Filmplakat The Green Hornet
6,5/10

„Hast du mir die Windel angezogen?“ (The Green Hornet, 2011)


The Green Hornet

Besprechung

Nach dem Tod seines strengen Vaters (Tom Wilkinson), ist der junge Playboy und Tagedieb Britt (Seth Rogen) am Boden zerstört. Britt hat auf einmal die Zeitung seines Vaters an der Backe, den Sentinel. Interesse hat er jedoch kein Stück an dem Verlagshaus.

Zwar hatte er erst gerade sein gesamtes Personal entlassen, aber als Britt feststellt, dass sein geliebter Kaffee wie Spülwasser schmeckt, muss er feststellen, dass das Technik-Genie Kato (Jay Chou) für den Kaffee zuständig war. Kato wird wieder eingestellt und entpuppt sich als äußerst kompetenter Erfinder und Tüftler.

Britt überredet Kato zu einem “schweren Verbrechen”, das im Endeffekt nur Vandalismus ist. Auf dieser Tour retten sie jedoch ein Pärchen, das gerade überfallen wurde. Mit Adrenalin vollgepumpt, lecken beide Blut und wollen mehr helfen.

Da das Verbrechen in der Stadt immer mehr zunimmt — was mit dem skrupellosen und total durchgeknallten Chudnofsky (Christoph Waltz) zusammenhängt — denken sich Britt und Kato, dass sie am besten an die schweren Jungs rankommen, wenn sie sich selber als solche ausgeben. Aber tatsächlich sind sie die Guten. Als Green Hornet und *äh* sein namenloser Sidekick gehen sie den Kampf gegen das Verbrechen an. Der Sentinel spielt dabei eine wichtige Rolle. Das Blatt puscht die Berichterstattung über Green Hornet, um so Chudnofsky zu reizen und zu demütigen.

Britt und sein kampfsporttüchtiger Sidekick Kato sind zwar bereit zu kämpfen, haben jedoch keinen Plan, wo sie anfangen sollen. Was für ein Glück, dass die Aushilfssekretärin Lenore Case (Cameron Diaz) Journalistik und Kriminalistik studiert hat. Unwissend versorgt sie die unerschrockenen Vigilanten mit wichtigen Infos, wie man ein echt guter Verbrecher wird. Das Resultat: Chudnofsky wird stinksauer.

Meinung von

Als Radio-Sendung in den 1930ern gestartet, ist Green Hornet auch recht schnell als Comic veröffentlicht worden. Nach diversen filmischen Umsetzungen — hauptsächlich als TV-Produktionen — nun im großen Kino. Und weil sie nicht ohne können, natürlich (!) in fucking 3D. Naja.

Green Hornet ist seicht plätschernde Unterhaltung mit einem Helden, der im ersten Moment etwas an den guten alten Batman erinnert, von wegen tagsüber Geschäftsmann, in der Nacht Rächer. Green Hornet ist nur nicht so cool, wie der dunkle Ritter und kann auch nicht so gut kämpfen. Das Handanlegen bei den Gaunern, das macht dann auch sein namenloser Sidekick.

Im Vorfeld hatte ich ehrlich gesagt die Befürchtung, dass Christoph Waltz, der den Bösewicht spielt, in Green Hornet einen Abklatsch seines eigenen Spiels aus Inglourious Basterds geben würde. Zum Glück gibt er der Figur des leicht nuschelnden Chudnofsky, der so gerne "gruselig" sein möchte, eine andere Note. Immer noch gefährlich und unberechenbar, aber dabei so überdreht, dass es wieder amüsant ist.

Der Film hat wirklich große Momente, die urkomisch sind, allerdings ist es kein reiner Schenkelklopfer-Film. Im Gegenteil. Die eine oder andere Länge bricht immer wieder mit dem aufgebauten Tempo. Wenn sich die Jungs — natürlich — wegen der Frau streiten und prügeln und prügeln ... das hätte gerne kürzer sein können. Die Story ist nett, aber nicht besonders anspruchsvoll. Zum Glück gibt es am Ende einen kleinen Twist, das versöhnt wieder etwas. Der eigentliche Held ist mehr ein Maulheld, anstatt ein Retter. Die Erfindungen von Kato können den Zuschauer durchaus begeistern. Dennoch fehlte mir rückblickend etwas.

Der im Abspann gar nicht erwähnte James Franco spielt übrigens eine sehr schöne Rolle als Gangsterboss der neuen Generation — wenn auch nur sehr kurz. Terminators Freund, der junge John Connor, auch als Edward Furlong bekannt, spielt ebenfalls in einer Mini-Rolle mit. Weia, sieht der fertig aus ...

Nicht ganz so fertig, aber doch merklich alt, ist Cameron Diaz. Als sie die Leinwand betrat, war es sehr auffällig. Lustigerweise machen sie im Film genau das Alter zum Thema. Am Rande sei erwähnt, dass die Rolle der Lenore ziemlich klein und blass ist. Eine Cameron Diaz hätte man dafür nicht gebraucht. Aber vielleicht brauchte sie es ...

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