Filmplakat Surrogates – Mein zweites Ich
5,5/10

„Zusätzliche Sinne kosten extra.“ (Surrogates – Mein zweites Ich, 2009)


Surrogates – Mein zweites Ich

Besprechung

Vor 14 Jahren fing die Entwicklung an, mittlerweile ist es ganz normal: Jeder hat einen Surrogate, einen Roboter, den man sich gestalten kann, wie man will und der durch die eigenen Gehirnströme gesteuert wird. Die Menschen liegen eigentlich nur noch zuhause und lassen ihre Surrogates vor die Tür. Seitdem ist die Kriminalitätsrate drastisch gesunken.

Eines Abends wird der Surrogate eines jungen Mannes von einem “Fleischsack”, also einem echten Menschen, in einer dunklen Gasse förmlich geröstet. Das Besondere an diesem Fall, zu dem FBI-Agent Greer (Bruce Willis) und seine Kollegin Peters (Radha Mitchell) hinzugerufen werden: Nicht nur, dass der Surrogate geröstet wurde, der Operator am anderen Ende wurde ebenfalls getötet. Das dürfte eigentlich gar nicht funktionieren. Außerdem ist das menschliche Opfer der Sohn des Erfinders der Surrogates.

Greer — also eigentlich sein Avatar Surrogate — macht sich auf die Suche nach dem Mörder und der geheimnisvollen Waffe. Der Mörder lässt sich schnell finden, doch taucht dieser in einem Reservat von Fleischsäcken unter. Es gibt noch Menschen, die die Welt nicht durch Roboter-Augen erleben wollen. Diese Gruppe wird angeführt vom Propheten (Ving Rhames). — Und siehe da: der Täter ist tot, die Waffe verschwunden.

FBI-Agent Greer, mittlerweile ohne Surrogate, macht sich als Mensch unter Surrogates auf die Suche nach den Drahtziehern. Wer versteckt sich hinter den einzelnen Roboter-Gesichtern …?

Meinung von

Ach, eigentlich schade. Ich hatte so hohe Hoffnungen: Endlich wieder ein Film mit Uns-Brutze. Die Grundidee ist auch gut. Die Menschen machen sich abhängig von Maschinen. Ein weiterer Schritt zu der Idee von "Second Life" und Co. — diesmal bewegen sich die künstlichen Identitäten eben im echten Raum, nicht im virtuellen.

Dennoch fehlte mir etwas bei dem Film. Er braucht seine Zeit, um in die Puschen zu kommen. Dann wird er ständig "unterbrochen" von der Beziehung Greers zu seiner Frau Maggie (Rosamund Pike), die er auch schon lange nicht mehr "in echt" gesehen hat, obwohl sie Tür an Tür leben. Ist ein Aspekt, der durchaus Sinn macht ... — wollte ich aber nicht sehen. Ich wollte Action und Spannung haben.

Surrogates hat neben der guten Idee, einen netten Twist in der Story und auch einige Schmunzler. Allein der "Kick" fehlte mir. Filme wie z.B. I, Robot haben da durchaus mehr Action und Witz zu bieten, bei einer ähnlichen Thematik. (Funfact: Der Erfinder der Surrogates wird im Film von James Cromwell gespielt. Der hat auch schon im angesprochenen I, Robot den Erfinder der Roboter gemimt.)

Also: Eine gute Idee, aber zu wenig Action. Man hätte auch eine Sozial-, bzw. Techno-Kritik draus machen können, aber Surrogates weder das Eine noch das Andere. Der Film wartet außerdem mit einigen äußerst unlogischen Handlungen auf, die unter den anwesenden Moviejunkies auch gleich zu Diskussionen führten. Wenigstens haben wir Bruce Willis wieder so gesehen, wie wir ihn kennen: mit blutenden Narben im Gesicht. Nur das Unterhemd fehlte.

Kann man sich anschauen — dauert auch nur 88 Minuten —, muss man jedoch nicht. Was ich eigentlich schade finde. Naja, das Kinojahr ist noch jung.

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