Filmplakat Predator – Upgrade
6,5/10

„Gentleman, immer dran denken: Sie sind groß, sie sind schnell und euch zu finden, ist ihre Vorstellung von Urlaub.“ (Predator – Upgrade, 2018)


Predator – Upgrade

Besprechung

Nachdem er in einen Kampf verwickelt war, landet ein Predator auf der Erde. Captain Quinn McKenna (Boyd Holbrook) muss irgendwo im südamerikanischen Dschungel mit ansehen, wie seine zwei Kollegen hingemetzelt werden. Mit ein paar Artefakten von der Bruchstelle kann er fliehen, während „die Behörden“ in Form von Traeger (Sterling K. Brown) erscheinen und alles einsacken. Quinn schickt die Alien-Artefakte – er weiß, dass diese Angelegenheit vertuscht werden soll und will Beweise haben – an seine Ex-Ehefrau Emily (Yvonne Strahovski). Sein Sohn Rory (Jacob Tremblay), der Asperger hat, nimmt das Paket in Empfang.

Traeger lässt die Evolutionsbiologin Casey Brackett (Olivia Munn) in ein geheimes Labor bringen, wo der Predator stark sediert vor ihr liegt. Sie muss erfahren, dass dieser Predator menschliche DNA in sich trägt. Ein großes Geheimnis liegt vor den Wissenschaftlern auf dem Tisch.

Derweil wird der aufgegriffene Quinn zusammen mit fünf anderen, „ausrangierten“ Soldaten zu ihrer „Entsorgung“ gebracht, als der Befehl erteilt wird, Quinn zum Predator zu bringen. Das Alien kann ausbrechen und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Der Predator will seine Ausrüstung haben, um an sein Raumschiff zu gelangen. Irgendwas ist an Bord des Raumschiffs, das sehr wichtig für den Predator ist. Der macht sich deshalb auf den Weg, um Rory zu finden. Der hat die Artefakte mittlerweile ausgepackt und unwissend aktiviert.

Dachten alle, der Predator sei gefährlich – sollen sie sich irren. Ein etwa 3,5 Meter hoher Predator macht auf den ehemaligen Gefangenen Jagd.

Meinung von

Predators zeigte uns bereits große und kleine Predatoren. In dem Film ging es mehr um das Jagen. Es wurden knallharte Menschen entführt und zur Jagd freigegeben. Außerdem zum Freiwild erklärt: die kleineren Predatoren (okay, die sind immer noch mächtig im Vergleich zu Menschen).

Autor und Regisseur Shane Black hat die Geschichte weitergesponnen. Eigentlich sollte Predator - Upgrade ein Neustart für das Franchise sein. Black konnte das Studio jedoch dazu überreden, die Geschichte weiterzuerzählen. Somit nimmt Black auch die Idee der unterschiedlichen Predatoren auf. Der Film fängt an mit einer Raumschlacht zwischen zwei Predatoren. Da wissen wir noch nichts von dem Upgrade des Verfolgers.

Das Erscheinen von Evolutionsbiologin Brackett ist zu billig umgesetzt. Hat die Regierung keine eigenen Wissenschaftler auf diesem Gebiet? Sie kommt rein, sieht das Alien und stellt schnell fest, dass im Predator menschliche DNA vorhanden ist. Das wird genutzt, um zu sagen: Sie wollen wissen, ob jemand mit 'nem Alien gevögelt hat.. Die "Loonies", also die Gruppe der "verrückten Soldaten", ist ein einziger Comic relief. Thomas Jane spielt Baxley, einen Soldat mit Tourette. Das wirkt billig. Hauptsache man hat jemanden in der Gruppe, der ungestraft "Pussy" sagen darf. Regisseur Black hat selber Tourette. Wenn man das weiß, relativiert das die Entscheidung. Keegan-Michael Key spielt den schlechte Witze reißenden Coyle. Im Endeffekt sind es diese Verrückten, die natürlich den Tag retten.

Ich wollte nach einem anstrengenden Tag mit einem stumpfen Actionfilm entspannen. Ein Alien und gutes, altes Gemetzel. Mehr wollte ich nicht. Und genau das habe ich auch erhalten. Wer von Predator - Upgrade Hochkultur erwartet, wird natürlich enttäuscht. Die Geschichte ist soweit in Ordnung. Die Predatoren sind eine Rasse von Jägern. Wir wissen seit Predator und allen nachfolgenden Filmen, dass diese Aliens nur die besten und gescheitesten Gegner jagen. Bisher dachten wir, das würden sie machen, um – wie die Trump-Jungen – Trophäen an die Wand zu hängen. Doch wie es scheint, sind die Aliens auf der Suche sich immer mehr zu verbessern. Daher auch die menschliche DNA im Predatoren-Genom.

Nette kleine Geschichte, dass Quinn denkt, er sei der Champion, hinter dem der große Predator her ist. Tatsächlich hat er ein anderes Ziel: seinen Sohn, der Asperger hat. Diese Eigenschaft macht Rory attraktiv für die Predatoren. Jacob Tremblay zeigt, dass Kinder im Film nicht so schlimm sein müssen, wie sie es oft sind. Sein Rory ist verhalten und nicht übertrieben.

Wir lernen etwas über die Predatoren-Rasse: Nicht nur, dass sie sich durch Fremd-DNA aufwerten. Es scheint auch Unstimmigkeiten darüber zu geben. Weshalb sollte es sonst den Kampf zwischen den beiden Predatoren geben? Der normale Predator ist so, wie wir ihn kennen. Der neue, große Predator ist wahrlich zu groß. Das kann so nicht gut gehen. Der Film endet ist einem klassischen Cliffhanger. Da wird wohl noch mehr kommen.

Predator - Upgrade ist nette, nicht anspruchsvolle SciFi-Action-Unterhaltung. Ex-Model Boyd Holbrook hat bereits in Logan gezeigt, dass er ganz ordentlich spielen kann. Sein Quinn hat halbwegs Tiefe und ist nicht nervig. Man kann ihn sich also in zukünftigen Filmen gut vorstellen.

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