Filmplakat Die üblichen Verdächtigen
9,5/10

„Der größte Trick, den der Teufel je gebracht hat, war die Welt glauben zu lassen, es gäbe ihn gar nicht.“ (Die üblichen Verdächtigen, 1995)


Die üblichen Verdächtigen

Besprechung

In New York wird ein Laster mit Waffen gestohlen. Die Polizei ist ratlos, hat aber einen Hauptverdächtigen. Doch anstatt nur Keaton (Gabriel Byrne) zum Verhör einzuladen, werden noch vier weitere Schwerverbrecher hinzugezogen. Da ist der schießwütige McManus (Stephen Baldwin), sein Partner Fenster (Benicio Del Toro), der Sprengstoffexperte Hockney (Kevin Pollak) und der verkrüppelte Trickbetrüger Verbal (Kevin Spacey). Das ist sehr ungewöhnlich, dass man so viele brisante Charaktere in eine Zelle steckt. Natürlich muss darauf etwas Schlimmes gedeihen. So hat McManus tatsächlich einen Plan für einen Coup.

Keaton will nicht daran teilnehmen,w eil er versucht, ein ehrlicher Mensch zu sein. Doch sein Bekannter Verbal bittet ihn inständig, an dem Ding teilzunehmen. Er braucht diesen Gig. Auf das krumme Ding folgt das nächste. Von hier gerät das Quintett in arge Schwierigkeiten. Nun haben sie es mit dem berüchtigten, mysteriösen Keyser Soze zu tun. Und Keyser Soze schlägt man nichts ab. Zudem dieses Gangster-Gespenst eh alle fünf Männer in der Hand hat.

Am Ende bleibt nur Verbal übrig, um von den Geschehnissen zu berichten, die sich in San Pedro auf einem Schiff abgespielt haben, bei dem 27 Leichen übrig blieben. Es soll um einen Drogen-Job und 91 Millionen Dollar gedreht haben, doch von beidem ist keine Spur zu finden. Der Polizist Dave Kujan (Chazz Palminteri) versucht den schüchternen Verbal zu brechen.

Meinung von

Das war der Durchbruch für Regisseur Bryan Singer. Was für ein großartiger Streifen. Es wird ein wenig mit der Zeit gespielt, soll heißen, wir fangen am Ende an und springen von dort sechs Wochen in die Vergangenheit, dann die Gegenwart und bekommen dann von Verbal die Geschichte erzählt, wie sich das damals alles zugetragen hat. Ein wenig aufpassen ist also schon ganz in Ordnung.

Mit Die üblichen Verdächtigen haben wir einen exzellenten Gangsterfilm vor uns, der eine sehr dichte, verwobene Geschichte hat. Die Charaktere sind alle klar gezeichnet und man hegt schnell Sympathien mit Keaton und Verbal. Die Handlung ist stramm erzählt, es kommt keine Langweile auf und man muss – wie schon erwähnt – aufpassen. Verbal erzählt die Geschichte der fünf Gangster, die dann einem noch größeren Verbrecher zuarbeiten müssen. Ich denke, in 1995 gab es kaum einen Namen, der so populär war wie Keyser Soze. Schaut man sich den Trailer an – damals machte man noch gute Trailer und kannte den gesamten Film nicht nach Anschauen des Trailers –, wird man geradezu bombardiert mit dem Namen des schrecklichsten Gangsters, den die Welt je gesehen hat. Oder eben auch nicht. Niemand weiß, wie Keyser Soze ausschaut.

Kujan quetscht also Verbal aus. Irgendwann bekommt der Polizist auf die Idee, dass Keaton Keyser Soze sein muss und setzt den behinderten Verbal noch mehr unter Druck. Doch der versucht sich immer wieder auf seine ihm zugesagte Immunität zu beziehen. Was aber im Endeffekt eh nichts wert ist – denn Keyser Soze wird ihn nicht lange am Leben lassen.

Ein super Film. Geschichten! Das ist es, worauf es im Kino ankommt und hier haben wir eine ganz großartige und spannend erzählte, sowie gut gespielte Geschichte vor uns. Diesen Film sollte man gesehen haben. Auch nach zwanzig Jahren ist der noch spannend.

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