luthor antreibt, woher sein Hass kommt. Vielleicht wurde es erwähnt.

Schrecklich war auch das Doomsday-Monster und seine Entstehung. Hier hat sich David S. Goyer sehr weit aus dem Fenster gelehnt und eine komplett neue Version geschrieben. Eine schlechte Version. Und Weta hat einen Doomsday kreiert, der arg an einen Höhlentroll aus Herr der Ringe erinnert. Erst nach einem Energieschub wandelt er sich in Richtung des Doomsdays, den wir aus dem Comic kennen. Aber nur ein wenig.

Nehmen wir Batman v Superman: Dawn of Justice als das, was er ist: ein Übergangsfilm. Nachdem mit Man of Steel das Superman-Franchise neu gestartet wurde, wird mit Batman v Superman: Dawn of Justice nicht nur das Franchise für Batman, sondern auch für Wonder Woman (Gal Gadot) und für die Justice League-Filme gestartet. Das ist zu viel. Schnell wurden noch die weiteren, zukünftigen Mitglieder der Justice League – husch husch – vorgestellt.

Ich hatte mir mehr erhofft. Snyder kann bessere Filme machen. Doch hier fehlte zu viel auf der einen Seite (Seele) und auf der anderen Seite war zu viel da (Figuren, Kämpfe, Beziehung zwischen Clark und Lois (Amy Adams)).

Wer sich ein wenig mit Comics auskennt, wird in Batman v Superman: Dawn of Justice Spuren von Der Tag, an dem Superman starb und Die Rückkehr des dunklen Ritters erkennen. Vor allem die Superman-Storyline hat mich dann doch am Ende schon sehr überrascht. Das ist ein monströser Cliffhanger.

Vielleicht wird der Film ja beim zweiten Mal schauen oder in der Extended Version besser. Abwarten.

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