Filmplakat Terminal – Rache war nie schöner
4/10

„Konjugieren sie mich zum Inhalt ihres Herzens.“ (Terminal – Rache war nie schöner, 2018)


Terminal – Rache war nie schöner

Besprechung

In einer fiktiven Stadt, wo das Unmögliche möglich ist, bewirbt sich Annie (Margot Robbie) beim Obergangster Mr. Franklyn (Mike Myers) als Auftragskillerin. Der sagt, er habe schon Leute, die für ihn aufräumen. Das weiß Annie, macht aber den Deal, dass sie den Job bekommt, wenn die beiden anderen sich gegenseitig umbringen. Mr. Franklyn ist einverstanden.

Vince (Dexter Fletcher) und Alf (Max Irons) sind diese beiden anderen Killer. Mit er Hilfe von Mr. Franklyn kommen die beiden in einem Zimmer unter, wie sie langsam weich gekocht werden. Zwischendurch gehen sie ins Bahnhofterminal, um dort in einer abgelegenen Bar zu essen. Annie bedient sie.

Das mit Vince und Alf scheint nebenbei zu laufen. Währenddessen hat Annie noch ein Seitenprojekt. Sie belagert den Englischlehrer Bill (Simon Pegg), der sterbenskrank ist, aber sich nicht traut selbständig abzutreten.

Meinung von

Was ich dem Film zugute spreche, das ist seine Optik. Der Film lebt von comichaften Neon-Röhren, die die Szenen in ein besonderes Licht tauchen. Das schaut wirklich gut aus. Aber sonst hat der Film nicht viel. Er ist verwirrend. Bis zur Auflösung plätschert er so dahin und man hat keine Ahnung, worum es hier überhaupt geht. Der Zuschauer bleibt bis kurz vor Ende im Dunkeln. Das ist nicht befriedigend. Das ist sogar so nervig, dass ich zwischendurch den Film ausgemacht habe und mich erst später wieder "reimgequält" habe.

Margot Robbie wurde gecastet, weil sie mit der Rolle der Harley Quinn in Suicide Quad gezeigt hat, dass sie die Irre spielen kann. Allerdings ist ihre Rolle in Terminal nur ein schwacher Abklatsch von ihrer Harley Quinn-Rolle. Sie grinst genau so fanatisch, wie in der DC-Comicverfilmung (die auch schlecht war). Davon abgesehen, bringt sie nichts Neues in die Rolle der Annie hinein.

Der Trailer war stylish und noch einmal: vom Optischen her ist er das auch. Aber die Geschichte ist mau, Robbie ein Abziehbild ihrer selbst und die Rolle von Myers schnell durchschaut. Ehrlich, noch nie war eine Doppelindentität so schnell aufgedeckt, wie in diesem Film. Der "Hausmeister" Clinton erscheint humpelnd am Bahnhof und es war sofort klar, dass das Mr. Franklyn ist. Kein Mysterium hier. Dafür ist der Rest der Geschichte ein einziges Fragezeichen.

Das "Terminal" ist eine riesige Lagerhalle und kein Bahnhof. Zwar haben sie an einem Ende einen "Eingang" zum Bahnsteig mit Rolltreppen. Davor stehen dann auch noch ein paar Bänke. Aber niemand in der weiten Welt wird das als Bahnhof abnehmen. Einfach schlecht gemacht.

95 Minuten, die ich gerne wieder hätte. Ich glaube sogar, der Streifen lief nicht mal im Kino. Kann das sein?

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