Filmplakat Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth
6/10

„Wir haben viele Jungs an die Furcht verloren.“ (Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth, 2014)


Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth

Besprechung

Thomas (Dylan O’Brian) wacht in einem Fahrstuhl auf, der von tief unter der Erde auf einer grünen Wiese endet. Zunächst kann er sich nicht an seinen Namen erinnern. Um ihn herum viele andere Jungen, die ihn zunächst hänseln, doch schnell geht alles in den Alltag über. Thomas lernt von dem Anführer Alby (Aml Ameen), dass seit einigen Jahren jeden Monat ein neuer Junge in der Runde auftaucht. Außerdem bringt der Fahrstuhl Lebensmittel. Man hat sich arrangiert.

Thomas will nicht hier bleiben. Wo ist hier? Eine große Lichtung, an einen Wald angrenzend und alles ist umgeben von einer wahnsinnig hohen Mauer. Jeden Morgen geht ein Tor in der Mauer auf – dahinter befindet sich ein Labyrinth. Abends schließt sich das Tor und in den Gängen des Labyrinths gehen unheimliche Dinge vor. Monster treiben ihr Unwesen.

Eines Tages bringt der Fahrstuhl keinen Jungen, sondern Teresa (Kaya Scodelario). Auch sie kann sich zunächst nicht an ihren Namen oder ihre Vergangenheit erinnern – sie erkennt aber Thomas. Der schmiedet mittlerweile Pläne aus dem Labyrinth rauszukommen. Dafür muss er ein Läufer werden. Nur die dürfen tagsüber ins gefährliche Umland.

Die Ankunft von Thomas und Teresa bringt viel durcheinander. Gally (Will Poulter) sieht die beiden als Gefahr für die vorherrschende Ordnung an. Er will vor allem Thomas bestrafen und aus dem Verkehr ziehen.

Meinung von

Bekanntlich gibt es für alles einen Markt. Hier wird der Markt der Jugend-Fantasy-Abenteuer angezapft. Alles junge Leute. Das erinnert an Die Tribute von Panem. Tatsächlich haben die beiden Reihen einiges gemeinsam. Am Ende erfahren wir, was es mit dem Labyrinth auf sich hat. Noch mehr: Was außerhalb des Labyrinths lauert, bzw. passiert ist. Wir sehen keine Erwachsenen, die kommen erst ganz zum Schluss.

Maze Runner ist einfach gestrickt und bedient sich bei einigen Klassikern, wie z.B. Lord of the Flies oder jüngeren, dystopischen Filmreihen (Die Bestimmung – Divergent). Dennoch kann er auch noch begeistern. Das liegt daran, weil wir lange nicht wissen, wieso die jungen Männer auf dieser Lichtung sind, wieso sie keine Erinnerungen an ihre Vergangenheit haben, was es mit dem Labyrinth auf sich hat. Die vielen Fragen, die während des Films aufkommen, machen ihn sehenswert. Wir wollen wissen, was hier passiert ist, wer dahinter steckt. Irgendwoher müssen die jungen Leute ja kommen. Irgendwer muss Lebensmittel in den Fahrstuhl legen. Das riecht alles nach einem perfiden Experiment.

Dann die Nacht im Labyrinth. Ja, dass Thomas auf einmal der große Held ist und etwas macht, wovon noch niemand gewagt hat zu träumen, nicht einmal Ober-Läufer Minho (Ki Hong Lee), das ist schon etwas billig. Zumal es die Geschichte auf einmal kräftig nach vorne bringt. Ein billiger Trick in der Erzählweise ist das.

Am Ende erfahren wir, dass das WCKD, das Welt Chaos Katastrophen Departement, hinter der Aktion steht. Außerhalb des Testfelds, auf dem die Jungen leben, sieht die Welt anders aus. Die Sonne hat alles verbrannt und ein Virus hat um sich gegriffen, der das Hirn angreift. Da ist es doch auf der Lichtung noch besser ...

Maze Runner ist nette Popcorn-Unterhaltung. Sie zielt mehr auf ein jugendliches Publikum ab, aber ich fand mich nicht ganz deplatziert, als ich den Streifen anschaute.

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