Besprechung
Viele Generationen nachdem Caesar die Affen in ein Land geführt hat, wo sie in Frieden leben können, gedeiht der „Clan der Adler“ in einem Tal vor sich hin. Noa (Owen Teague), der Sohn des Ältesten macht sich eines nachts auf den Weg, um sich ein neues Adler-Ei für die bevorstehende Bindungszeremonie zu suchen. Dabei stößt er auf einen feindlich gesinnten Haufen Affen, eines unbekannten Clans. Dieser wird von dem Gorilla Sylva (Eka Darville) angeführt. Die überaus aggressiven Affen suchen einen Menschen. Als sie Noas Pferd entdecken, folgen sie diesem zum Clan der Adler, da sie den Menschen dort vermuten.
Noa kommt zu spät an. Er muss mit ansehen, wie sein Dorf niedergebrannt und sein Vater umgebracht wird. Noa kann noch einen Großteil der Adler retten, wird dann aber von Sylva niedergestreckt.
Als Noa am nächsten Tag aus den Resten seines Dorfes aufsteht, weiß er, dass sein Clan entführt wurde. Er macht sich auf den Weg, sein Dorf, seine Freunde und seine Mutter zu finden. Bei der Suche stößt er auf Raka (Peter Macon), einen weisen Orang Utan und Mitglied des „Ordens des Caesars“. Die beiden machen sich auf den Weg um Noas Clan zu retten. Das Duo wird jedoch noch erweitert. Noa und Raka werden von einer jungen Menschenfrau (Freya Allan) verfolgt. Die Affen nennen sie „Nova“ — weil sie alle Menschen so nennen. Diese Menschenfrau birgt ein Geheimnis. Sie ist nicht so dumm, wie ihre Artgenossen.
Meinung von Nils
Aufgewachsen bin ich mit Planet der Affen, dieser dystopischen Weltsicht. Die Menschen haben alles in die Luft gejagt und so konnten die Affen evolutionär nach oben springen. 2011 kam dann eine Neuinterpretation. Diesmal war es nicht die nukleare Bombe, sondern die virale. Ein Virus hat Menschen verdummen und verstummen lassen. Die Affen hingegen sind schlauer und redegewandter geworden. In der Trilogie um Caesar sehen wir den Niedergang der einen Spezies und den Aufstieg der Affen.
13 Jahre nach dem ersten Planet-Film kommt Planet der Affen: New Kingdom um die Ecke. Kein Andy Serkis mehr. Wobei, das stimmt so nicht ganz. Der Mo-Caption-erfahrene Schauspieler stand als Berater zur Seite, aber nicht vor der Kamera. Im Regiestuhl saß Wes Ball, der ehrlich gesagt noch nicht so viel auf der Tanzkarte hat. Zu nennen sind da nur die drei Maze Runner-Streifen. Dem wurde das Franchise anvertraut? Ob das eine so gute Idee war ...?
Der Film fängt sehr ruhig an. Wir sehen viel grüne Landschaft, zwischendurch schimmert vergangene Zivilisation durch, technische Errungenschaften der Menschen. Wir sehen nur die Mitglieder des Adler-Clans. Noa mit seinen beiden Freunden Soona (Lydia Peckham) und Anaya (Travis Jeffrey). Seine Mutter Dar (Sara Wiseman) und wir bekommen mit, dass Noa sehr viel Ehrfurcht, wenn nicht gar Angst, vor seinem Vater Koro (Neil Sandilands) hat. Es dauert einige Zeit, bis der Film langsam in die Puschen kommt.
Im Grunde ist es eine Art Roadmovie. Ein Affe findet einen anderen und gemeinsam nehmen sie eine Menschenfrau bei sich auf. Raka bewahrt das Wissen um Caesar. Als er von Noa hört, dass Sylva und seine Schergen "im Namen Caesars" handeln, weiß er schnell: Das ist nicht die Lehre von Caesar. Erst später lernen wir, dass es die Lehre von Proximus Caesar (Kevin Durand) ist. Der Affe hat sich selbst zum König ernannt und will die Affen evolutionär weiter voranbringen: durch Technik.
Proximus entführt Affen, damit sie als Arbeitskräfte für ihn schuften. Sie sollen ein ominöses, großes Eisentor öffnen. Proximus vermutet dahinter eine Schatzkammer voll mit technischen Errungenschaften der Menschen. Die "gestohlenen" Affen sollen aber auch unter seiner Herrschaft vereint werden. Proximus hält sich einen Menschen: Trevathan (William H. Macy) liest dem König aus alten Büchern vor. Vor allem Geschichte, römische Geschichte, hat es ihm angetan.
Der Film ist wie ein Neustart des Franchise zu verstehen. Keiner der alten Protagonisten ist mehr vorhanden. Lediglich Caesar ist für einige Affen noch eine gute Erinnerung. Dass Proximus sich ebenfalls Caesar nennt, kommt davon, weil er Weltherrschaftsfantasien hat, wie sein geschichtliches Idol.
Der Film plätschert erst einmal nur so dahin. So lange, bis ich anfing mich zu langweilen. Es hatte den Anschein, dass wir nur die heile Welt von Noa und seinem Stamm sehen. Erst als die Schergen von Proximus auftauchen, kommt schlagartig Spannung auf. Die Reise, die Noa dann auf sich nimmt, um seine Familie zu retten, ist "von der Stange": reisen, reisen, weisen Mann treffen, reisen, reisen, junge Frau treffen, reisen, reisen, junge Frau hat Geheimnis.
Zeitweise hatte ich ein Fragezeichen im Gesicht, als Mae, wie Nova richtig heißt, zielstrebig in dem Bunker etwas sucht, findet und es nicht das ist, was man gedacht hat. Da war ein "WTF? Wie unglaubwürdig ist das denn, dass die das weiß?" — bis die Auflösung kommt, die die Grundlage für einen weiteren Film darstellt. Ich glaube schon zu wissen, wo die Reise hingeht: Mensch gegen Affe?
Planet der Affen: New Kingdom ist seichte Unterhaltung für die Freunde der Reihe. Man hätte die Fortsetzung nicht machen müssen, aber nun ist sie da und man hat knapp zweieinhalb Stunden Kinounterhaltung mit der einen oder anderen Unlogik.