Filmplakat Star Trek: Der Aufstand
6,5/10

„Glatt wie ein Androiden-Popo, was Data!?“ (Star Trek: Der Aufstand, 1998)


Star Trek: Der Aufstand

Besprechung

Auf dem Planet der Son’a hat die Föderation einen geheimen Beobachtungsposten eingerichtet. Man will die Bewohner studieren bevor man ggf. den ersten Kontakt aufnimmt. Föderationsmitglieder laufen in Tarnanzügen durchs Dorf, nicht sichtbar für die Menschen. Lt. Commander Data (Brent Spiner) scheint Amok zu laufen. Er prügelt sich durch die Reihen seiner Kollegen und schließlich enttarnt er nicht nur sich, sondern die gesamte Operation. Anschließend nimmt er die Föderationsoffiziere und die ebenfalls an der Operation beteiligten Ba’ku als Geiseln.

Admiral Dougherty (Anthony Zerbe) führt zusammen mit dem Ba’ku-Anführer Ru’afo (F. Murray Abraham) im den Son’a-Planeten umfassenden Briar Patch eine geheime Mission durch. Der Admiral fordert von Captain Picard (Patrick Stewart) die Baupläne von Data an. Der sieht aber ein Mitglied seiner Crew in Gefahr, also reist die Enterprise – obwohl von Dougherty verboten – ins Briar Patch.

Die Geiselnahme entpuppt sich als friedliches Nebeneinander. Die Son’a sind gute Gastgeber und Data wollte sie nur beschützen. Der Androide hat etwas entdeckt, was wichtig für die Zukunft der Son’a und für die der Föderation ist. Derweil hat der Planet seltsame Auswirkungen auf die Besatzung der mittlerweile gelandeten Crew der Enterprise.

Meinung von

Nach Der erste Kontakt dachten wir alle, dass Star Trek auf dem richtigen Kurs sei. Der Film ist super. Was Commander, äh, Regisseur Jonathan Frakes da abgeliefert hat, ist wirklich gute Unterhaltung. Vermutlich hat man ihm deshalb auf für den neunten Star Trek-Film (der Nicht-Kelvin-Zeitlinie) den Regiestuhl angeboten. Die Star Trek-Standardautoren Rick German und Michael Piller haben sich für Star Trek: Der Aufstand wieder auf ihre Wurzeln besonnen – und haben eine über 100 Minuten lange, seichte TV-Folge geschrieben. Das kann man gut finden – ich finde es blöd.

Star Trek: Der Aufstand ist irgendwie weichgespült und lahm. Die Son'a sind ein Volk, das eine lange Lebensspanne hat. Grund dafür ist das Briar Patch. Mit einem langen Leben kommt Weisheit (hoffentlich). Dieses abgeschiedene Volk hat sich bewusst von der Technik losgesagt. Es ist nicht so, als könnten sie keinen Warpantrieb herstellen. Sie wollen nicht. Zumindest der Großteil. Irgendwie geht es noch um Rache und eine geschwächte Föderation (dazu muss man Next Generation und DS9 schauen). In dieser Situation geht man auch schon mal mit dem Teufel ein Bündnis ein.

F. Murray Abraham ist ein klasse Schauspieler, aber in seiner Rolle als Ru'afo hat er eine dicke Maske auf, so dass sein Schauspiel heruntergeschraubt ist. Er wird dadurch zu einem schwachen Gegner. Was schade ist. Man braucht immer einen guten Bösewicht. Der fehlt hier.

Und selbst wenn Abraham genügend Schurkentum in sich hat – die Son'a spülen das alles weich mit ihrer vergebenden Art. Ich will Captain Picard nicht Rumba tanzen sehen! Ich will auch nicht Geordi (Lear Burton) ohne Visor sehen. Ich kann gerade noch so eben akzeptieren, dass Riker (Jonathan Frakes) und Troi (Marina Sirtis) wieder zusammenkommen. Ein pubertierender Worf (Michael Dorn) ist hingegen nicht akzeptabel. Außerdem fand ich es in der TV-Serie schon immer schrecklich langweilig, wenn Picard sich verliebt, so wie er es hier mit der Son'a Anij (Donna Murphy) macht, die wirkt, als hätte sie zehn Schlaftabletten intus.

Nein, Star Trek: Der Aufstand gefällt nicht. Er ist einfach zu sehr Star Trek – alle haben sich lieb, blablabla … Das geht auf dem kleinen Bildschirm, aber nicht auf der Leinwand. Im Grunde haben sie 50% der Idee für diesen Film tatsächlich aus Star Trek TNG. In einer Folge soll auch eine Gruppe Menschen ohne ihr Wissen von A nach B transportiert werden, indem sie in einer Nacht in eine Kopie ihres Dorfes gebeamt werden sollen. Eine Kopie, die im Holodeck existiert. Kommt bekannt vor?

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